Das gepflegte Leben

Eine Schale Primeln auf der Haustür, von der zu frühen Hitze ein wenig gebeutelt.
Eine Rhabarber-Streuseltorte, frisch gebacken und halb gegessen, die geschlagene Sahne im Kühlschrank. Ein Stück mehr fehlte seit dem letzten Besucher am Vorabend, sie muß vor dem zu Bett gehen noch ein Stück genascht haben.

Das Haus glänzt und duftet, sie hat in den letzten Wochen einen kompletten Hausputz gemacht, alle Fenster geputzt, alle Schranke sortiert und ausgewaschen, alle Dinge geordnet. Alle Blumen gegossen, keine welke Blüte und kein welkes Blatt auf den Fensterbänken.

Anfang Mai ist die Welt am schönsten, die Welt duftet nach Honig von den Rapsfeldern, die Gärten sprechen von Hoffnung und Fruchtbarkeit, Wiesenschaumkraut, Löwenzahn und Gänseblümchen auf den noch ungemähten Wiesen, alle Pflanzen stehen am Anfang, noch nicht von der Sonne verbrannt oder von Ungeziefer zerfressen.

Irgendwann muß sie angefangen haben, die Unmengen von Fotos in Alben zu sortieren, die Familienfotos mit den vielen Toten, die sie jahrelang nicht aus dem Schrank holen konnte.

Kein Nachbar, kein Freund, keiner in der Familie, der sagt, oh, wir wollten doch noch, oder oh hätte ich doch noch.
Sondern 'Gestern haben war noch so schön...' 'Letzte Woche wollte sie noch unbedingt dorthin, da waren wir am Dienstag zu...' 'Aber vorgestern waren wir noch...'
Kein offenes Gespräch, alles zu Ende gebracht.
Zehn Tage vor ihrem Tod hat sie mir noch gesagt, daß ihr Leben voller Leid, Tod, Mühen und Not gewesen ist, aber daß sie ihren Frieden damit geschlossen hat, daß sie glücklich und zufrieden ist.
Keine offenen Fragen, bei niemand.

Ich glaube nicht, daß sie wußte, daß sie so bald sterben würde.
Es drängt sich aber der Eindruck auf, daß es ein Innehalten im Universum gegeben hat, einen Augenblick, an dem alles perfekt war, der Garten bestellt, und besser würde es vielleicht nicht mehr werden. Zeit zu gehen?

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