Luckys Tierleben

Montag, 21. Juli 2008

Unterminiermotten - Unentdeckte Tierarten V

Die Unterminiermotte (Psychoplexis minimensis) ist ein zwar weit verbreiteter, jedoch erst vor kurzem wissenschaftlich belegter Parasit.
Ähnlich dem Herpesvirus verbleibt es latent in seinem Wirtstier und bricht nur in bestimmten Reizsituationen aus. Da es sich im Nervensystem ausbreitet, bringt es den Wirt zu unwillkürlichen, kaum zu kontrollierenden Reaktionen, die immer nach dem gleichen Muster laufen.
Erhält der Wirt ein unvermutetes Kompliment, dann kontert er mit einer Selbstdemütigung, die auch für den Komplimentgeber nicht mehr nach fishing for compliments aussieht.
Zum Beispiel:
"Deine neue Frisur ist ja schön, sieht gut aus, wenn du die Haare so ins Gesicht gekämmt trägst!"
"Ja, da sieht man nicht so viel vom Aufgeschwemmten und den Falten, nicht!?"

Eine weitere neurologische Malfunktion wird ebenfalls von den nicht mit dem menschlichen Auge wahrnehmbaren Unterminiermotten ausgelöst, die Dislokation. Erhält das Opfer beispielsweise ein Kompliment für seinen wohlgeformten Po, wird dies nicht als solches aufgenommen, sondern als Kritik am restlichen Körperbau sowie krasser Mißbilligung des Gesamtpersönlichkeit des Betroffenen empfunden.

Desweiteren verhindert der Parasit das ansonsten angeborene Abspeichern von Erfolgserlebnissen, Liebesbeweisen und sonstigen positiven Erlebnissen des Opfers. Diese selektive Demenz unterminiert (sic!) den Aufbau einer gesunden, selbstbewußten, im Leben stehenden Persönlichkeit und führt im weiteren zu Suchtverhalten, Alkoholmißbrauch und Verhaltensauffälligkeiten in Menschenansammlungen.

Eine durchschlagende Behandlungsmethode gegen die Unterminiermotte konnte bislang noch nicht gefunden werden. Einige Formen der Verhaltenstherapie können oberflächlich die Unterminiermotte wieder in einen latenten Krankheitszustand überführen, jedoch nicht ausrotten.

Studien haben ergeben, daß in einigen Bevölkerungsgruppen erstaunliche Resistenzen gegen den Parasiten vorhanden sind. So befällt die Unterminiermotte kaum Menschen mit niedrigem Intelligenzquotienten; des weiteren konnte bei der Bevölkerungsgruppe der arabisch-türkischen Männer zwischen 12 und 30 keinerlei Befall durch die Unterminiermotte entdeckt werden, jedoch ein reziprok agierendes Element, welches vorläufig "Überminiermotte" benannt wurde und zu absolut gegenteiligen Reaktionen wie den oben geschilderten führt. Ob dies eine genetisch oder kulturell bedingte Mutation derselben Parasitenart ist, sollen laufende Untersuchungen ebenso feststellen, wie auch, ob hier eine Chance für Behandlungsmöglichkeiten voliegt.

Samstag, 16. Februar 2008

bionik ist ein alter hut...

... mit wahrscheinlich nilgrüner Schleife!

Sie wurde schon in den 60ern von einer deutschen Chansonsängerin erfunden.

Hier der Beweis:

raupe

raupe1

Der Legende nach soll die Künstlerin bei einem Sommerspaziergang mit ihrem Lebenspartner eine Raupe gefunden haben. "Guck mal, wie interessant", sagte sie, und dann "Paß mal auf, was ich jetzt mache! Mach mal ein Foto!" Beim Betrachten der Fotos soll sie dann zu ihrem berühmten Stil gefunden haben.

Hartnäckige Gerüchte, die Diseuse habe auf dem Höhepunkt ihrer Karriere um ein Haar die Ausrottung der Schmetterlingsart "Brauner Bär" verursacht, können nach heutigen Erkenntnissen nicht bestatigt werden.

(aus unserer Reihe Bionik für Dummies)

Donnerstag, 3. Januar 2008

die biergnymphe

Bei der wochenendlichen Lektüre bekloppter Gayromeo-Profiltexte stieß ich auf die Geschichte der Biergnymphe.

Bier-Gnymphe, da konnte ich mir sofort etwas drunter vorstellen, so eine Kreuzung zwischen Elfe und Gnom, kleiner süßer Bierbauch, Fluppe im Mundwinkel. etwas verwachsen und ungewaschen, mit dicken knubbligen Knien und runden roten Wangen.

Jedenfalls, die Geschichte mit der Biergnymphe ging in etwa so, daß sie sich unsterblich in jemand verliebte, der aber die Liebe nicht erwiderte, weil er zu beschäftigt war, sein Spiegelbild im Fluß anzuschauen, weswegen er von den Göttern zur Strafe in eine Blume verwandelt wurde.

Moment!?

Biergnymphe? Nein, ohne 'i', Berg-Nymphe stand da.

Was ein zuviel gelesenes 'i' , ein unvorbildlicher Lebenswandel und zuviel Neil-Gaiman-Lektüre so alles an selektiver Wahrnehmung in einem eh schon schrägen Hirn verursachen können...

(und hiermit beanspruche ich die indirekte Urheberschaft des schönen assoziationsreichen Worts "Biergnymphe" für mich)

Freitag, 9. November 2007

fisimatenten - unentdeckte tierarten IV

Fisimatenten sind, obwohl der Name es nahelegt, nicht in die Gattung der Enten zu zählen, sondern stehen evolutionär dem Auahahn sehr nahe.
Sie mögen auf den ersten Blick drollige, witzige auffällige Tierchen sein, mit ihrer bunten, ja extremen Befiederung, und dem lauten, mitunter schrillen Gehabe. Diese dienen jedoch einzig dem Zweck, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, denn von dieser Aufmerksamkeit ernähren sich Fismatenten.
Wer also den Fehler macht, fasziniert von der anscheinend weltoffenen, selbstbewußten Art der Tierchen, sich eine Fisimatente mit nach Hause zu nehmen, der wird unausweichlich schlimme Erfahrungen machen und innerhalb kürzester Zeit bei der Umwelt sehr unbeliebt sein.

Wenn Sie zum Beispiel in einem Restaurant einen Gast dabei beobachten, wie er beim Kellner wiederholt das bestellte Wasser zurückgehen läßt, weil auf dem Etikett nicht einwandfrei dargestellt ist, daß das servierte Wasser auch wirklich fettfrei ist, dann sind sie in Gesellschaft von Fisimatenten.

Rücksichtslos verfolgen Fisimatenten ihren einzigen Lebenszweck: der Erregung von Aufmerksamkeit und der Erhöhung des Blutdrucks der Menschen in ihrer Umgebung. Selten sind sie mit einer einfachen Lösung zufriedenzustellen, denn letztendlich geht es ihnen um den Prozeß, und nicht das Ergebis. Wer sich ihnen entgegenstellt, riskiert, daß das Nervenkostüm innerhalb von Minuten ruiniert wird.

Fisimatenten sind innerhalb ihrer Gattung aus nachvollziehbaren Gründen übrigens extreme Einzelgänger. Zusammengesperrt mit mehreren Artgenossen auf kleinem raum würden sich die Tierchen innerhalb kürzester Zeit gegenseitig zerfleischen.
Deswegen bevorzugen sie die Gesellschaft handelsüblicher Menschen, die sie parasitär ausbeuten.

Mit einem Verschwinden der parasitären Fisimatenten ist durch den Siegeszug des Privatfernsehens und der Dienstleistergesellschaft im Übrigen nicht zu rechnen.

Donnerstag, 7. Juni 2007

stilleben mit meiner maus

Sitze grade mit Feierabendbier auf der Terrasse und genieße die kühlere Nachtbrise, Nina Simone singt drinnen 'Everything must change'.
Raschelt es oben in der Glyzinie.
Janz nonschalong klettert eine Maus aus dem Dach, hangelt sich mit der größten Selbstverständlichkeit den Stamm der Glyzinie runter, so als ob sie den Morgenmantel um hat, hält kurz inne, als sie mich wahrnimmt, nickt mir zu und klettert weiter runter.
Das Nicken sagt 'Bin nochmal kurz ins Bad' oder 'Ich schau mal noch in den Kühlschrank' oder 'Geh noch kurz auf ein Bier.'
Geistesabwesend nicke ich kurz zurück und denke erst jetzt 'Momentemal!'

Montag, 28. Mai 2007

fixi und ihre freunde

Der Herr Glam trägt sich ja schon seit langem mit dem Gedanken, sich einen schicken Weimaraner anzuschaffen, also einen Hund, und keinen Einwohner der gewesenen Kulturhauptstadt.

Den bzw. die will er dann Fixi nennen, wegen des schönen Effekts, den es dann hat, wenn man den Hund auf der Straße ruft.

Da dachte ich mir, es wäre doch schön, wenn der Herr Ereignishorizont i.R. und meine Zierlichkeit uns ebenfalls Hunde anschaffen, Herr E. z.B. eine Nimsi und für mich dann eine Schnapsi. Und wir dann gemeinsam im Görlitzer Park spazieren gehen.

Nimsi! Schnapsi! Fixi!
Bei Fuß!

Der Herr Glamourdick hat heute übrigens zweiten Blog-Geburtstag! Wo bleibt das Grußwort des Bürgermeisters? Wo sind die Neuköllner Kinderchöre? Wo die Jubelparade? There should be Strumpets!

Gehen Sie hin! Huldigen Sie!

Sonntag, 22. April 2007

Die Lappalien: Unentdeckte tierarten III

Welcher Tiergattung die Lappalien endgültig zuzuweisen sind, scheint sich die Forschung noch nicht einig. Eine sehr engagierte Wissenschaftlergruppe hat allerdings recht eindeutig die extraterrestrische Herkunft dieser Tierchen zu belegen vermocht, so daß die Meinung besteht, daß die Lappalien letztendlich eine eigene Lebewesengattung stellen. Der Volksmund hat dies wohl schon intuitiv bei der Benennung der Tierchen erfaßt: 'Lapp' von läppisch, papperlapapp, und 'Alien', eben außerirdisch. Auch wenn sie es dann eingedeutscht aussprechen.

Lappalien haben die für den Menschen äußerst unangenehme Eigenart, daß sie sich, meist in größerer Anzahl, in den Alltag einnisten und dort viel Aufwand verursachen. Sie sind lästige, störende und hartnäckige Biester. Während jede einzelne Lappalie ein kleines Wesen ohne nennenswertes Gewicht und bemerkenswerte Eigenschaften und leicht zu beseitigen ist, schaffen es Lappalien, die deswegen grundsätzlich nur in gößeren Gruppen auftreten, komplexe Abläufe komplett zu unterminieren (-> s.a. Unterminiermotte) und Menschen an den Rand des Wahnsinns zu treiben.

Dies zeigt deutlich die parasitäre Lebensweise der Lappalien auf: sie ernähren sich von Nerven, die sie vorher mit viel Ausdauer fein säuberlich zerfetzen. Unersättlich fressen Lappalien ebenfalls so viel Zeit, wie sie eben nur erbeuten können.
Besonders bevorzugte Aufenthaltsorte von Lappalien sind elektronische Geräte und deren Anleitungen, Behörden und Autowerkstätten, generell siedeln sie sich jedoch überall an, wo reibungslose Funktionalität und streng durchorganisierte Abläufe zu erwarten gewesen wären.

Im Zuge der immer komplexer werdenden Umwelt des Menschen wird den Lappalien von Experten der wohl größte parasitäre Siegeszug seit denen der Nacktschnecken, Ratten und Kakerlaken vorausgesagt. Im Gegensatz zu den Kakerlaken werden die Lappalien jedoch mit der Auslöschung der Menschheit ebenfalls vom Erdboden verschwinden, da sie ohne ihre Wirte nicht überleben werden können, es sei denn, es gelingt ihnen, rechtzeitig einen anderen Planeten mit sogenannter Zivilisation zu besiedeln.

(Auf die Lappalien hatte ich schon einmal warnend hingewiesen)

Freitag, 30. März 2007

unentdeckte tierarten II: Die Hygiäne

Die Hygiäne gehört zur Familie der Raubtiere. Obwohl sie sich als Allesfresser ernährt, widmet sie ihren Jagdtrieb hauptsächlich der Vernichtung von Bakterien und Keimen und der Schikane ihrer Rudelmitglieder durch ihren außerordentlichen Aufräum- und Waschzwang.

Obwohl die Hygiäne eigentlch ein Rudeltier ist, wird sie vom Rudel oft als lästig oder ärgerlich empfunden. Oft erkennt man die Hygiäne schon von weitem an ihren Schlachtruf "Schuhe ausziehen, ist frisch gewischt!"

Die weibliche Hygiäne ist in der Regel Führerin eines Eltern-Kind Rudels, und dort zuständig für die Ernährung und das Sauberhalten der Brut und der Höhle. In der Höhle wacht die Hygiäne dann mit Argusaugen auf die Einhaltung der Sauberkeitsregeln, und räumt des öfteren den Tisch schon ab, während der Rest der Brut noch nicht mit der - oft nach Spüli schmeckenden - Mahlzeit fertig ist. Außerhalb der Höhle behilft sich die Hygiäne auch mit vollgespuckten Taschentüchern, um den Nachwuchs zu säubern, ein Verhalten, das man auf allen landläufigen Spielplätzen in freier Wildbahn beobachten kann.
Die männliche Hygiäne erkennt man, wie die weibliche, leicht an den geröteten, aufgeplatzen Händen, die von Mißbrauch von Reinigungsmitteln herrühren. Um diesen Zwang möglichst häufig nachkommen zu können, üben männliche Hygiänen oft den Beruf des Hautarzts oder ähnliches aus.

Die homosexuelle männliche Hygiäne erkennt man am ehesten in ihrem Bau: neben der Schlafstatt findet sich meist ein beachtlicher Vorrat an Küchenpapierrollen und feuchten Reinigungstüchern. Die Hygiäne ist meist bemüht, den Sexualpartner schon während dessen Orgasmus ein solches Küchentuch unterzulegen, um das Ejakulationssekret möglichst sicher aufzufangen und zu entsorgen. Sollte dies zeitlich nicht möglich sein, holt sie es schnellstmöglich durch eifriges Wischen und Tupfen nach oder sie eilt schnellstens in die Dusche. Ein möglicherweise sozial bindendes Kuscheln nach den Geschlechtsakt lehnt die Hygiäne kategorisch ab.

Die Hygiäne ist ein typisches Produkt der Anpassung einer ansonsten schmutzverträglichen Tiergattung. Die Evolution wird zeigen, ob sich die Hygiäne durchsetzen wird, ist sie durch ihr Verhalten doch sehr viel infektanfälliger als ihre robustere Hauptgattung.

Donnerstag, 22. März 2007

unentdeckte tierarten I: Der Penetrant

Obwohl ebenfalls zur Familie der Dickhäuter gehörig, ist der PENETRANT wesentlich unbekannter als der Elefant. Mit dem entfernten Cousin verbindet ihn die dicke, graue und fast unverletzbare Haut.
Die kleinen, starren, fast unbeweglichen Augen sind optimal für den Lebenszweck des Tieres eingerichtet: Sie dienen dem Tier, sein Opfer zu fixieren, bis dieser sich freiwillig den Bedürfnissen des Penetranten unterordnet und nur noch dem Parasiten dient.
Die stämmigen Beine helfen dem Penetranten, ausdauernd in seiner Beutestellung zu verharren, verhindern allerdings eine allzu große Beweglichkeit des Tieres. Diese ist für ein Überleben jedoch auch nicht notwendig - überlebenswichtig ist für den Penetranten das Beharren auf einem einmal eingenommenen Standpunkt. Daher auch die ungebührliche Körperfülle des Penetranten, da er ohne eine gewisse Gewichtigkeit einfach aus dem Weg zu räumen wäre.

Im Gegensatz zu anderen dickhäutigen Parasiten ist der Penetrant ein Kulturfolger, der u.a. im modernen Arbeitsleben und in den Medien seine perfekte biologische Nische gefunden hat. Erstaunlich dagegen ist seine fast völlig unbemerkt gebliebene weltweite Verbreitung, der Penetrant scheint ein Meister der Mimikry zu sein, er tarnt sich unter anderen als "Talkshowmaster", "Kunde" oder als "Vorgesetzter". Wie sich das überaus unpossierliche Tierchen vermehrt, ist daher noch völlig unbekannt. Es wird jedoch vermutet, daß der Penetrant zur Kontaktaufnahme sein namensgebendes rüsselförmiges Organ einsetzt, besonders an Bars, wo er sich ebenfalls durch eine besondere Beharrlichkeit auszeichnet.

Warnung: Mittel zur Vertreibung oder Tötung des Parasiten sind bisher nicht bekannt. Als Schutz empfehlen führende Experten den Wechsel des Arbeitsplatzes, Abschaffen des Fernsehgerätes, das Abbrennen des Bürokomplexes oder gar einen Umzug ins nicht benachbarte Ausland.
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arboretum - 2009/11/07 14:02
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luckystrike - 2009/11/04 13:00
ja und die beschriebenen...
ja und die beschriebenen bräuche erinnern sehr...
kittykoma - 2009/11/03 13:33
interessanter gedanke....
interessanter gedanke. auch das mit dem hobbyautismus....
timanfaya - 2009/11/03 13:20

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