In meinem Film bin ich der Star,
ich komm auch nur alleine klar
Panzerschrank aus Diamant
Kombination unbekannt
(Text: A. Humpe, Ideal, Eiszeit)
Oh, dann sind das jetzt sieben Jahre, 2 Monate und 3 Wochen.
At least I'm still counting.
Muß man sich ja zugute halten, unter den Umständen.
Ob ich's wohl überhaupt noch drauf habe? (Und jetzt komme mir bitte keiner mit fahrradfahren...)
Immerhin gabs ja immer mal Momente, wo ich smitten war mit jemand.
Wenn es damals noch ein Mixtape auf KASSETTE als erstes Valentine war, dann kann ich sogar vielleicht davon ausgehen, daß ich wahrscheinlich en Trägermedium überschlagen werde, also kein Liebeslied-Mix auf CD.
Aber ich würde niemals zum zweiten Date einen mit Liedern bestückten I*pod nano schenken, wie andere. Das wäre mir zu wuchtigteuer.
Ich schaue ja nie Werbefernsehen, deshalb bin ich gestern fast umgefallen:
In die Küche drang der Ton der neuen Kampagne der AOK. Die AOK ist die Krankenkasse, die jeden nehmen muß, daher die teuerste Krankenkasse mit den eingeschränktesten Leistungen, jedenfalls war das immer so, obs noch so ist, weiß ich nicht, wird wohl aber.
Jedenfalls, als Musik zum Clip lief ausgerechnet 2Raumwohnungs "Besser gehts nicht (schau nur hin, das ist Leben, wir sind drin)"
Brüll - welche hinterhältige Werbeagentur hat der armen AOK das denn angedreht? Das war bestimmt auf Monate der Kracher in deren Büro.
Haben Sie bemerkt, daß ich Sie bereits angelogen habe? Hab ich. (...)
Aber ich lüge auch so. Es macht mir Spaß. Streng genommen sind es keine Lügen, nur ein bißchen 'coloratura'. Wie beim Ausmalen von Malbüchern, es macht meine Geschichten bunter.
Manchmal habe ich sogar den Eindruck, coloratura und Übertreibungen kommen der Wahrheit näher als die reine Wahrheit.
So schreibt die formidable Isabelle Rosselini in ihrem autobiografischen Buch "Some of Me", charmant und plaudernd.
Zum Beispiel lügt sie, daß ihre Mutter Ingrid Bergmann 4 Oscars bekommen habe, nur weil es sie ärgert, daß Katherine Hepburn mit 4 Oscars den Rekord hält, und nicht ihre Mutter.
Oder sie erzählt die Geschichte, wie Paloma Picasso ohne Widerrede das falsche Haus als Picasso-Museum eingeweiht hat, weil die Stadt aus Versehen das Nachbarhaus anstelle des echten renoviert und hergerichtet hatte, und weil sie es eh viel passender fand.
Doris ist ja mein Lieblingsvorname. Doris Day, klar. Doris Kunstmann, die mich interessiert, auch wenn ich nicht weiß warum. (Auch wenn man die beiden wirklich nicht in einem Atemzug nennen sollte.) Ich hab sogar mal versucht, ein Buch von Frau Lessing zu lesen, nur weil die auch Doris mit Vornamen heißt. Tsk.
Hier soll es aber um Schinkendoris gehen, die meine sozusagen älteste Freundin ist. Insofern, als daß ich am ersten Schultag, angetan von ihrem süßen Äußeren, den langen braunen Haaren und den brauen Augen, beim Kampf um die Sitzplätze im Klassenraum den Platz neben ihr ergatterte, worauf sie heftig zu heulen begann, sie wollte natürlich nicht neben einem Jungen sitzen.
Schinkendoris wurde ihr Name, weil sie sich so sehr vor Schinken ekelte. Was zur Folge hatte, daß ich in der großen Pause gar lustige Hetzjagden mit ihr veranstaltete, ich mit meinem Schinkenpausenbrot, sie kreischend vornedran.
Ja, ich war ein wirklch ekelhaftes Kind.
Trotzdem wurden und blieben wir Freunde. Doris sprach immer mit atemloser, hoher, fast marilynesker Stimme, sie war immer schüchtern, empfindlich, zierlich, verletzt, ohne daß man wußte warum. Der Vater schwerer Alkoholiker, die Mutter sehr eindrucksvoll, mit ihrem dunkelschwarzen Beehive und den Kajal, den sie sich seit den 60ern bewahrt hatte.
Später dann, sie hieß dann nur noch Doris (ohne Schinken) hatte sie langjährige Beziehungen, lebte noch im Schulort und wurde so zu einer Art Heimatposten für mich. Bei den Besuchen ein- oder zweimal im Jahr sah man mehr, als sie selber sehen konnte. Sie bekam Schilddrüsenprobleme, später Epilepsie.
Repression macht krank, besonders Eigenrepression, würde ein Therapeut sagen.
Sie wurde ihrem Partner gegenüber unberechenbar, ohne daß der wußte warum.
Wer nie gelernt hat, sich zu streiten, zu seinem eigenen Willen zu stehen und Wünsche durchzusetzen, der kann nicht kämpfen, nicht absehen, wohin man schlagen darf und wie fest.
Nicht schön, wenn man nach einen epileptischen Anfall ein, zwei Tage in der Wohnung liegt, die man alleine bewohnt.
Als die Beziehung gesprengt war, stand sie Anfang 30 da, und hatte nie die Tanzschritte gelernt, die man braucht, wenn man einen Partner sucht. Mit so wenig Selbstbewußstein und einer so gespaltenen Selbstwahrnehmung war es leicht, Opfer diversester fieser und/oder alter Säcke zu werden. Und nein, niemand verdient es, von seinem Partner verprügelt zu werden, egal wofür. Niemals.
Immerhin lernte sie dann bei den Jüngern Oshos ein wenig über die Art und Kraft ihrer Sexualität, was ich zwar zweifelhaft fand, aber was solls, wenn es ihr nur nutzte.
Mittlerweile wohnt sie wieder bei ihren Eltern, hat ihr Lehramtsstudium beendet, Deutsch und Geschichte, ich möchte mir aber nicht vorstellen, wie sie vor eine Klasse tritt. Und wie die sie dann zerfetzt.
Gelegentlich ruft sie mich an, und ich verstehe sie kaum, sie spricht von den Leuten, die behaupten, sie sei eine Schlampe, aber daß sie sich schon rächen werde. Sie spricht von den Intrigen, die den ganzen Landkreis bewegen, und ich kann ihr nicht folgen.
Liebe Doris, heute ist dein Geburtstag, 40 Jahre alt wirst du heute - ich wünsche Dir, daß die zweite Hälfte deines Lebens schöner wird, daß du zu dir findest, einen guten Partner dazu. Glück. Das wünsche ich dir. Du hast es verdient.
Es macht mich sehr traurig, daß man nicht besser aufeinander aufpassen kann, daß man nicht einfach einen Knopf drücken kann, und alles wird gut.
Das nächste mal, wenn einer meiner Assis meckert, wenn ich ihm oder ihr ein extra fieses Projekt auf den Tisch legen, sage ich:
"Moment mal, ich in hier der Arbeitgeber, und du, du bist der Arbeitnehmer. Ich geben, du nehmen.
Noch Fragen?"
(nein, nicht noch ein Beitrag über Charlotte Roch, ich habe der Diskussion nichts hinzuzufügen)
Gestern hab ich mich aus Gründen mit einem Blog eingehend beschäftigt. Gründen, die der Herr Glam zu gegebener Zeit sicher lüften wird.
Jedenfalls, ich habe mich durch den Blog gearbeitet und war höchst enthralled, auch wenn ich nur bis zum September 2007 gekommen bin: Witzig, poignant, auf den Punkt, kurze klare Sätze oder lange Klagen. Mit Person (oder Persona?). Mit Haltung und Meinung, aber komplett trivial.
Und auch und manchmal vor allem: Geniale Kommentatoren, die dem Ganzen etwas dazugeben, und oft den Artikel erst in Schwung bringen. Wie hier z.B. Mr. Glamourdick:
"lumbago hört sich ganz gemein an. wie etwas, was man am ballermann alten frauen als cocktail andrehen würde."
So solls wohl sein, das Bloggen. Ich hab mich amüsiert wie Bolle jüngst zu Pfingsten.
Welcher Blog das war? Jetzt ist die Stelle, wo's peinlich wird: es war dieser.
(Stöckchen von überall, hauptsächlich zur Befriedigung meiner eigenen statistischen Neugier)
Starte Dein iTunes, was sagt die Statistik:
2495Titel, 9,9 GB, 6:14 Tage
Kürzester und längster Track (ohne "Intros"):
"I am not going to apologize for havong a healthy sex life!" Edie aus Desperate Housewives 00:04
Fruitopia (die gesammelten Werbespots dafür von Kate Bush 22:16
Erster und letzter Track (Titelname):
9:00-10:00 - Cora Frost
Pi (also das griechische Zeichen) - Kate Bush
Erster und letzter Interpret:
Aaliyah bis Zweiraumwohnung (nicht repräsentativ)
Erstes und letztes Album (Titel):
Abendstern (Ingrid caven) bis 80er Kult (oops)
Die fünf meistgespielten Tracks:
1. Son of a Preacher Man - Dusty Springfield (Warum auch immer)
2. Beautiful Child - Blow Monkeys (ein Mensch braucht Trost)
3. Just like Heaven - Katie Melua (dito)
4. Filthy/Gorgeous - Scissor Ssters (ein Mensch braucht Inspiration)
5. American Bar - Ingrid Caven (ein Mensch braucht schöne Worte)
Fünf Songs im Partyshuffle (Party-Jukebox):
Habsch nich.
Suche nach folgenden Begriffen - wieviele Songs tauchen als Ergebnis auf?
Sex: 16 (von Essex bis Komplex mit dem Sex)
Death: nur 2x, bin erstaunt
Love: 159 (unproportional zum wahren Leben)
You: 217 (dagegen 614x Me, jaja, das Singleleben)
Home: 20x (auch unproportional zum wahren Leben)
Boy: 78
Girl: 49 (ok, verhältnismäßig)
Black: 10
Red: 54
Gold: 28
Zuerst / Zuletzt hinzugefügt:
Am 3.7.06 hab ich das Ding wohl angelegt, zugefügt wurden wohl als erstes die Bacharach-Sachen von Dionne Warwick und die schlimmsten deutschen Coverversionen.
Zuletzt hinzugefügt:
Interlude - Timi Yuro (weil Morrissey und Souxsie ein ziemlich unwahrscheinliches und peinliches Duett geliefert haben und ich das Original hören wollte)
HAPPY BIRTHDAY, BETTE!
Meine Lieblingsschauspielerin wäre genau heute 100 Jahre alt geworden!
Von der groß-, eigentlich glubschäugigen Debütantin bis zur fast hexenhaften Alterserscheinung war es ein langer harter Ritt. She did it the hard way steht auf ihrem Grabstein.
Und das stimmt. Und das ist es, was sie besonders macht: Da es keine passende Schublade für sie im Hollywood-Olymp gab, schuf sie sich ihre eigene.
Ohne Rücksicht auf Schönheit, Gepflogenheiten, Befindlichkeiten oder gängige passende oder angepaßte Frauenbilder ihrer Zeit schuf sie: Bette Davis.
Die Augen! Schauen Sie sich die Szene in All about Eve an, in der sie erfährt, daß Eve ihre Zweitbesetzung geworden ist. Schauen sie sich im Einzelbildmodus an, wie sie ihre Augen aufreißt und schreit: "Mouse! Never Mouse! If anything: Rat!" Das stellt alle CG-Schlachten von Herr der Ringe in den Schatten.
Das Rauchen! Einfach zu parodieren, viel karikiert. Aber sie ist das Original. Schauen sie sich genau an, wie Bette sich eine Zigarette anzündet, wie sie schaut. Mit Paul Henreid in Now Voyager, die Frühstückszigarette in All about Eve, die Krückenzigarette in Wicked Stepmother.
Arm anwinkeln, und die Zigarette in kreisenden Bewegungen zum Mund führen. Inhalieren, als ob es kein morgen gibt. In einem heftigen Stoß ausatmen.
Die Körperlichkeit: kein Sexsymbol, kein Starlet, kein Bikinimodel. Der Körper eine Waffe, ein gefangenes Raubtier. In den frühen, rückenfreien Filmen: der Körper eine Horizontale, immer bereit wie eine Schlange hervorzuschnellen.
In The Star, in All about Eve, in Whatever happened to Baby Jane: eine Waffe. Niemand würde sich jemals trauen, Bette Davis die Handtasche zu klauen.
When she's mad, she's all over the place. Nobodys better than Bette when she's bad, ein Filmslogan.
Die Stimme: Der Legende nach war ihre Stimme zu hoch und zu dünn für ihren Beruf, also fing sie zu rauchen an und trank Whiskey. Das glaube ich zwar nicht, aber es gefällt mir. Ich mag meine verrauchte Stimme.
Gut, das mit dem Singen ist nur etwas für Hardcore-Bette-Fans. Aber dann kann es sehr anrührend sein.
Nachdem sie in den 30ern und 40ern eine der erfolgeichsten und ikonischsten Leading Ladys war, traf sie das Middle Age sehr heftig, persönlich und auch karrieretechnisch.
Man schrieb zu Dead Ringer: Bette Davis looks like a gunnysack of galoshes (wie ein Sack voll Gummistiefel).
Hat man jemals so etwas über John Wayne geschrieben, nur weil er älter und dicker wurde? Hätte man jemals?
Im Alter eröffnete sie nicht nur für sich selbst, sondern für alle alternden Schauspielerinnen ein neues Genre: Horrorqueen. Whatever happened to Baby Jane ist einer der Pioniere des Genres, gefolgt von Hush Hush Sweet Charlotte.
Einer Kultur, die für alternde Frauen nur die Rolle der Mutter oder Großmutter bietet, hielt Bette Davis das groteske Spiegelbild entgegen, das für Frauen übrig blieb, wenn sie sich dem nicht beugen wollten, eine eigene Persönlichkeit und eigene Vorstellungen haben, Verletzungen und enttäuschte Sehnsüchte und Träume nicht hinterm Herd verstecken wollen: das Monster, die Irre, die Mörderin, die Hexe.
Das erzählt mehr über die Gesellschaft der 60er und 70er als über Bette. Aber sie ist die Ikone dessen geworden und war sich dafür nicht zu schade.
Zum Weinen ihr letzter Film, Wicked Stepmother, aus dem sie mitten in den Dreharbeiten ausstieg, weil es so ein Schrott war. Der Film wurde dennoch fertiggestellt, die wenigen Szenen von Bette eingebaut. Nach einem Schlaganfall noch weitgehend bewegungsunfähig, mit grausiger roter Perücke, abgemagert bis auf die Knochen, läßt sie immer noch knarzend ihre Oneliner los, während sie sich mit der einen Hand an Möbeln und mit der anderen an einer Zigarette festhält.
Das ist traurig, das ist unwürdig. Aber, wenn Bette trotz ihres Zustands drehen will, dann tat sie es. Es hat sie noch nie sehr gekümmert, was die Menschen von ihr sehen wollten. Sie hat immer ihren eigenen Begriff von Würde verfolgt.
Als Margo Channing in All about Eve:
"Margo Channing was not a bitch. She was an actress who was getting older and was not too happy about it. And why should she? Anyone who says that life begins at forty is full of it. As people get older their bodies begin to decay. They get sick. They forget things. What's good about that?"
Bette Davis, we love you!
Because you're bitter, because it's your heart, because you're wild because you're (head)strong - we love you.
Eine wunderschöne Würdigung findet sich auch hier bei Sunset Gun
Warum machen Sie sich nicht einfach einen schönen Sonntagabend bei Youtube mit Miss Bette Davis!?
Es gibt Menschen,
die kann man nicht ausstehen,
schon wie sie aussehen:
Sie liegen uns nicht!
Es gibt Menschen,
die kann man nicht ausstehen,
schon wenn sie reinkommen,
möchte man rausgehen (...)
Ein großes Hallo an den unbekannten Texter von Milvas "Ein kurzer Blick"!
Leider ist der Rest vom Song sehr versöhnlich. Man sollte ein neues Lied ohne falschen Friedensschluß mit dem Refrain schreiben. Oder T-Shirts bedrucken.
Edit: Ich habe einen neuen Titel dafür gefunden:
"Du erinnerst mich an Hiebe" von Dich & Mich