Mittwoch, 9. September 2009

Verehrt

Bei Gayromeo habe ich ja einen Dauerverehrer, ach eigentlich ist es längst schon viel mehr, was Festes, so regelmäßig wie er mein Profil besucht und mich mit den schönsten Tapsen bedenkt. Beständigkeit und Ausdauer sind eben auch tolle Charakterzüge.
Sein Name ist "Aksel", und er hat nicht mehr so viele Haare, dafür sind sie sehr dünn und er trägt sie lang, bis auf die kahlen Stellen, da nicht. Er wohnt in einem fernöstlichen Berliner Bezirk und zeigt sich gerne spindeldürr und nackt bis auf die geländegängigen Sandalen in dem Haufen Messiemüll, in dem er anscheinend wohnt, wenn er nicht gerade FKK am Müggelsee macht oder ein lecker Bierchen in der Besenkammer am Alex bei Freunden und guter Musik genießt.
Aksel verwendet den Deppenapostophen so konsequent, daß es verwundert, daß er ihn nicht auch in seinem Namen untergbracht hat. Er ist wohl gerne aktiv und sucht als Gegenpart knuddelige Passivbärchen, seine Wortwahl, und das meint er an mir gefunden zu haben. Bjäch.
Und weil im Leben alles oft so schwer und verwirrend ist, engagiert er sich in einem östlichen schwulen Kirchenverein, was ihm sicher auch die Kraft gibt, sein Profil mit vielen schönen Piktogrammen aus Tastaturzeichen zu verschönern.

Ich weiß gar nicht, warum ich mich dauernd beschwere. Im Grunde hab ich doch alles.

Dienstag, 8. September 2009

Elektrolytverlust

Aua aua aua, dabei wars doch so ein reizender Abend mit dem Herrn Spango und Glammie, aber der letzte Wodka-Cranberry war dann wohl doch einer zu viel.
Es ist schon ein Verbrechen, daß Herr Spango so geizig mit sich umgeht und seine Weltsicht schon länger nicht mehr verbloggt (er hat Besserung versprochen), und außerdem mir nicht sein Herz, seinen Geist und seinen Körper schenkt (keine Besserung in Sicht).
Immerhin habe ich ihm ganz brachial gestanden, daß ich ihn vom Fleck weg heiraten würde, so hab ich das wenigstens aus dem System. Neben einigen anscheinend lebenswichtigen Elektrolyten, die fehlen. Aua aua aua.

Montag, 7. September 2009

Experiment geglückt

Es war eine schöne Zeit - vielen Dank, ihr Lieben, für die wunderbare Gesellschaft!
Mit bis zu 6 höchst individuellen Individuen in einem Haus könnte es auch schwierig werden, wurde es aber nicht. Na gut, für die betreute Alters-WG werden wir wohl doch ein größeres Haus brauchen.
Wetter von allen Sorten, sogar anderthalb richtige Hochsommertage haben wir noch abgreifen können am Strand, und an den anderen wurde eben was übergezogen für die Strandspaziergänge, oder sich verkrochen hinterm Windschutz, und die richtig windigen Tage waren super für Drachen steigen lassen, eine richtig schöne Wiederentdeckung. Zwei Drachen habe ich allein verschlissen.

Was gibt es eigentlich schöneres, als von Freunden unglaublich lecker bekocht zu werden? Und das mehrmals am Tag, manchmal? Mit meiner zurückhaltenden Art habe ich es sogar geschafft, nur einmal ein Kartoffelpüree beisteuern zu müssen, ansonsten: Schlaraffenland!

Die Nachtspaziergänge á deux, einmal sogar bei Vollmond, das andere Mal mit den Füßen im nachtwarmen Meer, werden mir lange in Erinnerung bleiben. Und natürlich die Spieleabende, mit Wizard of Oz-Monopoly, Zettel an' Kopp und selbstverständlich Charade. Versuchen Sie mal "Aromastoff" darzustellen, und das mit Umweg über windschutzscheibenputzende rumänische Einsatztruppen!
(Und beim Badminton habe ich (ich!) alle in die Tasche gesteckt, muß ja auch mal gesagt werden...)

Foto0071

Samstag, 5. September 2009

Zurück

Und das war nur der Blick vom Esszimmer aus:

so-u2

Total scheiße, oder?

Samstag, 29. August 2009

Wenn ich das Meer seh'

brauch ich kein' See mehr!

(Jedenfalls für die nächsten sieben Tage, und vom Haus aus sieht man auf der einen Seite Meer, auf der anderen Bodden, also See, man kann also doch beides haben!)

Ich wünsche Ihnen eine wunderbare Zeit, liebe Kollegen, und bin gespannt, wie eine ganze Woche offline leben so kommt.
Godspeed!

Donnerstag, 27. August 2009

Haus am Ende der Welt

Es war auf der Rückfahrt nach dem mühsam überlebten Weihnachten, dem ersten im Kreis der Familie ohne meine Mutter, daß ich die Idee hatte. Ach was, es war keine Idee, es war ein Bild, was ich hatte:

Ein großes Haus am Meer, für zwei Wochen im Sommer, ich darin, und alle meine Lieben können mich besuchen, wenn sie wollen. So eine Art Home at the End of the World mit ein bißchen Brothers and Sisters. (Wobei, mit dem Vergleich schieß ich mir jetzt selbst ins Knie, so zwischen Colin Farrell und Sally Fields fällt die Zuordnung dann doch leider leicht, dabei hab ich doch einen eher kleinen Mund...)

Nun gut, es wurde nur eine Woche, und auch nicht Kalifornien oder New England, sondern Ostsee, aber dafür steht das Haus nicht hinter den Dünen sondern OBENDRAUF! Mit einem unendlichen Strand direkt darunter.

duene4

Auch Colin Farrell wird nicht da sein, aber dafür beehren mich insgesamt sieben meiner liebsten Menschen dort und ich bin sehr sehr gespannt, was die Woche so bringen wird. Noch 2 Arbeitstage zu überleben!

seeseitezimmer

Montag, 24. August 2009

... not yet saved

Es geht mir schon ein paar Wochen so, obwohl der Sommer in voller Blüte tobt. Gut, mittlerweile mischt sich ein kleiner Whiff Herbst dazu, in den Abenden, die kühler sind, in den Blättern und an der merklich schräger stehenden Sonne auf dem See:
The Summer has ended and we are not yet saved!

Es ist viel passiert mit mir seit April, viel Gutes, vieles in Bewegung, manch alte Schnur durchschnitten, manch Ahnung von Anfang, und da ginge noch was. Jetzt huscht schon leise der Herbst herein, auf Zehenspitzen, und wenns nur in meiner internen Wahrnehmung ist - bei 26° sitze ich hier mit eiskalten Füßen und dabei bin ich doch noch gar nicht bereit, ich brauche noch zwei Monate Sommer, um zu festigen, um weiter zu kommen.
So langsam kommen die Kunden aus den Sommerpausen zurück, und der Großkonzern droht den Saft abzudrehen. Interessiert mich doch alles nicht, ich will weiter nach mir schauen, weiterkommen, was erreichen, bevor es Winter wird und jede Bewegung schwer fällt!

Samstag, 22. August 2009

Twenty Years - Hälfte des (bisherigen) Lebens

Give me your tired, your poor,
Your huddled masses yearning to breathe free,
The wretched refuse of your teeming shore;
Send these, the homeless, tempest-tost to me,
I lift my lamp beside the golden door!
Aufschrift der Statue of Liberty


Fast wäre es untergegangen, aber Mitte März waren es genau 20 Jahre, daß ich nach Berlin gezogen bin, ach was: ausgewandert, die Hälfte des Lebens, und das war mit Sicherheit der größte Sprung, den ich in meinem Leben gemacht habe.

"Take me away from all this Death" wünschte sich Mina von Dracula in Coppolas Verfilmung, und war bereit, dies mit ihrem Leben zu bezahlen.
Meins wollte ich ebenfalls einsetzen, und zwar voll und ganz, nach all den Jahren des Sterbens, der Enge, der Sozialkontrolle, und der unerträglichen Mutter-Sohn-Verbindung. Allerdings zum Leben, Lieben, Lachen, Frei Sein. Berlin hat mein Leben gerettet, noch ein Jahr da unten, ich hätte mich umgebracht.
Das Richtigste, was ich in meinem Leben jemals gemacht habe, niemals bereut.
Als schwarz gefärbter Sonderling stieg ich in den Umzugswagen, ein alter Transit übrigens für den Transit, und kam als geouteter Schwuler, bald weißblond, in der Stadt an.
Das erste gute halbe Jahr vor Mauerfall, das sich anfühlt wie 3 Jahre, so voll von Erleben, geschlafen wurde nicht, Tag und Nacht die Stadt bis in die hintersten Ecken erkundet, so voller Lebenshunger, damals.
Die Monate sehr bald nach Maueröffnung, als ich im besetzten Haus in Mitte zu tun hatte und ein ganz anderes Berlin kennen lernte.
Die erste Wohnung in Moabit, 1. Stock, 2. Hinterhof, Nordseite, aber immerhin ein geparktes Schiff vorm Küchenfenster, die Tür war polizeilich verriegelt gewesen , der Stromzähler ausgebaut, von wo ich dem abwesenden Hauptmieter seltsame Telefonbotschaften übermittelte. Später fand ich heraus daß er zum RAF-Sympathisantenkreis gehörte. Dann die Wohnung teilen mit zwei jüdischen Schwestern aus Budapest, eine kulturelle und politische Konfrontation.

An der Uni, zwar eigentlich nur pro forma eingeschrieben, dennoch drei Dozenten gefunden, die mich erkannten und förderten, unbedankt von mir, leider, liebe A.v.D, lieber Prof. D., lieber Prof. H. Ohne die hätte ich mit Scherheit keinen M.A., wozu auch immer der gut ist.

Aber vor allem an der Uni einen riesigen Schatz gehoben: Im April jährte sich meine Liebe und Freundschaft zum Glam auch zum 20sten Mal.

Die erste schwule WG zu dritt, bald zu zweit, in Kreuzberg in der wunderschönen Altbauwohnung in der Muskauer, leider nur mit Nordbalkon, aber. Überhaupt bisher nur zwei Mal umgezogen (ich bin eine Immobilie), immer mit dem Mitbewohner, der längst ein Bruder ist, eine lange Strecke mit vielen Biegungen, Abhängen und Kurven.
Das leerstehende Mittelzimmer, immer Raum für Gäste, Freunde, Fremde und alles dazischen. Einen Raum für Gäste vermisse ich heute. Absurd, wo wir doch heute 50 qm mehr haben als früher.

Meine 15 Minuten Berühmtsein, damals, als Engel, und die Feststellung: Gestorben wird immer. Eben dem Gebeinhaus entkommen, hier dann eine lebensbejahende Kultur im Umgang mit dem Sterben (an Aids) gefunden. Wenn man umzieht, nimmt man doch immer sich und seine Themen mit. Aber mit der Umgebung ändert sich der Umgang damit.

Die Männer, C., mein erster, der mich nicht nur in die Uni einführte, B. brachte mir Kreuzberg und Brandenburg per Rad bei, H. trug mich drei Jahre auf Händen, bis er es nicht mehr aushielt, U. für genußreiche, emotional teuer bezahlte Jahre, P. für die vielleicht reifste und schönste Beziehung. Und all die One-Night-Stands, Affären und Affärchen, Sexdates, oder auch Sex-ohne-Dates. Das Thema hat sich leider etwas verloren in den letzten Jahren.

Eine Karriere, zufällig, ungeplant, wenn auch nicht unverdient. Immerhin, ein Geschenk, ein Reichtum, eine kleine Welt nach eigenen Maßstäben gestalten zu dürfen, wenn auch manchmal verdammt schwer zu tragen und zu schützen, was mich um ein Haar einmal das Leben gekostet hätte.

Hat Berlin mich glücklich gemacht? Manchmal, ja. Manchmal, unglücklich. Oder war ich das selber?
Zumindest hat es mir alle möglichen Chancen und Gelegenheitengeboten, und im Grunde, nicht mal dafür ist so eine Stadt eigentlich zuständig.

(Inspririert durch Glammies 20-Jahre-Berlin-Beitrag vom Letzten Jahr.

Mittwoch, 19. August 2009

Late Night, Maudlin Street

Gestern Abend einen größeren Anfall der Rührseligkeiten gehabt, so mit Trauer um Vergangenes, und Sorgen um das Kommende, uferlos, und sinnlos. Ich bin froh, das nicht verbloggt zu haben, denn heut gehts ja schon fast wieder.
Jedenfalls, Sorgen um die Zukunft muß man sich eigentlich nicht machen, man kann ja immer noch mit allem spielen, was so bleibt, wie die Dame hier: It's a Candy Bra! Have a ball!

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Nein, ich meinte doch, seit diesem Posting wieder etwas...
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Treue Seele. Ich hoffe, es geht Ihnen wieder besser.
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luckystrike - 2013/03/17 18:04

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