Mittwoch, 11. Mai 2011

Eurovision und Einwanderer?

Ja, ich gebe es zu, ich habe den ersten Vorentscheid geschaut. Ich schäme mich auch, aber ich muß einfach, es muß in meinen Genen sein, ich brauche das, schlechte Musik und grelle Optik und Länder gegeneinander, wenigstens einmal im Jahr. Andere brauchen ja auch Weihnachten oder Karneval, also!

Soweit so gut, eine herrlich blöde Show mit den üblichen mehr oder weniger billigen und abgehalfterten SängerInnen, Musik, wie man sie nicht mal als Bückware im Ein-Euro-Shop kaufen würde, und Anke Engelke und Judith Rakers haben auch einen guten Job getan, wenn auch in seltsamer Garderobe. Und von dem Typen mit den 158 Zähnen will ich schweigen. Es gab ja immerhin einen halbstündigen Tonausfall in den Kommentatorenkabinen als größere Katastrophe zum Ablenken.

Ein Ritus der Eurovison sind ja immer die ziemlich überflüssigen Einspielfilmchen vor den Liedbeiträgen der Länder. Immer ganz niedlich, und immer ganz egal. Eine süße Idee, Deutschland als ausländerfreundliches Land darzustellen, porträtiert wurden immer ein paar Menschen aus dem Land, welches gleich auftritt, wie sie in Deutschland leben und irgendwas an Sehenswürdigkeiten unternehmen und wie sie dabei ihr Herz schlagen hören, der finnische Cellist bei den Berliner Philharmonikern, ein türkischer Kunsthistoriker im Dresdner Zwinger, zwei aserbeidschanische Frauen bei Straßenmusikern, ein polnisches Pärchen in der Wuppertaler Schwebebahn, 3 georgische Kinder auf einem Spielplatz und... MOMENT!
Müssen die armen Kinder und die beiden aserbeidschaischen Frauen jetzt Angst haben, daß die Ausländerpolizei die Tür eintritt? Müssen sie deportiert werden? Wie kommen sie her, und dürfen sie das? Die Ausländergesetze sind nämlich überhaupt nicht freundlich in diesem unsern Schland, wie wir besipielsweise bei der Deportation unserer lieben ehemaligen georgischen Kollegin Salome vor vier Jahren erfahren haben. Ohne Visum ist nix mit Deutschland, und das gibts nicht einfach so für jeden. Selbst von innerhalb der EU sind Bürger bestimmter Länder hier nicht gern gesehen.

Und so hat mich eine an sich nette Idee unfaßbar wütend gemacht mit ihrer unverschämten Verlogenheit.

Auch peinlich die Gleichschaltung unserer (angeblichen) Kollegen vom Qualitätsjournalismus: Morgenpost, Berliner Zeitung und Süddeutschen bringen ganz nonchalant die identischen Artikel, wenn auch unter verschiedenen Titeln - Gleichschaltung aus Gleichgültigkeit? Was ist so teuer dran, wenigstens einen Praktikanten vor den Fernseher zu setzen, oder wenn es eben nicht interessiert, das Ganze einfach zu ignorieren?

Dienstag, 10. Mai 2011

Mange Tout!

Na, auch Ihre Pubertät in den frühen Achtzigern gehabt und wenn sie so richtig schönen Elektropop hören, wenn das so richtig schön britzelt und frickelt und brummst, setzen sich Ihre Hormone in Bewegung?

Können Sie sich denn noch an Blancmange erinnern? Das war ein Duo, vielleicht am ehesten vergleichbar mit Yazoo, welches nie den Ruhm von Depeche Mode oder Human League erreichte, dafür aber die wesentlich interessantere Musik machte, knochentrockene Elektronik mit indischen Einschlägen, und dazu hat der Sänger auch noch diese mächtig sexy Stimme. Überhaupt fand ich den damals unglaublich sexy, besonders die kleine Narbe über seinem Mund. Hits damals waren Don't Tell Me, Blind Vision und das ABBA-Cover The Day before You Came. Die sich ganz gut gehalten haben über die Jahre.

Jedenfalls, 25 Jahre nach Auflösung haben sie wie fast alle Bands dieser Zeit ein neues Album herausgebracht, und das höre ich seitdem rauf und runter und runter und rauf - es macht gute Laune, hibbelig und es ist perfekt - es hat alles, was ich an Blancmange schon immer toll fand und sonst nirgendwo gekriegt habe, aber es ist: modern, zeitgemäß produziert - und sexy. Ein perfektes Comeback ohne jede rührselige Peinlichkeit. Hören Sie ruhig mal rein, hier The Western:

The Western by blancmange
Oder hier das Video von Drive Me:


Drive Me

Blancmange | Myspace Music Videos


Blancmange!

Dienstag, 3. Mai 2011

He had it coming

Gestern jemand gefeuert. Hat Spaß gemacht. Wegen Letzterem ein wenig schlechtes Gewissen.

Mittwoch, 27. April 2011

When the Hurlyburly's Done

"Lucky," fragt die Modeste ganz interessiert, "nun haben wir uns ganz lange nicht gesehen, wie gehts, was hast du erlebt?"
Im Üblichen bekomme ich bei solchen Fragen eine nicht kleine Panik, denn mir geht es meist nicht, dieser Tage, erlebt habe ich nichts, was erzählenswert wäre, kein großes Glück und keine Katastrophen, ich segel mich halt so dadurch. Freue mich, daß Frühling ist und der Winter wieder mal überlebt.
Diesmal aber breitet sich ein gewisses Wohlgefühl statt Scham aus, als ich sage "Nichts, meine Liebe, ich habe rein gar nichts zu berichten."
(Sie als Leser habens ja auch schon längst gemerkt.)

Aber dann gestern das Gewitter, oder besser: die Gewitter, rundum, 360°, wie Hexenkegeln liegt es über der Stadt und dröhnt und blitzt, der Regen prasselt wie Weltuntergang, dann wieder nur ein leiseres Grummeln, bis der nächste Blitz alles wieder von vorne losrüttelt.
Berlin im Licht! (Da kann dieses kitschige "Festival of Light" aber dermaßen kacken gehen...!)
Auf dem Weg nach Hause, bis in den Kern wachgeruckelt, in der schwer feuchten Luft und im zarten warmen Regen, möchte ich mir das nasse Hemd vom Leib reißen, um all das da aufzunehmen, eins zu werden, wie damals an dem Sommerabend, als ich den H. kennenlernte.
Aber ach, alles was die Leute auf der Schlesischen, die mich so schon seltsam genug anguckten, wie sie sich unter den Markisen durchdrückten, gesehen hätten, wäre ein dicklicher mittelalter Mann mit irrem Blick mit leichter Schieflage aufgrund Hexenschusses auf dem Weg nach Hause von der Abeit gewesen.

Montag, 18. April 2011

Zarteste Versuchungen

1. b(...) 18. Apr. 2011 - 11:11
hi, finde Dich sehr sympathisch. Wie gehts? Hab noch kein Pic da ich bei Romeo neu bin, kommt aber später. Können wir viell.zusammen Kaffee/Bier trinken gehen?
LG
I.
2. l(...) 18. Apr. 2011 - 11:17
Hallo & guten Morgen!
Dann würde ich vorschlagen, meld dich doch einfach nochmal, wenn du Pics hast, und dann schauen wir weiter, denn Blind Dates sind nicht mein Ding.
Beste Grüße
L.
3. b(...) 18. Apr. 2011 - 11:20
richtig. Steh ich auch nicht drauf. Bis bald.

w(...) 18 April 2011 12:11
hi there-
interviewing 4 a job in a few weeks in potsdam - can u tell me a little info about the place?
A.
if i get the job maybe we can hook up n play!

l(...) 18 April 2011 12:14
hey, no i hardly know anything about potsdam - maybe you should ask someone who lives there?

Sachma, bin ick jetzt blöde oder alle anderen?
(Und zu allem Überfluß hat mir mein Dauerverehrer Wikinger, dessen Profilbild ihn mit üppigen langen blonden Haaren unter üppiger Glatze vor einer Tafel mit dem Worten "Netzwerk" und "Frauen" zeigt, wie immer zu Wochenbeginn eine Taps "Geiler Arsch" geschickt. Laut seiner Headline mag er allerdings pralle Hintern auch besonders. Ürgs.

Wenn ich nicht schon abstinent wäre, würde ich es werden.

Samstag, 16. April 2011

Landpartie

So, die Herrschaften, ich mach mich jetzt mal auf aufs Land, ein kurzes Wochenende in der Schorfheide (ja, die heißt wirklich so)
Und das nicht in Verbindung mit dem letzten Beitrag, von wegen Frauenknappheit im Berliner Umland und Versuch macht kluch, nein nein, ich fahre auf einen kleinen Bauernhof, wo es Ziegen, Lämmer, Gänse, Hühner, alternde Transvestiten und viele andere Tierchen und Freunde und Bekannte gibt.
Ihnen auch ein frühlingshaftes Wochenende, wahlweise mit oder ohne Tiere oder alternde Transvestiten!

Freitag, 15. April 2011

Sour Times

Und wenn Sie dachten, daß 5 Jahre 2 Monate und 3 Wochen eine furchtbar lange Zeit sind, dann versuchen Sie es mal mit 11 Jahren, 2 Monaten und 3 Wochen.
(Ich hatte mich übrigens damals verrechnet, es waren 6 Jahre und so weiter. Aber da kommts dann auch nicht mehr drauf an.)
Ach.

Donnerstag, 14. April 2011

Klug scheißen

Seit ein paar Tagen liegt die Norton Anthology of Poetry im Bad neben dem Klo, und so gibt es jeden Morgen ein paar Minuten erlesenste Lyrik, momentan wate ich zeilenweise durch Eliots Wasteland - herrlich, das.
Lyrik übrigens immer am besten laut lesen. Vielleicht außer, wenn Sie in der U-Bahn sind.

Montag, 11. April 2011

Slightly mysterious Scratches oder: Hauen und Stechen

Wenn sie mich heute sehen sollten: Nein, ich habe kein ausgiebiges SM-Wochenende gehabt, ich habe mich auch nicht selbst stranguliert oder mit Ritzen angefangen, ich habe nur fast alle meine Zimmerpflanzen abgewaschen und umgetopft. Da sind einige Riesenkadaver dabei, war also kein leichtes Unterfangen.
Aber daß die Biester sich noch wehren, beißen, kratzen und um sich schlagen, das ist doch wirklich nicht nachvollziehbar.
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the sacred and the profane

So viel Rauch, so wenig Feuer?

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marco (Gast) - 2014/08/17 11:11
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Ich liebe Tango. Bzw. ich liebe Lateinamerikanische...
Sepp (Gast) - 2013/12/13 15:12
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Liebe Herrschaften und Herrschaftinnen, Sie müßten...
luckystrike - 2013/03/23 21:30
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Naja, wie alle halt ich diese weiße kalte Hölle nicht...
luckystrike - 2013/03/23 19:55
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Nein, ich meinte doch, seit diesem Posting wieder etwas...
arboretum - 2013/03/23 19:21
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Klar gehts besser. Aber ein bissel Trauer für Mogli...
luckystrike - 2013/03/22 20:54
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Treue Seele. Ich hoffe, es geht Ihnen wieder besser.
arboretum - 2013/03/20 18:16
Tränen für Mogli
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luckystrike - 2013/03/17 18:04

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