Montag, 11. Februar 2013

Ratz-Fatz weg

Ich kann mich nur selbst zitieren. Alles gesagt.
Allerdings, vielleicht hätte ich gerne noch ein paar jahre gesehen, wie sie ihn halbtot im Papamobil herumfahren, das fand ich ja in meiner mir eigenen Gehässigkeit beim letzten schon recht lustig, so muppets-mäßig, und dabei habe ich durchaus Respekt und Ehrfurcht vor dem Alter und seinen Gebrechen, wenn sie sich nichts anmaßen.

Ich hoffe sehr, daß jetzt kein scheinbar modernerer "Menschenfischer" (so nennen die das im Ernst) kommt, mir war es sehr recht, daß die Menschen massenhaft aus den Kirchen austreten, und hier und da sogar jemand aus der Politik wach wurde und laut STOP sagte. Trennung Staat-Kirche jetzt, und Kirche auf Achtung und Einhaltung der im Grundgesetz verankerten fundamentalen Menschenrecht festnageln, was gibt es da zu diskutieren? Punkte Diskriminierung, Arbeitsrecht, Recht auf Unversehrtheit von Körper und Seele?
Pfarrer sind Bürger dieses Staates und damit sind unsere Gesetze auch direkt für sie gültig, und da kann nicht der Chef der Firma, für die sie arbeiten, dazwischengrätschen, und sagen, wir regeln das erstmal intern, und wenn wir nicht klarkommen, melden wir uns vielleicht. Was gibt es da zu diskutieren? Frau Justizministerin? Zugegeben, der Papst hat klare Worte dafür gefunden, aber die Taten, die Taten?

Und ja, ich war mal katholisch, sehr sogar, sogar Meßdiener, haben Sie's erahnt? Sorry, ich krieg da immer Schaum vorm Mund. Und es bereitet mir richtig Genugtuung, daß Presse und Fernsehen durchaus deutlich den Scherbenhaufen beleuchtet, den dieser Extremist da hinterlassen hat.

(Und Zollitsch, nice trick, im heute Spezial, als die kritischen Nachfragen kamen und auf einmal die Audioverbindung auszufallen schien - nice trick, but old trick. Das kennen wir aus dem Callcenter seit 100 Jahren.)

Dienstag, 5. Februar 2013

Going Places - and Stories

Liebe Herrschaften,
schauen Sie sich doch bitte mal dieses wunderbare neue Projekt an: Stories & Places, eine wunderbare Idee von Miz Kitty und ihrem Grafen.
Geradezu genial, diese Idee, und das erkennt man daran, daß man sich wundert, daß es das nicht schon lange gibt, so naheliegend, wie es ist, und weil es so einen Spaß macht.

Es gitb eine Weltkarte, und darauf setzt man einen Marker und verlinkt diesen mit einer Geschichte, die etwas mit dem Ort zu tun hat. Weitere Vorgaben gibt es nicht, außer daß allzu erkenntlich kommerzielle Portale und Schreiber außen vor bleiben sollen.

Und es macht sowohl Spaß, herumzustöbern auf der Welt, welche Geschichten es gibt, und auch vor allem, wo es noch keine gibt, was einen dann anspornt, den eigenen Blog zu durchforsten und beizutragen. Schließlich hat ja fast jede Geschichte einen Ort, und ich muß mich sehr beherrschen, nicht ein paar Tausend Marker auf die ungefähre geografische Stelle der Karte zu setzen, wo sich das Dreieck zwischen meinem Sofa, Bad und Küche befindet.

Erst ein paar Tage am Start, gibt es schon 680 (!) Beiträge, was ein Wahnsinn! Und da sehe ich dann auch die erste Herausforderung an die beiden Macher, daß es nämlich jetzt schon ein wenig unübersichtlich wird - macht es Sinn, neben dem Stöbern, was ja der Hauptspaß ist, hier auch noch an Gliederung, Kategorisierung, Sortierungsmöglichkeiten, Suchfunktion und vielleicht gar eine Bewertungsmöglichkeit für die eingestellten Texte zu denken? Oder vielleicht eine featured Story pro Tag?
Ich werde es verfolgen, und Stories & Places ungehemmt weiter zumüllen, jedenfalls, Danke Kitty & Graf!

Freitag, 1. Februar 2013

#zuschlag

Hier inmitten der #aufschrei-Diskussion eine herzerfrischende kleine Geschichte, die mir gestern eine Kollegin erzählt hat, zu Ihrer Erbauung und weil ich es so schön finde, daß es einmal in Millionen auch anders gehen kann:

Die jüngere Schwester der Kollegin, nennen wir sie B., nur 1,62 groß, ging eines Abends vor ein paar Wochen im Schnee nach Hause, die Straße menschenleer bis auf 3 Typen, die ihr drei Mann breit auf ihrer Gehwegseite entgegen kamen und keine Anstalten machten, ihr auszuweichen oder sie durchzulassen. B. aber hatte auch keine Lust, um die Typen drumherum zu laufen, also bahnte sie sich ihren Weg zwischen den Typen hindurch.
20 Meter weiter beschlossen die Typen, genau das nicht hinzunehmen - B. hörte durch den Schnee, wie sie sich umdrehten und besonders einer sich ihr von hinten näherte, was ihre Angst und auch ihren Adrenalinspiegel enorm steigerte.
Als der Typ, 1,85 groß, sie von hinten am Schal packte und sie damit zu sich herumdrehte, schlug sie sofort und ohne weitere Umstände zu, kurz und knapp, einmal, zweimal, dreimal, immer in die Fresse.
Womit keiner der 3 Männer nämlich gerechnet hatte, die zierliche B. ist Sportboxerin.
Entsetzt und angeekelt, daß sie nun Blut an der Hand hatte, wischte sie dieses an der Jacke des nunmehr am Boden liegenden Angreifers ab, während seine Kollegen flohen und entsetzt schrien "Paß auf, die Alte ist verrückt! Voll verrückt!"

B. beschloß, der Ornung halber die Sache auf der naheliegenden Polizeistation zu melden, um sich abzusichern und auch, weil sie nicht nur ein wenig erschüttert war, daß sie in ihrer Panik so heftig reagiert hatte.
Eine Anzeige seitens der Männer lag noch nicht vor, also telefonierten die Polizisten nicht nur ein wenig erheitert ob der ungewöhnlichen Sachlage die Krankenhäuser ab, und siehe da, es war ein am Kopf schwer verletzter junger Mann eingeliefert, der seine Verletzungen damit zu erklären versuchte, daß er gegen eine Autotür gelaufen sei. Die Nachfrage, wie er denn dreimal aus verschiedenene Winkeln so heftig gegen eine Autotür laufen konnte, konnte er nicht ausreichend beantworten.

Drei Tage später gab es eine Gegenüberstellung zwecks Identifikation und die junge B. ließ es sich nicht nehmen, ihrem Täter ordentlich die Leviten zu lesen.
Der junge Mann aus Hellersdorf, der seinen Kumpels eigentlich nur eben mal zeigen wollte, wie lang es bei ihm hängt, hat einen Jochbeinbruch sowie weitere schwere Kopfverletzungen und wird trotz Operation zeitlebens durch eine Narbe und ein hängendes Auge an jenen Januarabend im Prenzlauer Berg erinnert werden.

So wie eine weniger wehrhafte oder nicht so unmittelbar reagierende junge Frau sich ihr Leben lang auf andere Art an jenen Januarabend im Prenzlauer Berg erinnern würde.

Samstag, 26. Januar 2013

Alle Jahre wieder

Wow, mein Leben läuft scheints in perfekten Zyklen, was ich jetzt auch nicht bemerkt hätte, wenn ich es nicht hier in meinem eigenen Blog bescheinigt hätte.

So fast eine ganze Woche auf sich selbst geworfen sein, ich sag Ihnen, das ist seltsam, da ist nicht viel und besonders besonders ist es auch nicht. Viel Rauch, wenig Feuer, viel Schleim, wenig Substanz (letzteres könnte aber vorwiegend an der Erkältung liegen, hoffe ich jedenfalls.)
Ebenfalls zyklisch, diese Zeit im Januar ist die Zeit, in der ich dem Dschungelcamp im Prekariatsfernsehen huldige, inklusive den Rest des Abends rumzappen. Für jemanden, der ansonsten fast nie Fernseh-fernsieht, sondern selbst ausgesuchte oder von Glämmie empfohlene Filme und Serien konsumiert, ist das immer ein krasser Skripted-Reality-Check, und nach so ein paar Stunden RTL bis RTL2 und dem Dreck komme ich mir immer vor, als hätte man mir in meine Seele geschissen.

Freitag, 25. Januar 2013

Schwusch

Huppala, schwupps ist so ein Januar vorbei und außer dem Urlaub hab ich noch nix gemerkt vom neuen Jahr.
Kunststück, liege ich doch seit Dienstag flach mit so einer richtigen Männererkältung, und das einzige, was mir tägliche Struktur gibt, ist das Dschungelcamp, und so langsam geht mein Hirn auch ins Leere, genau wie bei den Insassen.

Ich bin übrigens jetzt geswitcht vom bezahlten Blog hier bei Twoday auf die kostenlose Version - das Datenvolumen hab ich eh nie benötigt, aber ich fands angemessen, einen kleinen Beitrag von 3,- pro Monat zu entrichten. Anscheinend wird das aber nicht mehr angeboten, jedenfalls hab ich es nicht finden können, und es sollen jetzt 5,- pro Monat sein, was ich wiederum nicht einsehe, wenn man sich solche Mißstände und den Umgang damit anschaut. Man will hier wohl eh schließen, und aht nur nicht die Ehrlichkeit, den Leuten zu sagen, sie sollen sich was neues suchen. Muß ich mich wohl dann auch mal damit beschäftigen, schade, ich fand es immer recht kommod hier für meine Ansprüche.

Sonntag, 13. Januar 2013

An unexpected Journey

Es fehlte mir heute morgen ziemlich gewaltig, am noch frischen aber hoffnungsvoll blauen Morgen erst einmal um die Finca zu gehen, mit dem ersten Kaffee und den ersten Zichten, um nachzuschauen, ob die Zitronen-, Limetten-, Orangen-, Avocado- und alle sonstigen Bäume die nacht wohl gut überstanden haben, den Berg hinunter übers Meer zu schauen, ob Gran Canaria auch noch da ist (optisch war es jeden Tag ein Stück naher gerückt und ich befürchtete schon Kollision). Es dauert immer etwas, bis ich mich woanders eingelebt habe. und so hätte ich gerne noch ein paar Tage bleiben können, zumal meine Klamotten sich irgendwann in dem Nichtraucherhaus (jaja, ich weiß, Herr Lucky und Nichtraucherhäuder im Winter) selbst so weit gelüftet hatten, daß sie nicht mehr rochen, als sei ich eine Woche lang im Roses versackt.
Eigentlich wollte ich die Finca mit Terrasse überm Meer wieder haben, in der ich vor 2 Jahren mit Frau Koma so glückliche Zeiten hatte, aber die war vergeben, und so buchte ich eine Finca in den Bergen. Ob ich mit meiner Befürchtung, daß es ob der Lage dann dort automatisch kühler sein müßte, recht hatte, oder ob es einfach das Wetter war, ich weiß es nicht, jedenfalls war es die ersten beiden Morgen und Abende arschkalt, und wir waren froh, daß es drinnen Heizung gab. Danach ging es dann besser.

Ein Expermíment, mit dem Neffen zu urlauben, der noch weniger urlaubsgewohnt ist als ich, und auch noch so spontan, aber es war ein doppelter Liebesdienst, für ihn zum 40sten einen Urlaub zu organisieren, und natürlich ganz egoistischerweise für mich selber ja auch.
Und es klappte erstaunlich gut, normalerweise sind die längsten Zeiten, die wir zusammen verbringen, die verhaßten Weihnachtsreisen zur Familie in die Eifel.
Und so ein Ereignis, sich auszuschließen, ein Fenster einwerfen zu müssen, und das dann dem nur mühsam beherrschten José (das Weiß in seinen Augen log nicht) beichten zu müssen, schweißt zusammen.

Ich mag Teneriffa, sicher, es gibt exotischeres und spannenderes und hipperes, aber so viele verschiedene Gegenden innerhalb einer Autostunde bekommt man selten irgendwo, ob es die Strände sind (Familienstrand bei Puerto Cruz, extremwindiger Strand voller Surfer und Kitesurfer bei El Medano, oder mein Lieblingsstrand, El Bollulo bei El Rincon, klein zwischen hohen Klippen mit gewaltigsten Wellen) oder die Gebirge oder die Landschaft - nach einer Inselrundfahrt fühlt man sich wie ein Hobbit auf Reise durch die Mittelerde, vom Auenland im Norden, über krasse Gebirge im Nordosten oder Nordwesten, Wüsten im Süden und letztendlich Mordor am Teide.

Und so ist es genau richtig gewesen für eine Woche Erholung schnappen nach einer krassen Hauptsaison, und um noch ein wenig Sonne und Weitblick zu speichern, um den letzten 6-8 Wochen Berliner Winter noch das Genick zu brechen.
Aber schön ist das grade hier nicht, wie die Sonne eben mit einem Blubbs hinter dem Dach verschwand, und jetzt der Himmel so tief hängt, als wollte er sich auf mich drauf setzen.

Montag, 7. Januar 2013

Draußen vor der Türe

Es scheint Brauchtum zu sein, daß ich in jedem Urlaub auf Teneriffa mindestens einmal ausgesperrt werden muß. Wie vor 2 Jahren mit Frau Koma (ich kann das jetzt nicht verlinken, ich hab Urlaub), als ich sie mit anfangs Steinchen- dann Steinwurf aus dem Bett holen mußte, um mich vor einer Nacht auf der Terrasse zu erretten, so haben wir uns gestern Nacht auf der Terrasse der Finca ausgesperrt, und da ist es abends bitterkalt.
Nach einem vergeblichen, aber komödiantisch hochwertigen Versuch, in Flipflops mit Socken und Schlabberhose und auf Broken Spanish Nachbarn zu finden, die die Telefonnummer von José haben, mußten wir ein Fenster mit einem Stein einschlagen, Neffe und ich. Na super, muy bonito.
Stupidos turistos. Dafür ist heute morgen aber voll Sonne vorm Haus, nachdem ich gestern beim Frühstück fast erfroren wäre.

Samstag, 5. Januar 2013

Zurückschwemmen

Man liest ja heutzutage immer so viel von den tausenden junger Spanier, die rezessionsbedingt nach Deutschland schwemmen, und ich weiß auch, wo die sind, nämlich hier irgendwo zwischen Friedrichshain und Reuterkiez.
Nun kann man denen aber so gar nichts vorwerfen, weil die meist sehr niedlich sind, außer vielleicht, daß sie zu jung sind, und fragen, wo sie waren, als ich in dem Alter war.
Jedenfalls, ab heute wird zurückgeschwemmt, Herr Lucky hält ab heute nachmittag seine bleiche Weihnachtsplautze in die atlantische Sonne irgenwo westlich von Afrika, wenn auch nur für ein Wöchelchen.
Lassen sie es sich auch gutgehen!

Montag, 31. Dezember 2012

Kein Jahresrückblick

Weil, was weiß denn ich, was ich beispielsweise im März so war oder hatte? Gut, ich könnte hier nachlesen, aber das können Sie selber ja auch, so what's the point?
2012 im Großen und Ganzen ein gutes Jahr, stabilisierend für meinen emotionalen Haushalt, und, stellense sich das mal vor, das beste Jahr für die Firma ever!
Weihnachten mal wieder komplett überanstrengend und überflüssig, aber das erzähle ich Ihnen ja auch schon seit Jahren. Plan fürs nächste Weihnachten: vorher einen Kerl ranschaffen, dann hab ich ja auch selber sowas wie Familie und darf dann auch andere Pläne haben. Also auch vor mir selbst jetzt, als Rechtfertigung.
Das Jahr eingeläutet mit ganz großen Glocken gleich am Neujahrstag, und einer ganz großen emotionalen Herausforderung, genau an der Stelle, an der ich am verwundbarsten bin, aber ich hab das ganz gut rumgedreht, bzw. gemeistert. Nein, das müssen Sie jetzt nicht verstehen. Vielleicht erzähle ich es Ihnen mal.
Gestern während des Chats mit einen recht häßlichen Marokkaner, der mich toll fand (ich fand das safe, denn er war ja in Marokko, außer daß sich später rausstellte, daß er bald in Berlin ist) die Gegenfrage auf mein jahre- ach jahrzehntelanges Dilemma bezüglich Partner- und Sexlosigkeit gefunden. Die einfachsten Fragen sind ja praktisch immer die besten Antworten: Ja, warum den eigentlich nicht? Mach doch einfach! Was soll schon passieren?
Und somit hätte man dann auch gleich einen Vorsatz fürs nächste Jahr. Vorsätzlich.
Und Sie, kommse gut rein! Ich wünsche Ihnen ein gloriöses 2013! Glans und Gloria! Für alle!

PS: Und entschuldigen möchte ich mich bei all den lieben und großartigen Menschen, die ich als meine Freunde betrachte, bei denen ich mich aber nie oder viel zu wenig gemeldet habe. Ich weiß sehr zu schätzen, daß ihr nicht aufgebt und gelobe Besserung.
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