Heute 68 Paar Schuhe in Müllbeutel verpackt.
Meine Mutter war sicher keine Imelda Marcos, aber immer auf der Suche nach dem perfekten bequemen, und möglichst auch nicht zu häßlichen Schuh für ihre geschundenen Füße und Knochen - eine Utopie, wie es scheint.
Eine Woche Urlaub im November, und dann nicht in die Sonne flüchten, sondern in das kleine Dorf in der Eifel fahren, das hatte sich vage vorher schon als ziemlich bescheuert angefühlt, aber ich hatte keine Zeit, mit klare Gedanken zu machen, und irgendwie auch Sehnsucht.
Richtig bestätigt wurde ich am Sonntag auf der Autobahn, als ich nach durchzechter Nacht im Glamourdick Mansion nachmittags aufwachte und dachte, heute kannst du eh nix ausrichten, dann kanst du dich auch auf die Autobahn werfen. Um nach Einbruch der Dunkelheit bei Sprühregen übernächtigt und verkxxxatert dreispurig durch Baustellenumleitungen zu gleiten, braucht man Gottvertrauen, oder die Hoffnung jemals anzukommen schwindet rasant. Gottvertrauen habe ich nicht.
Jedenfalls, entgegen aller Wahrscheinlichkeit bin ich angekommen, und das leere Haus hat mich gut aufgenommen, Schwester hält es wirklich gut in Schuß. Jeden Morgen quetscht sich der verheulte Hmmel eine Stunde Sonne ab, wenn ich aufstehe, man gibt sich Mühe hier.
Waffeln von der einen, selbstgezüchtete Eier von der anderen Nachbarin.
Ein nächtlicher Allerheiligen-Besuch auf dem Friedhof, wo sich mittlerweile die Mehrheit der Familie befindet.
Zwei Häuser weiter hat sich ein 82jähriger Mann aufgehängt, in der Scheune, während seine Frau die Tasche fürs Krankenhaus packte. Frisch rasiert hat er sich noch, dann mit seinen Krücken eine Leiter hochgeklettert, sich die vorbereitete Schlinge um den Hals gelegt, und gesprüngen. Er wollte wohl nicht ins Krankenhaus. Überraschend und entsetzlich für die Familie, wohl vorbereitet für ihn.
Gestern angefangen, im Haus zu räumen. Erstmal in der 50er/60er-Stube (wir haben auch ein 70er/80er Wohnzimmer), da zeitlich und emotional am weitesten entfernt. In jedem Zimmer Sediment an Andenken und Tinnef aus der Zeit und Generation, in der es am meisten bewohnt wurde. Hier: 40er bis 60er. Vor meiner Zeit.
In einer Ecke aber der Karton mit bestellten Sämereien 2008. Sommerastern, Buschbohnen, Tagetes, Zucchini wollte sie haben in 2008, aber es kam nicht mehr dazu.
Wenig geweint bisher, es ist wohl an der richtigen Zeit.
So wie's aussieht, war mein letzer guter befriedigender Arschfick (oder überhaupt) anscheinend vor 3 Jahren und einem Tag.
Wenn ich mich auch beim besten Willen nicht mehr dran erinnern kann, wer außer mir noch (offensichtlich) daran beteiligt war.
Kann ich jetzt irgendwo Frührente oder Arbeitunfähigkeit oder Ruhegeld oder irgendwas für meinen Arsch beantragen? Oder Reha? Oder Weiterbildung zur Wiedereingliederung in die (Voll-)Beschäftigung?
...sonst kommen der Glam und ich vorbei und dann wird es Ihnen so ergehen:
Das sieht nicht gut aus und fühlt sich sicher nicht gut an, deshalb, hören Sie auf uns und gönnen Sie sich einen wunderbaren Abend mit einem großen Entertainer - Michael von der Heide, in der Bar jeder Vernunft, noch vom 3.-8.11.
Michi mit Band bietet Pop mit den großartigsten Texten, Deutsch, Französisch und natürlich Schweizer Deutsch, eine unglaublich charmante Mischung in einer kraftvollen Performance - viel zu schade zum Sitzen bleiben, im Grunde. (Und schöner wird er auch noch über die Jahre, unerschämt!) Robbie kann im Grunde zuhause bleiben, aber überzeugen Sie sich doch selbst:
Gehen Sie hin, oder sie werden es bereuen (so oder s.o.)
Puh. Seit Monaten verkrieche ich mich abends mit ein paar DVDs und nem Wein abends aufs Sofa, gerne allein, ganz selten dabei mal (ungern) einsam, aber ich bin vor Langeweile fast dran erstickt.
Dieser Tage aber treffe ich 3-5 mal pro Woche abends Leute, und das ist zwar wunderbar, aber es schafft mich total und komplett.
Ob das wie ein Muskel ist, den man trainieren kann oder muß ich einfach besser rationieren?
So in der Zeit vorm Geburtstag ist für mich immer Nabelschau, ich kann nichts dafür, müssen die Sterne sein, die vorm Eintritt in den Skorpion mal eben noch schmutzige Wäsche waschen wollen, bevor der Skorpion es tut.
Dieses Mal fiel sie relativ gnädig aus, habe ich doch einiges in diesem Jahr verändert oder neu begonnen, und die Veränderungen scheinen belastbarer als ich es dachte.
Und, nicht zuletzt, ich würde, käme denn einer mit interessiertem Blick und nicht zu abartigem Äußeren, zumindest mal hinschauen, und ihn nicht vors Schienbein treten, bespucken und beleidigen, um mich dann auf den nächsten Baum zurückzuziehen. Die mich kennen und dabei beobachtet haben, wissen, wie revolutionär das ist.
Did I tell you I was lying, by the way,
when I said I wanted a new mink coat?
I was just thinking abour something sleek
to wrap around my tender throat!
(Eurythmics)
Happy Birthday, little me!
(und ich finde es ja eine im Grunde doch reizende Geste, daß Robbie extra angeflogen kommt und extra ein Konzert für mich spielt, heute nachmittag. Aber ich zeig ihm die kalte Schulter, phhht! Vor 3 oder 4 Jahren, ja, da hätte das noch was bewirkt, aber er hat seine Chance vertan. Oder er hätte einfach anrufen sollen. So aber: nix is!)