Mittwoch, 14. November 2007

la chanteuse á quatre-vingt ans

Non Monsieur, je n'ai pas vingt ans
Vingt ans, c'est l'âge dur
Ce n'est pas le meilleur des temps
Je sais, je l'ai vécu.


Wer denkt, daß man mit 80 Jahren alt ist, der hätte gestern abend im Admiralspalast da sein sollen, beim Konzert der letzten großen französischen Chanteuse, Juliette Greco.

Juliette Greco, eine Ikone, stilbildend. Schwarz in Kleid und Haar und Lidstrich, intellektueller Gegenpart der meist emotionaleren französischen Sänger und Sängerinnen, jeder hat ein Bild von ihr im Kopf und kennt die Stimme.

Um ehrlich zu sein, bin ich nicht ihr größter Fan und hatte nicht allzu viel erwartet, ein Abschiedsbesuch bei einer erlöschenden Flamme, ein wenig Legendentourismus, Nostalgie am noch lebenden Objekt.

Von wegen! Wer da auf die Bühne trat, war eine kraftvolle, würdevolle, spielbereite und spielwütige Frau auf der Höhe ihrer Kraft und Kunst. Großartig sah sie aus, zeitlos, formidable, alles, aber auf keinen Fall - alt.
Ihre wunderbare tiefe Stimme immer noch absolut voluminös, wenn sie es wollte und brauchte, ansonsten wendig im Ausruck, im Hauchen, Schnurren, Knarzen, Flüstern, Aufstöhnen.

Hervorragend ihre Begleitung, Klavier und Akkordeon, mehr brauchte es nicht. Überhaupt, an diesem Abend wäre jedes Mehr ein Zuviel gewesen, und jedes Weniger ein Zu Wenig, alles auf den Punkt, egal ob Beleuchtung, musikalische Begleitung, Bühnenbild, Auswahl der Chansons.

In über anderthalb Stunden entführte Juliette Greco - ohne Pause - in schätzungsweise 30 Chansons in Ihre Welt, in der die größten Lyriker und Musiker ihr Texte und Melodie auf den Leib schneiderten, oder sie sich andere Chansons gänzlich eigen aneignete.

Jedes Chanson eine Inszenierung, begleitet von großen oder kleinen, erstaunlich anmutigen oder auch dramatischen Gesten, jedes Chanson eine eigene Persona, eine eigene Stimme, mal kleines Mädchen, mal abgeklärte Diva (wunderbar, wie ironisch sie als 80jährige Deshabillez-Moi singt!), mal romantische Schwärmerin, mal Fischweib. Oder auch Mensch im Angesicht des eigenen Todes, als sie mit "J'arrive" dem Programm einen hochdramatischen Schlußpunkt setzt.

Der Saal tobte Ewigkeiten in Standing Ovations, als sie als kleines encore noch "Ne me quitte pas" gab. Kein bettelndes, demütiges, verzweifeltes Chanson hier, sondern eine kurze, knappe selbstbewußte Aufforderung an den Geliebten, seine Optionen zu überdenken.

Mir war aufgefallen, daß Sie den ganzen Abend zwar gestisch und mimisch sehr bewegt, aber immer auf genau demselben Fleck stehengeblieben war, und ich dachte, daß sie dann wohl zumindest nicht mehr so gut zu Fuß sei. Auch hier: von wegen! Als sie auf das Publikum zuging, um sich ihre Rosen und Briefe abzuholen, lüpfte sie die lange schwarze Robe, und es kamen überaus schicke High Heels mit 10-cm-Absätzen hervor!

Ich freue mich auf die Konzerte in den nächsten 10 oder 20 Jahren mit Juliette Greco!

Hier ein wunderbares Interview in der Zeit mit einer hellwachen Juliette Greco.

Montag, 12. November 2007

berlin berlin - nur nicht für alle

Heute gibt Salome ihren Abschied in der Firma. Übermorgen muß sie ausreisen in das Land, das vor 15 Jahren, also vor einem halben Leben, ihre Heimat war, und in dem gerade die korrupte Regierung nicht nur ihre Bevölkerung, sondern auch die Menschenrechte niederknüppelt und mit Füßen tritt.

Was schenkt man jemand, der nur 20 kg Standardfluggepäck zur Verfügung hat, um 15 Jahre Leben in ein fremd gewordenes Land mitzunehmen? Sicherlich keinen dicken Bildband von Berlin.

Wir Kollegen legen zusammen für etwas Luxus, den sie nach Georgien mitnehmen kann.
Dazu dachte ich, eine kleine schaurig-schöne Melange von Berlin-Liedern. Sie wissen schon, Knef, Dietrich, Juhnke, Koffer, Sommersprossen, Gropiuslerchen, mein Berlin, Berlin, aber auch Dickes B oben an der Spree, Fischer Z, Culcha Candela, Nina Hagen und natürlich Ideal. Natürlich überwiegend grauenhaft kitschig und verlogen, das Ganze, sogar die moderneren Sachen. Na vielleicht hilft es ja GEGEN Heimweh. Folklore als zweischneidiges Geschenk, peinlich.

Nicht peinlich dagegen war mir, daß ich bei der Auswahl weinen mußte. Die ungeschickt-peinlich-bieder-verlogenen Huldigungen an Berlin packen mich irgendwo an einem peinlich-patriotischen Ort. Aber:
Zusammen mit der Wut und der Traurigkeit, daß die ach so tolerante und weltoffene und herzliche Stadt längst nicht Platz für jeden hat. Daß sie menschenfeindliche Sachbearbeiter beschäftigt, die hinter den Kulissen und jenseits der Öffentlichkeit willkürlich und nach eigenem Gusto entscheiden können, wer denn in den Genuß von Berlin Berlin kommen darf. Und wer nicht.

Vor Wut und Scham und wegen der Verlogenheit mußte ich weinen. In manchem Koffer in Berlin ist wohl doch nur ein totes Mädchen drin. Sind Sommersprossen nicht letztendlich auch nur braune Flecken!? Dein Herz kennt keine Mauern - Deine Verwaltung aber wohl. Wir sind das Volk - und du nicht!

Salome, frei nach Monika Herz: Wir sehn uns in Berlin!

Sonntag, 11. November 2007

wie der herr so's gescherr

Widerstandsfähig, zäh, eigensinnig, und doch auch anmutig, hübsch und tapfer.
Das kleine purpurne Löwenmäulchen wächst aus eigenem Antrieb aus einer Ritze zwischen den Platten unter der Bank auf der Terrasse und gibt sich schon seit Monaten Mühe. Der Schnee gestern hat es aber doch ein wenig erschreckt.

tapfer

Samstag, 10. November 2007

finnischer nachmittag

Bin ich blöd, grade hab ich mich noch geärgert, weil mich die Sonne so beim samstäglichen Bloglesen blendete.
Jetzt ist es dunkel, und nach dem Hagelschauer schneits jetzt ganz watteweich. Und Lebkuchen ist alle.

Freitag, 9. November 2007

fisimatenten - unentdeckte tierarten IV

Fisimatenten sind, obwohl der Name es nahelegt, nicht in die Gattung der Enten zu zählen, sondern stehen evolutionär dem Auahahn sehr nahe.
Sie mögen auf den ersten Blick drollige, witzige auffällige Tierchen sein, mit ihrer bunten, ja extremen Befiederung, und dem lauten, mitunter schrillen Gehabe. Diese dienen jedoch einzig dem Zweck, Aufmerksamkeit auf sich zu ziehen, denn von dieser Aufmerksamkeit ernähren sich Fismatenten.
Wer also den Fehler macht, fasziniert von der anscheinend weltoffenen, selbstbewußten Art der Tierchen, sich eine Fisimatente mit nach Hause zu nehmen, der wird unausweichlich schlimme Erfahrungen machen und innerhalb kürzester Zeit bei der Umwelt sehr unbeliebt sein.

Wenn Sie zum Beispiel in einem Restaurant einen Gast dabei beobachten, wie er beim Kellner wiederholt das bestellte Wasser zurückgehen läßt, weil auf dem Etikett nicht einwandfrei dargestellt ist, daß das servierte Wasser auch wirklich fettfrei ist, dann sind sie in Gesellschaft von Fisimatenten.

Rücksichtslos verfolgen Fisimatenten ihren einzigen Lebenszweck: der Erregung von Aufmerksamkeit und der Erhöhung des Blutdrucks der Menschen in ihrer Umgebung. Selten sind sie mit einer einfachen Lösung zufriedenzustellen, denn letztendlich geht es ihnen um den Prozeß, und nicht das Ergebis. Wer sich ihnen entgegenstellt, riskiert, daß das Nervenkostüm innerhalb von Minuten ruiniert wird.

Fisimatenten sind innerhalb ihrer Gattung aus nachvollziehbaren Gründen übrigens extreme Einzelgänger. Zusammengesperrt mit mehreren Artgenossen auf kleinem Raum würden sich die Tierchen innerhalb kürzester Zeit gegenseitig zerfleischen.
Deswegen bevorzugen sie die Gesellschaft handelsüblicher Menschen, die sie parasitär ausbeuten.

Mit einem Verschwinden der parasitären Fisimatenten ist durch den Siegeszug des Privatfernsehens und der Dienstleistergesellschaft im Übrigen nicht zu rechnen.

Donnerstag, 8. November 2007

kürbiskutsche

Ich habe eine Creme, die absolut herausragend gegen Falten wirkt. Kaum 5 Minuten nach dem Auftragen sieht man fast absolut glatt, straff, frisch und 10 Jahre jünger aus.
Die benutze ich gerne, wenn ich abends mal wieder zu irgendwas Festlichem und Repräsentativen muß.

Das Problem: nach einer bestimmten Zeit ist es mit der Wirkung aber auch sowas von vorbei. Die Augenringe sind schlimmer als vorher, alles hängt. Die Strafe folgt auf dem Fuß.
Aus Cinderellas sechsspänniger Prinzessinnenkutsche wird nach Ablauf von 3-4 Stunden wieder der mäusezerfressene Kürbis. Erneutes Auftragen nützt dann auch nichts mehr.
Leider habe ich bis heute nicht geschafft, die exakte Ablauffrist herauszufinden, um noch einen würdigen Abgang hinzukriegen, egal, ob ich nun noch einen Schuh auf der Treppe hinterlasse oder nicht.

Mittwoch, 7. November 2007

das mit Metaroll ist wohl nix

Schade eigentlich.
Ich hatte ja vor einiger Zeit auch aufgerufen, sich bei Metaroll zählen zu lassen, und ist ja klar, daß sowas seine Zeit braucht, um was zu werden.
Metaroll will einen Schwanzvergleich anhand der Verlinkung in Blogrolls erstellen.
Aber irgendwie wird das nix.
Zum einen sind die Ladezeiten der Listen ewig lang, wenn man nicht grade in den Top Ten steht.
Zum anderen geht es wohl mit dem Blogroll-Zählen nicht wirklich voran, werden da eigentlich nur angemeldete Blogrolls gezählt? Ich weiß nun mal mit Bestimmtheit, daß ich auf mehr als 12 Blogrolls stehe. Eigentlich war mein Hauptinteresse bei dem Dings, rauszufinden, wer mich da noch verlinkt hat, so eine Position auf einer Liste ist mir dagegen reichlich egal.
Und nicht zuletzt es ist überlegenswert, ob der Weg über die Blogrolls der richtige Weg ist, denn in den Top 50 stehen dann doch einige halbtote Blogs, die irgendwann mal sehr oft verlinkt wurden, in denen im letzten Jahr nur ein paar Einträge passiert sind - aktuell ist das dann auch nicht.

Schade eigentlich.

Dienstag, 6. November 2007

musik musik musik

Ich brrauchä keinä Millionän
mirr fählt kein Pfennig zum Glück
ich braucha nurr
Musik Musik Musik
(Das Marrrika, hüpf stratz gnatz wipp spring)


Ein Stöckchen von Frau Koma: Schlager, die untrennbar mit der Kindheit verbunden sind.

Hmpf, gar nicht einfach, das war kein musischer Haushalt bei uns. Es wurde gearbeitet, und gegessen, was auf den Tisch kommt. Und das war das.

Ich selber fing dann an, nachmittags zu den Hausaufgaben Radio zu hören, das war damals Radio Luxemburg, bevor es zu RTL mutierte, simulierte Freunde und Familienanschluß. Besonders mochte ich Helga Guitton von den Moderatoren. Gespielt wurde Schlager und Pop, ganz andere Sachen als damals im spießig-steifen öffentlich-rechtlichen Rundfunk so üblich.

Oder ich sperrte mich mit den 3x9 Platten (die mit Wim Thoelke und Wum vorne drauf) meiner älteren Schwestern in die nie benutzte oder beheizte Wohnstube ein, was mütterlicherseits mit Argwohn und Unverständnis betrachtet wurde ("Was machst du denn da?") Nein, damals wußte ich noch nicht, was Selbstbefriedigung war.
Da wir nur wenige Platten hatten, mußte man die eben immer wieder hören, und sich immer neue Geschichten dazu ausdenken. Allerdings entdeckte ich dabei Sängerinnen, die (mit Unterbrechungen) bis heute bei mir geblieben sind: Frau Knef empfahl sich mit "Der alte Wolf", der meinem kindlichen Geschmack besser gefiel als "Eins und eins" oder "Für mich solls rote Rosen regnen", auch wenn ich nicht glaube, das ich das damals verstanden habe. Überhaupt, die älteren Damen, schon damals, allen voran Zarah Leander, blind wie ein Maulwurf, die erste Körperfressersonnenbrillenträgerin der Weltgeschichte, im 183. Jahr ihrer Karriere.

Da ich ja eh ein ziemlich widerliches Kind war, mochte ich die Humpta-Humpta-Schlager am liebsten. Die schlimmsten konnte ich auch auswendig, einige gar bis heute: "Da kommt Jose, der Straßenmusikant" von Lena Valaitis (der Welt würdigste Schalkragen- und Lodenträgerin, Mann, war die immer warm angezogen), "Der Puppenspieler vom Mexiko (ist einmal traurig und einmal froh, duh!)" von Roberto Blanco (Quotenspaßneger) und "Es war einmal ein Jäger (halli-hallo, ein Jäger)" von der Leni Riefenstahl des deutschen Schlagers, Katja Ebstein (aber geile Outfits hatte sie meistens an!). Ich mochte es robust und rustikal.
Mary Roos und Tina York taten mir immer ein wenig leid in ihrer natürlichen Häßlichkeit, Dunja Rajter in ihrer Billigkeit, und Vicky Leandros war mir immer ein wenig zu blasiert, und es wurde mir nie klar, was es in Lodz so besonderes geben sollte, daß man da unbedingt hin sollte. Vicky ist es übrigens bis heute auch nicht klar.
Olivia Molina hatte ich in ihrer mexikanischen Dritte-Welt-Haftigkeit in mein Herz geschlossen, und sie tat mir immer sehr leid, daß sie nie bei einem Wettbewerb gewonnen hat, obwohl sie immer tapfer mitmachte in ihren Ponchos.
Daliah Lavi jedoch brachte so etwas wie Weltklasse und Eleganz mit ihren etwas gehobeneren Schlagern, jedenfalls bevor sie anfing, nach "Lieben sie Parties?" grundlos in all ihren Songs herumzukichern.
Und natürlich Alexandra, nie zu vergessen Alexandra, sie war die Größte, denn depressiv war ich damals schon. Nirgends lagen damals Liebes- und Lebensklagen und anonymer Sex mit Unbekannten näher beieinander als bei ihr.

Das alles hatte ein jähes Ende mit dem Erscheinen der ersten Schamhaare, mit dem Entdecken des eigenes Körpers entdeckte ich englische Popmusik. Eigentlich logisch, wer kann sich schon einen runterholen, wenn Katja Ebstein vom Petersburger Pferdemarkt singt, oder Andrea Jürgens uns ihr "Kleines Paradies" zeigen will (ürgs), nachdem sich ihre Eltern geschieden haben?

Jahrzehnte später näherte ich mich dem Ganzen dann wieder an, als ich in jeder freien Minute mit Paula Sau über Flohmärkte und durch Trödelläden kroch, um kiloweise für kleines Geld die alten Vinylglückseligkeiten meiner Kindheit nach dem Motto All You Can Carry zu kaufen.
Da entdeckte ich das alles wieder, und neben dem Humpta Humpta meines Kindheitsgeschmacks, das ich wirklich nicht mehr hören kann, viele echte Perlen, die ich teilweise gar selbst digitalisiert habe, damit ich sie auf meinem Ipöttchen hören kann.
So gesehen, eine Rehabilitation, auch des einsamen kleinen Jungen, der sich damals mit Schlagern in eine andere, buntere Welt flüchtete. Woran sich eigentlich all die Jahre nichts geändert hat.

Montag, 5. November 2007

milliarden für die hässlichkeit der mittelmässigkeit

Wie man eine ganze ehemals schöne Halbinsel mit Expo2000- und Europageldern verschandeln kann, sieht man auf Stralau. Einen kleinen begleitenden Rundgang kann man hier auf dem Stralaublog unternehmen.
Auf der Südseite gehts ja noch, schön, die weißen Häuser gegenüber dem Hafen der weißen Flotte. Gut, ein wenig Sozialneid kommt auf, aber man muß auch gönnen können. Oder vielleicht anfangen zu sparen.
Etwas ärgerlich, daß der Uferweg nicht in Gänze zu begehen ist, ob wegen Baustelle oder Bösartigkeit, wird nicht klar.

Weiter zur alten Kirche und dem wirklich niedlichen Friedhof, so ein Urnengrab mit Wasserblick, das hat schon was. Nur die Häuser werden auf dem Weg dorthin werden langsam häßlicher und liebloser, Wasserblick ist eben doch nicht alles, wenn man möglichst viele Parzellen mit Ein-Zwei-Zimmer- Eigentumswohnungen möglichst dicht bebauen will.
An der Spitze der Halbinsel kippt das immer noch vorhandene Wohlwollen: Eine Mietanlage als Hochsicherheitstrakt, komplett mit Videoüberwachung und doppeltem Schutzzaun.
Weiter an der Nordseite offenbart sich die volle Hölle teuer geförderter postmoderner Architektur. Auf den ersten Blick freut man sich noch über das ein der andere ungewöhnliche Baudetail gegenüber des Hafens auf der Nordseite. Das wird dann aber schnell sauer, mit zweckfreien Dachüberhöhungen, Fassadenverzierung und häßlicher Stadtmöblierung. Wildgewordene Altenpflegeheimarchitektur für Jüngere.
Die Aussicht auf die beiden Inselchen Liebesinsel und Kratzbruch (die Namensgebung finde ich inspirierend!) müssen sich sehr viele Augen teilen. Zentimeterweise ist der Wasserblick griebig aufgeteilt, möglichst vielen Mietparteien soll Wasserblick zugestanden werden. Wie deprimierend, Wasserblick auf Stralau aus der dritten Reihe. Wahrscheinlich wachen die Anwohner täglich eifersüchtig, ob der Sommerflieder der weiter vorn wohnenden Nachbarn nicht ein Quäntchen des Blicks verdeckt.
Da mach ich mir doch lieber die Fußwanne voll und guck mir da das Wasser an.
Die einsetzende Dämmerung erlaubt dank der großen Glasflächen einen Blick in die jetzt erleuchteten Wohnungen, während so manches junge Elternpaar mit Dreiradbuggy nach Hause hetzt.
Augenscheinlich sind alle Wohnungen -ganz individuell, natürlich- mit Ikea möbliert. Jetzt erschließt sich, warum die ach so diverse Architektur so deprimiert: Sie ist genau wie der Ikea-Katalog ein Setzkasten, aus dem sich der Bürger seine höchst individuelle Identität zusammenstellen kann. Nichts Eigenes, nichts Originäres, nichts Gewachsenes oder Gefundenes.
Die Individualität der es sich leisten könnenden Kleinfamilie des beginnenden 21. Jahrhunderts besteht aus der multiplen Ikea-Auswahl ihrer preisgekrönten Projektarchitektur nebst Massenmöblierung, skandinavischer Zuteilungsmentalität.

Eine Augenweide sind noch der alte Palmkernölspeicher und der Flaschenturm, denn die sind noch nicht "restauriert". Sie tun einem ein wenig leid, denn man kann sich vorstellen, wie aufgemotzt und häßlich sie enden werden.

Tröstlich, dann doch noch ein Beispiel geglückten Designs zu sehen: ein kleines Schiff, wie von Kinderhand gemalt, man wundert sich fast, daß es schwimmt. Immerhin komplett mit 'King of the World"-Brücke. Wie es wohl heißt?

schiff

schwierig

bin ich zur Zeit, unkommunikabel, unnütz und ungenießbar wie ein Holzapfel.
Sogar mit der Therapeutin hab ich Streit. Wenn das so weitergeht, feuert sie mich noch.
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So viel Rauch, so wenig Feuer?

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marco (Gast) - 2014/08/17 11:11
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luckystrike - 2013/03/22 20:54
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arboretum - 2013/03/20 18:16
Tränen für Mogli
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luckystrike - 2013/03/17 18:04

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