Mittwoch, 17. September 2008

Jakob mein Rabe

Raben heißen immer Jakob, außer wenn sie Krabat heißen. Das muß man nur wissen. Only the one who knows your name can call you home on a wild stormy night.

Jedenfalls, meiner hörte auf Jakob.
Am Tag nach dem Tod meiner Schwester hörte ich meine Mutter, die beim Fensterputzen war, entsetzlich schreien - ich eilte herbei, ein riesengroßer schwarzer Vogel (Raben sind 60 cm lang und haben 1,20 Flügelspanne) versuchte, sich auf ihre Hand zu setzen. Meine Mutter dachte, der Leibhaftige wäre gekommen, um sie abzuholen.

Weil ich ja seinen Namen kannte, konnte ich ihn ablenken und zu mir rufen - wir freundeten uns an. Ich brauchte nur "Jakob" zu rufen, und ein gewaltiges Flügelrauschen erklang, und ein riesengroßer schwarzer Vogel mit einem mächtig gefährlichen schwarzen Schnabel setzte sich auf meine Schultern, manchmal auch ungerufen.
Das paßte natürlich hervorragend zu meinem Styling als angehender Aushilfsgrufti, und sorgte in der Kombi auch zu einem großen Hallo auf der Beerdigung meiner Schwester, als Jakob sich an ihrem Grab solidarisch auf meine Schulter setzte.

Jakob hatte ein freundlich-witziges Gemüt, und er liebte es, mir - für ihn scherzhaft, für mich schmerzhaft - mit seinem Riesenschnabel in die Ohren zu kneifen, und meine Schultern hatten rote Striemen von seinen Krallen. Um meine Augen hatte ich aber die meiste Angst dabei.
Man konnte sich hervorragend mit ihm unterhalten, intelligent neigte er seinen Kopf zur Seite und schüttelte ihn mißbilligend an den richtigen Stellen. Wenn ich zu larmoyant wurde, und das war ich damals schon oft, reichte es ihm und er flog einfach wieder weg.

Was ich an Raben schon immer mochte, ist ihre mißbilligende Einschätzung der menschlichen Rasse - sie rufen immer "Paaack", wenn sie fliegen - in meinem Heimatdialekt bedeutet das etwa "Drecks-Pack", was sie den Menschen unten nachrufen - das gefällt mir.

Leider besaß Jakob auch ein ziemlich materialistisches Gemüt, gerne flog er in Fenster, wenn die Nachbarn ihre Zimmer lüfteten, und stahl alles was glitzerte, um es dann in einen eigens ausgewählten Schatzbaum in unserem Garten zu drapieren.
Das mißfiel den Nachbern leider auf Dauer sehr und so riefen sie den Förster, der meinen Jakob einfing und ein paar Dörfer weiter deportierte - und das war dann das Ende meiner Freundschaft mit Jakob, meinem Raben.

Dienstag, 16. September 2008

Bildung!

Was ein vielseitiges Wörtchen! Für vorne und hinten, regional auch für oben und sogar oben hinten! Und zur Not kann man auch noch ne Tasche draus machen! Bin begeistert, was da so alles drin steckt (no pun intended, hrhr!)

Montag, 15. September 2008

Bitte um Diskretion

Herrschaften, falls Sie in den nächsten Monaten mal irgendwann in die Verlegenheit kommen, bei mir eingeladen zu sein, dann bitte fragen sie nicht danach und reden auch nicht hinter meinem Rücken darüber. Ich bin es nicht, und es hat auch nichts mit mangelnder Hygiene oder toten Haustieren zu tun.

Es ist nur so, daß der Kanten extrem reifen Appenzellers, den ich grade mit spochtlichem Schwung in den Mülli feuern wollte, eben dort nicht gelandet ist, sondern irgendwo in den Tiefen der Küche, unauffindbar, aber in Heizungsnähe.

Freitag, 12. September 2008

A Rose is a Rose is a Rose is a Rose is a Rose is a

augustaluise

Man muß sich nur manchmal dran erinnern.

Lucky allein zu Haus

Meine Hausperle kommt ja leider nicht mehr. Und weil ich (noch?) keine neue habe, sitze ich heute hier in einer extrem unaufgeräumten und dreckigen Wohnung, Geschirr, Müll, Wäsche, Sie kennen das. Ach, geben Sie's doch ruhig zu, bei Ihnen riecht auch nicht alles nach Veilchen.

Jetzt weiß ich nicht:
Wenn ich eine Perle habe, räume ich spätestens ab Dienstag nichts mehr weg, weil ich so eine alte Sau beruflich so eingespannt bin. Das führt dazu, daß ich eine halbe Woche im eigenen Dreck ersticke.

Wenn ich keine Perle habe, müßte ich mich ganz einfach disziplinieren, und mein Zeug wegräumen, Spülmaschine befüllen, Müll in Mülleimer usw. Eigentlich ganz einfach.

Was tun?

Donnerstag, 11. September 2008

Das mit dem 'T'

Eine Stilikone trennt mitunter nur ein 'T' von einer Silikone.

(Ist mir gestern bei einem Bericht über Klappergestell Spice aufgefallen, sie meinten, es mit 'T' schreiben zu müssen)

Mittwoch, 10. September 2008

Lug und Trug - Postkarten

So kanns gehen. Nach dem letzten Beitrag wollte ich mich grade in eine meiner melodramatischen Stimmungen begeben, in denen ich mich am besten zuhause fühle, früher war alles besser, früher war mehr Leben, alles praller, usw usw.
Ha! Früher war alles besser? My Ass!

Wenn man genauer hinschaut, gings mir früher auch nicht besser und das Gold war auch nur Katzengold. In New York war ich aufgrund schweren Liebeskummers sehr depressiv, wenn ich auch vergessen habe, um wen sich der Liebeskummer drehte. (Es war aber pro Jahr jemand anderes.) Woran ich mich aber erinnere, war die Wahrsagerin auf der Straße, die mir anbot, zum Zweck der Heilung ein paar Kerzen anzuzünden, was sie dann auch tat, ohen daß ich sie gebeten hätte. Und geholfen hats auch.

In England gabs täglich Streit im Auto, weil der Mann an meiner Seite sich noch mehr unidentifizierbare Hünengräber und keltische Kultstätten angucken wollte und ich nicht. Immerhin verzieh er mir großmütig, daß ich seine teure Kamera irgendwo in Tintagel verloren hatte.
In Florenz im Hotelzimmer gab es fast eine Schlägerei, weil ich eifersüchtig war auf die weitgestreuten esoterischen Bücher des Geliebten.

Aber das schreibt man ja nicht auf Postkarten.

Postcards from Lost Summers

There was a boy
A very strange enchanted boy
they say he wandered very far
very far over land and sea
A littly shy, and sad of eye,
but very wise was he.
And then one day,
a magic day he passed my way
and while we spoke of many things,
fools and kings,
this he said to me
"The greatest thing
you'll ever learn
is just to love
and be loved in return."
(Nature Boy, Words and Music by Eden Ahbez, am schönsten in der Version von Nat King Cole)


Zwei Sommer in New York City, Anfang der 90er, alleine aber nicht alleine, kochend heißer Asphalt in der damals noch spannendsten Stadt der Welt, Tag und Nacht unterwegs, das nächste Wunder immer hinter der nächsten heißen staubigen Ecke.

Ein Sommer Schnelleinführung in Italien, mit Ex im Auto unterwegs, Verona, Venedig, Florenz, Arezzo, Siena, schlußendlich ein Haus auf dem Land. Dramaturgisch fragwürdig, Florenz gleich nach Venedig, aber! Genießen, entdecken, Landschaft.

Ein Sommer Südengland, die ganze Südküste entlang von London bis Land's End und sogar Tintagel, mit denselben Ex im Auto linksrum unterwegs, St. Michael's Mount, Arthur's Castle, Dartmoor, Cornwall, Glastonbury, erstaunlich, wieviele Herrenhäuser nebst Gärten und Klippen man sich anschauen kann. Und dann noch die ganzen Klippen ganz in Orange von blühenden Montbretien.

Per I*tunes mischt sich Cora Frost ein, und dreht das Ganze ungeplant aber nicht unpassend in eine andere Richtung, so kanns gehen wenn man einfach so losschreibt:

Der Rausch der Gefühle ist nur kurz von Dauer
das Ende liegt überall auf der Lauer
und ich hab dich gesehn
direkt vor mir gehn,
ich lief hinter dir
du warst so schön
(Cora Frost, 9:00-10:00)

Dienstag, 9. September 2008

Himmelblauer Drachentag

So ein Tag wie heute ist für mich wohl der wunderschönste, himmelhoher himmelblauer Himmel, ziemlich kühl im Schatten und noch sehr warm in der Sonne.

Man möchte in einer weiten Landschaft stehen und Drachen steigen lassen, oder an einem Kartoffelfeuer sitzen, und sich die Lippen an heißen verkokelten Kartoffeln verbrennen.

Noch zu früh, aber durch Laubhaufen stampfen, und die bunten Blätter in die Luft werfen. Den Duft atmen.
Frühnebel auf Tälern im Mittelgebirge

Blaue und lila Herbstastern, noch mit Tau bedeckt, leuchten vor braun gewordenen Gräsern, und der strenge Verwesungsgeruch verblühter Dahlien im Garten.

Ach, ich bin wohl doch ein deutsches Herbstkind.

Montag, 8. September 2008

Platzangst

Boah, hab eben den neuen I*kea-Katalog durchgeguckt, jetzt habe ich akute Platzangst.
Die scheinen für eine 4köpfige Familie weniger Platz einzuplanen als ich für eine Zimmerpflanze.
Und wer sagt den Leuten mal endlich, daß sie auch problemlos ca. die Hälfte ihres Plunders wegschmeißen können, und dann auch keine häßlichen Verwahrgelegenheiten dafür kaufen müssen?

Und wenn wir schon dabei sind: kann bitte jemand den Früchtemüsli-Herstellern mal beibiegen, keine getrockneten Bananenstücke ins Müsli zu mischen? Die schmecken erstens Scheiße und zweitens werden sie auch nicht weich. Man muß sie mühsam rausfriemeln und entsorgen. Wenn die das wegen des Füllgewichts tun, dann wäre es mir lieber, da ganz ehrlich einen dicken Kieselstein reinzulegen.

Donnerstag, 4. September 2008

Briefbomben (analog und digital)

So, Autobahn überstanden, Zeug hochgeschleppt, ersten Farbflash überstanden, den ich immer kriege, wenn ich von woanders in meine Wohnung zurückkehre, und Post sortiert.

Eine ganz grundsätzliche Bitte: Schicken Sie mir bitte keine Fotos.

Keine Fotos, auf denen ich drauf bin, in geselliger Runde. Das sieht nicht so aus, wie es sich angefühlt hat. Ich weiß genau daß ich ein Kinn habe. Wo ist es dann auf Ihren Fotos!? Etwa auf die Backen Wangen verteilt?
Nein, da habe ich nur gelacht, ich bin nicht mongoloid.
Nein, das Schlauchboot ist noch im Kofferraum, das da soll wohl ich sein. BIn ich aber nicht, denn es hat sich ganz anders angefühlt.
Und nein, das ist kein kranker Waschbär auf der Party, das soll wohl ich sein. hmh.

Also, nochmal zur Sicherheit:
Schicken Sie mir keine Fotos!
Auch keine, von denen Sie meinen, ich sähe gut darauf aus. Keine lustigen spontanen Schnappschüsse und keine, auf denen ich mich zum nachdenklichen oder haha-Posing überreden habe lassen.

Überhaupt keine Fotos.

Und wenn Sie es ganz gut mit mir meinen, dann montieren Sie bitte eine Papiertüte über mein Abbild, oder kratzen es aus analogen Fotos mit einer Münze heraus. Sie haben doch wohl Fotoshop oder sowas? Nutzen Sie es, retuschieren Sie eine Pflanze in Ihre gesellige Runde.

Aber schicken Sie mir keine Fotos. Und zeigen Sie mir auch keine.
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lucky strikes

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So viel Rauch, so wenig Feuer?

Du bist nicht angemeldet.

Rauchzeichen an:

luckystrike-ätt-wolke7-punkt-net

kiekste, wa?

20120913_190940

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geile bsau
geile bsau
marco (Gast) - 2014/08/17 11:11
Merengue
Ich liebe Tango. Bzw. ich liebe Lateinamerikanische...
Sepp (Gast) - 2013/12/13 15:12
Goodbye Vienna! Hello...
Liebe Herrschaften und Herrschaftinnen, Sie müßten...
luckystrike - 2013/03/23 21:30
Naja, wie alle halt ich...
Naja, wie alle halt ich diese weiße kalte Hölle nicht...
luckystrike - 2013/03/23 19:55
Nein, ich meinte doch,...
Nein, ich meinte doch, seit diesem Posting wieder etwas...
arboretum - 2013/03/23 19:21
Klar gehts besser. Aber...
Klar gehts besser. Aber ein bissel Trauer für Mogli...
luckystrike - 2013/03/22 20:54
Treue Seele. Ich hoffe,...
Treue Seele. Ich hoffe, es geht Ihnen wieder besser.
arboretum - 2013/03/20 18:16
Tränen für Mogli
Es ist schon etwas unglaublich, besonders wenn man...
luckystrike - 2013/03/17 18:04

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