Freitag, 20. August 2010

Devil in my Life

Isn't it a crying Shame
how you became
the Devil in my Life?
(Grace Jones)


Ein kleines schönes wohliges Gefühl, zu hören, daß die Gestalt, die nicht nur in meinem Leben so viel Herzblut geraubt und eine lange Spur Schmerz, Wut, Verzweiflung und Enttäuschung hinter sich läßt, kurz davor steht, abgeschossen zu werden.
Vielleicht schon nächste Woche, behalten Sie den Lokalteil ihrer Zeitung im Auge.

Montag, 16. August 2010

...doch heut bin ich wieder dabei

Vier Wochen Urlaub, das schien mir eine unendliche Strecke, nicht mehr gehabt seit den großen Schulferien von damals, und durchaus furchteinflößend. Was würde passieren, ich so ganz auf mich selbst geworfen?
In der ganzen langen Zeit hat sich jedoch nicht das eingestellt, was ich erwartet hatte: der Moment, wo man wieder beide Beine auf den Boden bekommt, ausgeruht, ein wenig Klarheit, und den Blick für ein wenig Richtung für einen selbst.

Nun, nichts ist passiert, aber die letzte Woche, die erste Arbeitswoche, war die blanke Hölle. Nicht, daß irgendwas schlimmes passiert wäre, es war nur so, daß ich ein ganz klares Gefühl hatte, daß ich das alles nicht mehr will. (Und ich werde mich bei dem ein oder anderen Kollegen für die furchtbar schlechte Laune entschuldigen müssen...)
Besonders schlimm der Nervfaktor meiner Arbeit, an den ich mich erstmal wieder gewöhnen muß (Muß ich das?)
Freitag abend war dann der Höhepunkt, Midlife Crisis at it's best, aber nach einem verkrochenen Wochenende fühle ich mich wieder in der Lage und willens, weiter zu machen. Erst mal.

(Ich nehme an, das macht so jetzt gar keinen Sinn, vielleicht kommt der ja noch, irgednwann)

Merkzettel für den nächsten langen Urlaub: Reizfreiere Umgebung mit weniger Verbindlickeiten, dafür mehr Unbekanntem.

Donnerstag, 12. August 2010

Buchstabenrätsel

Vor mir auf der Straße ging grade ein mittelalter Mann, Werktagsgesicht, graubraunbeige Klamotten, bequme häßliche Schuhe, wenig Extravaganz.

Außer dem großen T, welches ihm auf dem Hinterkopf in die Haare rasiert war.

WTF??

Hat ihn vielleicht seine Frau beim Tragen ihrer Unterwäsche erwischt, und sie rächt sich, indem sie ihm heimlich nachts das T für Transvestit rasiert hat, wo er es nicht bemerkt?

Ist er vielleicht einer von merheren Fuckbuddies eines Herrn, der Namensschwierigkeiten hat, und der deswegen immer die Initialen auf den Hinterkopf seiner Partner rasiert, damit er beim Arschficken nicht aus Versehen den falschen Namen ruft, wenn er kommt?

Oder wissen Sie da mehr?

Mittwoch, 11. August 2010

Kumpelöffner

Weiter auf gleichem Niveau:
Na, haben Sie auch einen so furchtbar attraktiven guten Freund, der aber leider Hetero ist?
Der neue Kollege, wo alle sabbern wenn er reinkommt, der sich aber so gar nicht dafür interessiert?
Dann könnte Ihnen hiermit geholfen sein:

kumpeloeffner

Erhältlich in der Getränke-Hoffmann-Filiale Ihres Vertrauens.
Bezüglich Anwendung muß ich mich leider auf Ihre Phantasie verlassen, mir fällt dazu nur unpassendes ein...

Dienstag, 10. August 2010

Auch muschig

Es gibt halt schon einen besonderen Effekt auf die umstehenden Rentner, wenn man mit der alten Freundin vor dem Eingang des Botanischen Gartens steht, diese feststellt: "Guck mal es gibt sogar Pilzberatung!" und man das kleine bissel zu laut antwortet "Großartig, dann können wir ja mal wegen deinem Scheidenpilz fragen!"

(Weil die Glämmerpuss heute auch so muschig ist)

Sonntag, 8. August 2010

Posthume Geschenke

Meine Mutter hatte den Hang zu "Mautschen", das sind kleine Nester mit Geld für Unvorhergesehenes, nest-eggs sagt man wohl auf Englisch.
Entstanden ist das wohl aus den Zeiten, als wir sehr arm waren, in denen sie immer ein wenig Geld extra erwirtschaftet hatte, durch Eier oder Gemüse verkaufen oder ähnliches, um das Geld dann für uns Kinder oder bei Katatrophen ganz stolz hervorzukramen.
Natürlich hatte ich die Schränke schon vor zwei Jahren danach durchsucht, und auch mehrere gefunden, aber jetzt beim Schränke räumen fanden wir zwischen den Sonntagspullis einen weiteren Umschlag mit der Handschrift meiner Mutter "1330 Euro"
Darin waren noch über 600 Euro, meine Schwester wurde ganz grün im Gesicht und mußte sich erstmal setzen. Aufs Konto soll das Geld, meinte sie.
Ich fand aber, daß wir das ruhig als letztes Überraschungsgeschenk verstehen und uns freuen sollen, und sich jeder etwas dafür kaufen soll, was wir uns sonst nie gekauft hätten, etwas, was uns immer an dieses letzte Geschenk erinnern wird.

Freitag, 6. August 2010

Frönen oder: Come as you are

strodehne

Manchmal vergesse ich sie ein wenig, oder sie scheinen mir ein wenig weit weg aus meinem Alltag, aber verloren geht er mir gottseidank anscheinend nicht, dieser ganze gigantisch großen Freundes- und Bekanntenkreis, der so wunderbar offen und geduldig, schmerzfrei, lustig, tolerant und lebensfreudig und langlebig ist.
Und eben jener hatte sich ein altes Pfarrhaus an der Havel gemietet, für eine Woche, und mich dazu geladen, was ich in einem Moment seltener Spontanität auch einfach so zugesagt habe.

Und wie froh bin ich darüber, 4 Tage voll Spiel und Spaß, dort wo "Zierscheide" noch das zarteste aller Kosewörter ist, wo Platz ist für alternde Transvestiten und Trödelladenbesitzerinnen, patente alleinerziehende Mütter mit ebenso patenten pubertierenden Söhnen, wo Eigenart noch eine schöne Blüte ist und "Chacun á son gout" als Fremdwort vielleicht nicht von allen verstanden, aber auf jeden Fall praktiziert wird, die alte preußische Tugend - genauso wie allem gefrönt wird von Kanu oder Schlauchboot auf der Havel, Angeln, Yoga, Englischunterricht, gutem Essen, ritueller liebevoller gegenseitiger Demütigung und vor allem: Spielen Spielen Spielen.
So ging auch die vermeintlich gewagte Idee auf, dem Bommel seine ersten Urlaubstage einfach zu verplanen, zum mehrtägigen Doppelkopfmarathon, auch wenn dabei den Verkehrssicherkeitsfanatikern zum Leid der nunmehr unabdingbare Brauch begründet würde, daß immer Piccolöchen oder Flachmännerchen geleert werden müssen, wenn der Bomec und der Lucky zusammen im Auto sitzen.

Brandenburg, du kannst so schön sein.

Donnerstag, 5. August 2010

Die Lebenden und die Toten

Ich werfe einen Stein ins Wasser
und mache keine Wellen.
Ich sehe meine Zeit
in dieser Welt zerschellen.
Ich sitze auf dem Rücksitz
und bin froh,
dass ich nicht fahr.
Ich sehe das, was ist
und das, was war.

Und ich denk an die
vom Aussterben bedrohten.
Ich denke an die Lebenden
und an die Toten.
An alle, die Propheten warn für mich.
Und immer wieder
denk ich an Dich.

Alle Stationen meiner Reise
fliegen an mir vorbei.
Alles was noch kommt,
ich lass mich drauf ein.
Ich bin hinten auf dem Sitz
und lass mich fallen.
Es geht nicht mehr zurück,
es geht voran.

Und ich denk an die
vom Aussterben bedrohten.
Ich denke an die Lebenden
und an die Toten.
An alle, die Propheten warn für mich.
Und immer wieder
denk ich an Dich.

Ich frag mich an der Kreuzung,
ob das Leben mich verbiegt.
Oder lieg ich genau richtig ?
Und wie lange es mich noch gibt.
Ich hör Dich noch sagen,
am Besten immer quer.
Halt mir einen Platz frei,
denn Du reist jetzt ja mehr.

Und ich denk an die
vom Aussterben bedrohten.
Ich denke an die Lebenden
und an die Toten.
An alle, die Propheten warn für mich.
Und immer wieder
denk ich an Dich.
Und immer wieder
denk ich an Dich.


Ich hab ja auch schon fürchterlich über Annette Humpe bzw. über Ich + Ich gelästert, aber wenn sie es gut macht, macht sie es unlaublich gut. Ich möchte dem Universum danken, daß es sie gibt.
Zum Gedenken an Luzia, der Lucky Mom, zum Geburtstag.

Und von den Lebenden, die gibts ja auch, gibts morgen mehr, denke ich.

Sonntag, 1. August 2010

To have and to have not, to hold or to hold not, das Leben der Anderen oder La Complainte de la vielle Salope

I've got a life
Though it refuses to shine
I've got a life it aint over
It aint over
I've got a way
It's the only thing that's mine
All I’m asking for is tenderness
Tenderness
(singt grade passenderweise Frau Lennox)


Ein schöner, entspannter Tag auf dem See (vor dem ich mich für gestern noch verschlossen habe, mir typisch aber unangemessenerweise, natürlich) in bester Gesellschaft mit gutem Gespräch mit Frau Koma, und das Telefonat mit dem besten Freund, der in die Provinz zur Familie zu Festen geworfen und entsprechend entsetzt über die Diskrepanz der Leben ist, bringen etwas mehr Klarheit über den Zustand:
Natürlich ist es sweet, dem überaus hübschen Couchsurfer aus Seattle meine Wohnung zu überlassen für die nächsten paar Tage, wo ich nicht da bin, aber es ärgert mich immens, daß er in meinem Bett schläft, wenn ich nicht dabei bin - nicht daß ich abgelehnt worden wäre, die Frage stellte sich erst gar nicht.
Natürlich ist es reizend, den treuen alten Freund in der häßlichen engen Stadt zu besuchen (seit 20 Jahren überfällig), mit seiner reizenden Frau und der überaus süßen kleinen Tochter, aber dann wieder auf die Autobahn, 600 km bis in die große schöne Stadt, in die große schöne - und leere - Wohnung, meine Freiheit und mein Leben.
Und es ist sogar sehr schön, in die alte Heimat zu fahren, ein Leben besuchen, an dem man zwar nicht mehr teil hat, aber immer noch seinen festen Platz, und sogar die Schwester führt eine irgendwie doch glücklich und erfüllt scheinende Ehe, obwohl sie mit ihrem Mann so umgeht, wie sie es sich mit ihrem Hund nicht trauen würde.
Sogar der Mitbewohner hat ein anscheinend herrliches Wochenende mit Kochen und trara mit seinen Partner, mit dem er seit über 25 Jahren zusammen ist, obwohl sie seit fast 20 Jahren nicht miteinander schlafen, denn dafür hat man den Lover und zusätzliche Affären.

Ich habe eine halbwegs große schöne Wohnung mit Terrasse, leer bis auf die tausend Pflanzen, das Internet, und einen Schrank voll vorkonfektionierter Leben und Träume auf DVD, meist amerikanisch, einen OK-en Job, der ganz angenehm zahlt, aber den Traum, die Dachgeschoßwohnung mit Dachgarten, nicht finanzieren will, die dann ebenfalls leer wäre bis auf die tausend Pflanzen, das Internet und einen Schrank voll vorkonfektionierter Leben und Träume auf DVD, meist amerikanisch. Sonst nüscht. Manchmal überfällt mich eine ganz große Scham, wenn mich jemand fragt, wer ich denn so bin und was mein Leben ist.

Es sind am Ende meine letzte gescheiterte Beziehung Anfang der Nuller Jahre, deren Aufarbeitung gleich in den Aufbau für meinen Burnout überging, dann eben jenen, und schwupps, wie schnell doch so ein Jahrzehnt vertan ist. Jaja, ich weiß, "Dann heul doch!" und so, aber eine sehr gute Freundin sagte mir mal, daß man über 30 für sich und sein Glück selber zuständig ist und man nicht immer nur rumheulen kann und darf - und sie hat recht.

(Und hiermit entschuldige ich mich aufs Tiefste bei allen meinen Freunden und Freundinnen die so herrlich gut zu mir und immer für mich da sind, und ohne die ich nicht leben könnte oder wollte, aber, Darlings, ihr seid ja nicht zuständig, mit mir zu schlafen, mit mir eine Familie zu gründen oder ganz generell mein Leben von innen mit Leben zu füllen, obwohl ich zumindest letzteres euch immer wieder zumute.)
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So viel Rauch, so wenig Feuer?

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geile bsau
geile bsau
marco (Gast) - 2014/08/17 11:11
Merengue
Ich liebe Tango. Bzw. ich liebe Lateinamerikanische...
Sepp (Gast) - 2013/12/13 15:12
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Liebe Herrschaften und Herrschaftinnen, Sie müßten...
luckystrike - 2013/03/23 21:30
Naja, wie alle halt ich...
Naja, wie alle halt ich diese weiße kalte Hölle nicht...
luckystrike - 2013/03/23 19:55
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Nein, ich meinte doch, seit diesem Posting wieder etwas...
arboretum - 2013/03/23 19:21
Klar gehts besser. Aber...
Klar gehts besser. Aber ein bissel Trauer für Mogli...
luckystrike - 2013/03/22 20:54
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Treue Seele. Ich hoffe, es geht Ihnen wieder besser.
arboretum - 2013/03/20 18:16
Tränen für Mogli
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luckystrike - 2013/03/17 18:04

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