am freitag gehts zurück in mein leben - heute abend sehr nette einladung gehabt vom hausarzt meiner mutter und seiner freundin, und das, obwohl sie nicht wissen daß ich privat versichert bin ;-) - charmante leute, never fail to trust in the comfort of strangers.
dann habe ich dank der deutschen bahn 7 stunden zeit, mich wieder in mein eigenes leben rein zu pellen, und ich schwöre, das wochenende wird ein sehr ungesundes! freu!
heute den ganzen tag gearbeitet wie ein bauarbeiter, dach abgerissen, bretter geworfen, sand geschippt, äste gesägt. um 3 nachmittags völlig erledigt, aber ganz zufrieden.
luckystrike - 2006/07/13 01:13
Ihr Sternzeichen ist Waage, ihr Aszendent Megäre, ihr Mond liegt im Wahnsinn, ihr Mars ist stets auf Blitzkrieg eingestellt, und ihre Sonne steht in Opposition zu ihrer Selbstwahrnehmung.
Sie kann einem mitten in den Tag kacken. Ach, was red ich, mitten ins Leben. Ohne Rücksicht auf Verluste.
So wie schwüle Sommertage, man weiß das Gewitter wird kommen. Auch wenn das ein oder andere Gewitter vorbeizieht, man weiß, der Blitz wird einschlagen. Und wenn es dann passiert ist, ist man erleichtert - das Warten darauf war fast noch fürchterlicher als die Katastrophe selber.
Sie ist meine Schwester, und das wird sie bleiben. Aber mögen muß ich sie nicht - mehr.
luckystrike - 2006/07/12 01:00
Die Luft ist kühl, aber drückend und sehr feucht. Kleine klebrige Erdpartikel legen sich auf die Haut, in die Nase und den Mund. Die Schaufel und die Spitzhacke liegen schwer in der Hand. Die ersten Blasen platzen auf, und das Blut verbindet sich mit dem lehmigen, feuchten Staub.
Der Rücken schmerzt. Der Boden ist sehr hart und steinig, ich muß immer zuerst eine Schicht der schweren feuchten duftenden Erde mit der Spitzhacke auflockern, um sie dann mit der Schaufel nach oben zu befördern.
Der alte Mann über mir beobachtet mich mit spöttischem Blick. Seine zusammengewachsenen, buschigen Augenbrauen tanzen, als er sagt: 'Na, das hast du in deiner tollen Schule wohl nicht gelernt, Herr Professor. Grab' mal weiter, das muß noch viel tiefer werden.'
Mittlerweile stehe ich bis zur Brust in dem Loch. Der Lehm wird feuchter, schleimiger. Seltsame organische Partikel mischen sich dazu. Sind das Wurzeln? Holz?
Meine Arme schmerzen, sie haben keine Kraft mehr. Der Lehm muß mittlerweile über Schulterhöhe aus dem Loch befördert werden. Der Schweiß auf meinem Körper fühlt sich seltsam an in der feuchten Kühle der Erde, klamm.
Ein Schlag mit der Hacke, was ist das? Kein Stein, dafür ist es zu weich. Eine Wurzel? Vorsichtig lege ich das Ding mit der Schaufel frei. Ein Becken, das sieht aus wie ein menschlicher Beckenknochen. Aber so klein. Viel zu klein. Und irgendwie - weich. Der alte Mann lacht: 'Das ist Martina. Die wurde vom Bus überfahren. In den 60ern. Sie ist nur 4 Jahre alt geworden.'
Vorsichtig lege ich die Reste der kleinen Martina zur Seite.
Noch dreißig Zentimeter tiefer, sagt der alte Mann. Er zeigt mir die Tiefe mit seinen knorrigen Händen.
Mein Schweiß riecht seltsam, hier in der kühlen Tiefe, wie er sich mit dem Aroma des feuchten Lehms verbindet. Er tropft von meiner Stirn, und beim Abwischen habe ich mir die Erde schon längst ins Gesicht und in die Haare verrieben.
Seltsamer Kontrast, wenn ich nach oben schaue, sehe ich einen blauen Himmel, einen heißen klaren Sommertag. Hier unten ist es November.
Bevor meine schmerzenden Schultern aufgeben, lege ich wieder los. Es gibt keine Ausflucht.
Ein weiterer fester Schlag. Die Hacke steckt fest. Meine blutenden Hände können sie nicht mehr herausziehen. Hebelwirkung. Ein fester Griff, ein Schwung. Was fliegt mir da entgegen? Rippen, das müssen Rippen sein. Ich habe soeben einen Brustkorb geöffnet!
Das Grauen schnürt mir die Kehle zu, von weit oben, von vor dem sommerblauen Himmel höre ich den alten Mann lachen. 'Das muß Johann sein, der Vater. Der kommt nachher wieder mit rein.'
Jetzt ist es auch egal - Johanns Schädel finde ich sehr bald darauf, er starrt mich aus leeren Augenhöhlen an, die vielen weißen Zähne zu einem Lächeln gebleckt, fast gut gelaunt. Das Skelett ist sehr gut erhalten, gottseidank scheinen die anderen Überreste gründlich verwest zu sein. Kein Fleisch, keine Kleidung. Eigentlich eine saubere Sache, so ein Skelett, denke ich, als ich den Schädel, die Arm- und Beinknochen, die Wirbel nach oben schaufle. Die weiteren Schädel, die ich finde, werfe ich mittlerweile schon fast achtlos nach oben. Schädel verrotten am langsamsten, hat der alte Mann mir erklärt. So viele Zähne.
'So, jetzt ist das Grab tief genug!', befindet der alte Mann und verschwindet ohne weiteren Kommentar, er geht wohl zu Mittag essen.
Ich stehe in der dunklen, feuchten Grube, die etwas tiefer ist, als ich groß bin, 1,80 tief, zwei Meter lang, etwas über einem Meter breit. Das sind die Normmaße für ein Grab.
Ich lege mich hin, will spüren, wie sich das anfühlt. Über mir ein eisvogelblauer Himmel, um mich die schwere Kühle. Nicht unangenehm, wie die braunen Wände die Sommergeräusche von draußen schlucken, eine große Ruhe. Fast verführerisch.
Mühsam stemmen meine mittlerweile tauben Schultern und Arme mich am Rand des Grabes aus der Tiefe heraus. Die warme Sommerluft fühlt sich fremd und wohltuend auf meinen klammen Gliedern an.
Morgen ist die Beerdigung von Jakob, einem alten Nachbarn, und es ist Brauch in meinem Heimatdorf, daß die männlichen Nachbarn das Grab bereiten. Wenn der Sarg dann heruntergelassen ist, werde ich die Erde wieder hinunterschaufeln, zusammen mit den Überresten von Martina und Johann und den anderen Verwandten von Jakob. Auf den Erdhügel werden dann die Kränze und Blumengestecke verteilt, die mehr nach Tod riechen als das Grab selber.
luckystrike - 2006/07/10 00:46
Eifeldorf, vor 2 Jahren.
Ich sitze gelangweilt vorm Haus, und was kommt vorbei: ein turboscharfer Mann, der seinen Hund ausführt. Und mich diesen Tick zu lange anschaut.
Ich blinzle, denn das kann nur eine Fata Morgana sein hier in der Einöde, ein Traum, für die Durstigen in die Wüste gezaubert. Nein, er ist trotz heftigen Blinzelns noch da.
Sofort wird meine Mom verhört. Sie erzählt mir ja sonst alles, wer wie wo was im Dorf passiert, Hauptsache es ist garantiert uninteressant.
'Ach so, das ist der Ami, der bei deiner Tante im Haus wohnt' (es sind viele amerikanische Soldaten in der Nähe stationiert). 'Der hat drei Kinder, und eines Tages war die Frau verschwunden. Dann ist eine Woche später sein Freund eingezogen, der wohnt jetzt mit ihm und den drei Kindern, und manchmal ist da noch ein dritter Mann dabei, aber mit wem von den beiden oder ob er mit beiden, das weiß ich jetzt nicht. Nette Leute, aber.'
Vielen Dank an die nachmittäglichen Talkshows, die Soaps und unwilligerweise auch an Carsten Flöter. Als ich vor 17 Jhren hier wegzog, dann auch, um der sicheren Steinigung am Sandstein-Wegekreuz zu entgehen. Heute ist das hier so normal, daß meine Mom es nicht mal für so interessant findet, daß sie es mir erzählt. Weniger interessant als die offenen Beine der Nachbarin.
Jetzt weiß ich auch, warum am Himmel ein doppelter Regenbogen am Himmelerschien, als ich mit meinem Ex in der Eifel ankam: die Eifel ist total gay.
Nur die schicken Homos mit der Großfamilie, die wohnen hier nicht mehr.
luckystrike - 2006/07/08 16:59
was ich ganz am sommer auf dem land vergessen hatte: die fliegenpest. man kann sich nirgendwo ruhig und entspannt hinsetzen, schon gar nicht mit essen oder trinken dabei. nicht mal kette rauchen hilft. wenn man mit offenem fenster schläft, wird man spätestens ab sonnenaufgang mit einem lauten summen am ohr und einen heftigen kribbeln an dem füßen geweckt.
die schuldige: die gemeine stubenfliege.
die ihren namen voll und ganz zu recht trägt.
so, da habt ihr euren tiercontent, und morgen reibe ich mich mit altem diesel ein.
aber dafür erzähle ich euch vielleicht am wochenende, wie ich mal ein grab gegraben habe, für den nachbarn. nein, er war schon tot. und ja, ich sollte.
luckystrike - 2006/07/07 00:21
...nach langer langer Fahrt. Wenn ich überlege, wo auf dieser Erde ich in 8 Stunden sein könnte, und für gar nicht mal so viel mehr Geld - sei's drum.
Der Zug war erfreulich leer, und damit streßfrei. So eine Fahrt quer durch Deutschlands Mittel- und Kleinstädte finde ich dennoch immer ganz gruselig, wenn man so durch die häßlichen trostlosen 50er- oder 60er-Jahre-Vororte fährt. Da klingt jede Ansage mit den Umsteigemöglichkeiten wie eine Drohung: Hier haben Sie Verbindung nach Obladen, Paderborn oder Remscheid, oder wie sowas alles heißt. Ich aber will da auf gar keinen Fall hin.
Besser wirds dann allerdings weit hinter Köln, wo keine Städte mehr kommen, und die klitzekleine Regional-Bimmelbahn an jedem Baum und Strauch hält. Wunderschöne Sommerfelder und -wiesen, verschissenewunschene Dörflein, waldige Schluchten (Schlüchtchen) und rieselnde Bäche. Schade nur daß es so gar kein Raucherabteil gibt. Ich meine, ich kann mal zweieinhalb Stunden nicht rauchen, wenn es denn z.B. nach Ibiza geht. Aber von Köln in die Eifel? Da muß ich rauchen.
Nun gut, man muß ja nicht alle Verbote auch achten, es soll ja auch Leute geben, die betrunken Auto fahren.
Die Landung im Schoß der Sippschaft verlief soweit auch reibungslos, und mein Schwager brachte mir sogar ein Fahrrad mit, "damit du ein bißchen mobiler bist." Sweet, irgendwie. Morgen schwinge ich mich aufs Rad und fahre zurück nach Berlin.
Nee, war alles ok, und entspannt, und der Keller ist voller Bier. Das kriegen wir hier nämlich immer umsonst.
Aber heute, heute kann das alles schon wieder kippen - wir werden sehen.
luckystrike - 2006/07/06 09:32
Ich hasse Reisen, schon Wochen vorher bin ich schlecht gelaunt. Ich bin auch nicht so furchtbar gerne woanders, aber meistens gibt sich die schlechte Laune, wenn ich erstmal angekommen bin.
Einige meiner Exe haben auch immer vorgeschlagen, daß sie schon mal eine Wocher vorher losfahren, um sich die schlimmste Laune zu ersparen.
Besonders heftig ist es allerdings, wenn ich Richtung Heimat muß. Because Home is where the Hurt is. Auch wenns über die Jahrzehnte deutlich besser geworden ist.
Heute gehts also los, unter verschärften Bedingungen: per Bahn (215 Eier hin und zurück! Sind die Züge jetzt aus Gold? Oder muß ich den ganzen blöden Hauptbahnhof alleine bezahlen?) statt Auto. Zwischenfall-mit-der-Polizei-bedingt.
Das bedeutet also auch: Festsitzen auf dem 250-Seelen-Dorfe. Sind besimmt jetzt nur noch 200 Seelen und ein paar Untote.
Alle Verwandten haben Urlaub oder sind eh in Rente. Das bedeutet Belagerung von vor dem Aufstehen bis zum Schlafengehen.
Reinste Laborbedingungen also.
Wird Lucky als gestandener Mann wieder seine Persönlichkeit an der Garderobe abgeben?
Wird er sich als mittlerweile scheinbar öffentlich beauftragter Erziehungsberechtigter der Familie wieder an allen Psychosen aufreiben?
Findet die große Schwester wieder aus dem Stand in den Who's-afraid-of-Virginia-Woolf-Modus?
Wieviele Tage wird es dauern, bis die Mutter wieder von neuem lernt, daß ihr Sohn kein Körperteil von ihr ist?
Versucht die hemmungslose Nachbarin wieder, Lucky nachzustellen?
Gibt es das supersexy Ami-Homo-Paar mit den vielen Kindern noch? Die ihm leider nicht nachstellen?
Und wer wird in den gnadenlosen Kniffel-Matchen zwischen Lucky und den 60-80-jährigen Nachbarinnen als Sieger hervorgehen?
Bleiben Sie dran, an diesem Abenteuer, das härter ist als die Dschungelkönigin. Es heißt: Eifel-Surveifel.
Und wenn Sie gar nichts von mir hören sollten, dann machen Sie sich keine Sorgen. Entweder sind alle Telefonleitungen gestört. Oder ichkann meinen Zustand nicht mehr ins Hochdeutsche übersetzen. Oder meine Familie hat mich geschluckt. Und dann ist eh zu spät.
luckystrike - 2006/07/05 08:00
bei den anderen spielen waren die trikotwechsel geiler.
luckystrike - 2006/07/04 23:31
Diese ärgerliche Schmonzette (nicht daß ich sonst etwas gegen Schmonzetten hätte!) 'Wo die Liebe hinfällt', im Original 'Rumour has it'.
Angefangen von der untragbaren Fehlbesetzung der Hauptdarstellerin Jennifer Aniston, die aussieht als ob ein dreijähriges Kind ein Gesicht malen soll (Punkt, Punkt, Komma, Strich) und dieses auch nur gelegentlich fernsehserientauglich verziehen kann, über die völlig dämliche und uninteressante Handlung bis dahin, daß man Kevin Kotzner eigentlich auch nie wieder in einem Film sehen wollte. Immerhin müssen die beiden miteinander schlafen, was ja irgendwie paßt.
Ärgerlich die Ausführung der eigentlich interessanten Grundidee, was wäre, wenn es die Familie in der 'Reifeprüfung' wirklich gegeben hat, und wie ist es weitergegangen? Die Rolle der Mrs. Robinson mit Shirley MacLaine zu besetzen, ist eigentlich erstmal gut, und es freut daß die alte Un-Dame mal wieder mehr Filme produziert. Traurig dagegen, daß sie im Gegensatz zu ihrer Rolle in 'In her Shoes', wo sie tatsächlich auch schauspielert, hier nur versucht, die Charge zu wiederholen, die sie vor 20 Jahren einmal gewinnbringend für sich eingeführt hat. Nur leider gerät ihr das hier lediglich mumienhaft, und der immer gleiche Alkoholikerwitz in Variationen ist das einzige, was sie zu sagen bekommt.
Wenn Aniston also mit Kotzner schlafen muß, bliebe als erfreuliches Ergebnis Marc Ruffalo übrig. Nur leider sieht der glattrasiert gar nicht gut aus, dabei kann er sonst doch so sexy. Wer auch immer in der Maske beschlossen hat, ihn glattzurasieren, dem gehört jedes einzelne Sackhaar mit der Pinzette ausgerupft.
Fazit: Soviel kann man gar nicht nebenher trinken, um sich diesen Film schön zu gucken! Dann lieber in eine verstaubte Zimmerecke starren.
luckystrike - 2006/07/03 14:30
man denkt, man wird älter und schlauer.
stimmt aber nicht.
schon wieder sehe ich aus wie ein gut durcher hummer, trotz bester fürsorge durch herrn
glam und
hotel mama, die mich immerhin ab und zu ermahnte ich soll doch jetzt mal was überziehen. ob aus ästhetischen oder fürsorglichen gründen, soll hier mal offen bleiben.
aber nix genutzt - es war einfach zu schön - schlachtensee und schlauchboot (man bemerke die alliteration, waren die 35 semester doch nicht umsonst!), bier und bojenplatz, luftmatratze und licht, das auf wellen tanzt.
immerhin dann doch unverhältnismäßig viel geschwommen. soll ja gut gegen hängetitten sein. auch wenn die jetzt krebsrot sind. und abends dann so fertig sein wie nach 3 tagen bestem sex.
summertime!
and the living is easy!
eine frage bleibt trotzdem offen: in der pfanne schmilzt sich fett einfach so weg. warum nicht in der sonne?
luckystrike - 2006/07/03 09:00