Montag, 13. November 2006

old school - frl. schons

Inspiriert von Modestes Einschulung hier meine Einschulungsbeichte:

Meine erste Grundschule war ein wunderbares altes verwittertes Gebäude, umgeben von hohen Kastanienbäumen, gleich neben dem Rest einer alten Burg, gelegen auf der Spitze eines kleinen Berges. Vom Schulhof konnte man über das ganze Kylltal blicken. Die Schule war so verkommen, daß meistens morgens, wenn der Eimer nicht zugefroren war, im Tafelwischwassereimer ersoffene Ratten oder Mäuse schwammen.
Was Frl. Schons dann immer zum Kreischen brachte, und der stabilste Junge mußte dann die Leichen entsorgen.

Frl. Schons, über 60, stammte aus einer Zeit, in der man als Frl. auch wirklich Frl. war und darüber hinaus auch großen Wert auf eben diese Bezeichnung legte.
Sie war dürr und verfügte über die bleicheste Haut, die ich jemals an einem lebenden Wesen gesehen habe. Es sah so aus, als hätte sich die Kreide von über 40 Jahren Tafelwischen auf ihre vielen vielen Falten gelegt. Die wasserblauen Augen hinter strenger Brille konnten sich gegen den wahren prächtigen Farbpunkt in ihrem Gesicht, die langen leuchtend gelben Zähne, nicht wirklich durchsetzen.

Frl. Schons glaubte noch an bewährte Erziehungsmethoden, sie war gut geübt in schnellen kleinen gemeinen Ohrfeigen oder in schmerzhaftem Wangenzwicken. Ja, das war Anfang der 70er, und eigentlich verboten, aber eigentlich waren alle glücklich, daß sie nicht in der Parallelklasse gelandet waren, denn Herr Knop, der Rektor, glaubt noch an Prügelstrafe mit Stock und Lineal, auf Hände oder Hosenboden.

Aber ich liiiiebte Frl. Schons, zum einen, weil sie mich liebte, zum anderen hatte ich damals schon ein Faible für seltsame ältere Damen. Wohl genetisch so veranlagt.
Frl. Schons hatte auch von moderneren Erziehungsmethoden noch nichts gehört - sie glaubte an die Förderung der Begabteren, und die weniger begabten oder Lästigen reichte man halt am Ende des Schuljahres an die nachfolgende Klasse weiter.

Einschulung war für mich das Größte - einen Kindergarten hatte ich nie besucht, und wirklich sozialisiert hat mich eigentlich nie jemand, ein Einzelgängerkind. Hier waren zig neue Spielkameraden, das Lernen ging nebenher wie von selbst und so konnte ich meine Hauptaktivitäten auf die Unterhaltung der Klasse konzentrieren - ich war also der Klassenclown. Nie der Klassensprecher.
Zur Einschulung wurde ich extra neu eingekleidet: eine knallgrüne Latzhose mit sonnengelben Applikationen und einen Ranzen und eine Schultüte in knallblau. Perfekt zu meinen damals noch semmelblonden Haaren.
Gleich am ersten Schultag, als alle in den Klassenraum stürmten, suchte ich meinen Platz neben dem hübschesten Mädchen, das ich erblickte: D. Mit der ich heute noch befreundet bin. Schinkend., die man so herrlich in der Pause über den Hof jagen konnte, weil sie sich vor meinen Schinkenbroten so ekelte.
Ja, ich war ein wirklich ekelhaftes Kind.

Der Zauber war vorbei, als die Schule in meinem 3. Schuljahr in einen langweiligen Neubau umzog, wir eine neue junge moderne Klassenlehrerin Namens Frau Zahnen bekamen, die zwar wirklich nett war, aber in Punkto Old-Schoolness mit Frl. Schons so überhaupt gar nicht mithalten konnte. Ich war desorientiert, lustlos und weinte mich viele Wochen in den Schlaf, bis ich mich an ihren weniger autoritären Stil gewöhnt hatte.

Freitag, 10. November 2006

ausgebremst vom blauen wunder

Gestern wie immer viel zu spät zur Arbeit gehetzt, schlechtgelaunt und angespannt aus der U-Bahn gestürzt, schnaubend 3-5 von diesen dussligen Leuten, die immer im Weg stehen, umgeschubst (besonders diese Kopftuchburgen, ach ich fang besser gar nicht erst an!) schnell um die Ecke - da!
Ein blaues blaues Meer. Ich ausgebremst von so viel Blau.
Es stehen zwei ältere Brandenburgerinnen mit vielen Eimern voller - Kornblumen! Im November! Mehrere Quadratmeter!

Da mußte ich doch ein paar handvoll Kornblumenblau mit ins Büro nehmen und dort verteilen. Und mein Blick war plötzlich ein anderer.

Donnerstag, 9. November 2006

überlebenswille

Habe grade zum ersten Mal seit 5 oder 6 Wochen meinen Binnen-Urwald gegossen. Das letzte Mal, als das passiert war, stand noch die Terrassentür auf und es war fast noch Sommer. Manche sahen zwar schon etwas verzweifelt aus und etwas blaß um die Blattränder, aber gestorben ist keiner.

Ich weiß sowas sehr zu schätzen, daß Lebensgefährten in harten Zeiten auch mal den Arsch zusammenkneifen und eigene Bedürfnisse zurückstellen können.

'Wer in der Pause rausgeht
wird nie wissen wie es ausgeht'
(Michael von der Heide)

note to self:
Keine Haustiere anschaffen. Meerschweinchen halten nicht so lange durch, glaube ich. Ohne gießen, meine ich.

Dienstag, 7. November 2006

groschen gefallen

Jetzt hab ichs! Ich hab euch doch mit diesem häßlichen Bäumchen belästigt, das ihr noch unten auf der Seite sehen könnt - Jetzt weiß ich warum es Lucky Strike heißt:
Man muß es abfackeln! Anzünden und die Glut und den Rauch genießen! Jetzt verstehe ich den Sinn!
Adventskranz, Duftlämpchen und Lagerfeuer in einem!

Montag, 6. November 2006

schlau gedacht

wenn man am wochenende so samstags von 5 uhr nachmittags bis 3 uhr nachts und dann sonntags von 4 bis 10 nochmal ins büro geht, um heimlich zu arbeiten, hat man unter der woche den rücken frei um noch mehr zu arbeiten.
nachtleben oder freizeit bringt dagegen nicht so viel.

Sonntag, 5. November 2006

optik

Ich habe ja eigentlich Geschmack, wenn auch einen seltsamen, aber immerhin.
Seit längerem überlege ich, ob mein Blog nicht ein wenig häßlich ist, optisch meine ich.
Stimmt das, und was könnte ich dagegen tun? Wenn man wie ich 150%ig unbegabt ist in irgendwelchen Grafik-, Design- und ich-weiß-nicht-mal-wie-das-heißt-Sachen? Und über eine Gduldsspanne verfügt, die deutlich im Minus-Bereich liegt?

Jetzt aber nicht sagen, hier gibts doch so hübsche Vorlagen, such dir doch ne andere aus. Das hab ich vor ein paar Wochen ausprobiert, und tagelang panisch versucht, vom Vorschaumodus wieder in den alten zu kommen, bin fast gestorben dabei.

Und das Grün, das Grün soll bleiben, fände es aber schön, wenn es nicht so textil rüberkommen würde.
Das Grün merken sich nämlich sogar die Leute, die ganz ganz schnell wieder wegklicken, wenn sie aus Versehen mal hier landen. Wie ich beim Blogmich feststellen konnte: 'Ach, das grüne Blog, nicht?!' - und dann schnell wieder weg.
Für so einen Wiedererkennungswert zahlen Konzerne Milliarden.

Also, weiß wer was für mich?

Freitag, 3. November 2006

praktische sätze

Wenn man wie ich zu so vielen Premieren gehen muß, und dabei auch unglaublich viel Gülle sehen muß, dann lohnt es sich, ein kleines Arsenal an fertigen Sätzen zu haben, um die stolzen Premierenbesitzer danach auch ordentlich zu gratulieren:
- Wun-der-bar! Gaaanz Wunderbar!
(kam aus dem ungläubigen Staunen kaum raus, bin fassungslos)
- Ein Traum! Traum-haft!
(hätte mir wirklich gewünscht, daß ich schweißgebadet aufgewacht wäre, und es wäre nur ein böser böser Traum gewesen, aber nein, es ist wahr)
- Wirklich sehr interessant!
(habt ihr euch dabei was gedacht, und wenn ja, was?)
- Das muß man gesehen haben!
(sonst glaubt mans nicht)
- Es hat mich sehr bewegt!
(So viel fremdgeschämt hab ich mich lange nicht mehr)
- Mir hat gesonders die eine Szene/der eine Schauspieler/diese Nummer/der eine Akrobat gefallen,der war doch großartig
(der Rest war erbärmlich)
- Sehr mutige Inszenierung!
(Daß ihr euch sowas traut)
- Ganz groß!
(-e Scheiße!)
-Wirklich spannend!
(habe die ganze zeit drauf gewartet, daß diese untalentierte Kuh endlich vorne vom Bühnenrand kippt)
- Das wird bestimmt ein Renner!
(Die größten Scheißhaufen haben die meisten Fliegen)

Auch brauchbar für Ausstellungseröffnungen, die auf der nach oben offenen Schmerzskala noch deutlich höher einzustufen sind.

Donnerstag, 2. November 2006

endlich 500!

Heute bin ich 500 geworden. Nein nicht Beine, das würde ich mir niemals anmuten, sondern Tage am und im Blog.

Und dann erscheint heute irgendwann bei Mindestens Haltbar mein Text zum Thema Nachtleben - eine schwere Geburt wars, mangels aktueller (wirklich hier erzählbarer) Nachtleben-Erlebnisse, und ich habe lange meinen alten Stahlhelm nach erzählbaren Veteranenerlebnissen und Durchschußlöchern durchkramt, bis sich diese kleine Hommage an die gesammelten Geburtstagsparties im Mansion des Wonderful and Amazing Mr. Glamourdick am Ende doch ganz von selbst erzählt hat.
Nur ein bissel schlechtes Gewissen hab ich auch, kommt der bildschöne Herr Horizont doch auch vor, und mein Kommentar zu seinem Musikgeschmack ist vielleicht etwas böse, wo er mir doch gestern noch so ein nettes Musikgeschenk gemacht hat... Aber zumindest dafür, daß er seinen Blog so vernachlässigt, wo er doch so wunderbar schreiben kann, hat er's verdient.
Also wer mag lese nach von unsinkbaren Schiffen nah am Abgrund bei
mindestens haltbar - magazin für meinungen

Edit: scheinen noch nicht ganz fertig geworden zu sein - einfach die tage dort mal wieder nachsehen.

Mittwoch, 1. November 2006

nix los

ja, ganz schön öde hier diese woche. aber guck doch mal aus dem fenster, da fällt mir nix mehr ein.
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lucky strikes

the sacred and the profane

So viel Rauch, so wenig Feuer?

Du bist nicht angemeldet.

Rauchzeichen an:

luckystrike-ätt-wolke7-punkt-net

kiekste, wa?

hornbach

Schall & Rauch:

geile bsau
geile bsau
marco (Gast) - 2014/08/17 11:11
Merengue
Ich liebe Tango. Bzw. ich liebe Lateinamerikanische...
Sepp (Gast) - 2013/12/13 15:12
Goodbye Vienna! Hello...
Liebe Herrschaften und Herrschaftinnen, Sie müßten...
luckystrike - 2013/03/23 21:30
Naja, wie alle halt ich...
Naja, wie alle halt ich diese weiße kalte Hölle nicht...
luckystrike - 2013/03/23 19:55
Nein, ich meinte doch,...
Nein, ich meinte doch, seit diesem Posting wieder etwas...
arboretum - 2013/03/23 19:21
Klar gehts besser. Aber...
Klar gehts besser. Aber ein bissel Trauer für Mogli...
luckystrike - 2013/03/22 20:54
Treue Seele. Ich hoffe,...
Treue Seele. Ich hoffe, es geht Ihnen wieder besser.
arboretum - 2013/03/20 18:16
Tränen für Mogli
Es ist schon etwas unglaublich, besonders wenn man...
luckystrike - 2013/03/17 18:04

last year's kisses

Es lebt

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