Freitag, 27. April 2007

daddy uncool

(Auf Wunsch von Herrn Spango hier die Rezension)

Ein sogenanntes Musical um die Hits von Boney M drum rum? Hmh, warum nicht, kann ja auch lustig sein, auch wenn man kein Fan ist, weh tut die Musik nicht, und gute Laune kann sie auch verursachen, also mal gucken gehen. Wenn man schon nicht zahlen muß.

Beobachtungen:
Draußen: 50 m lange Warteschlangen vor einer unendlichen Reihe Dixie-Klos. Für Leute, die im Ernstfall 90 oder 100 Euro für die besten Karten bezahlen, sicher nicht so doll.
Zum Händewaschen gabs 2 (!) Eimer für alle. Da steckt man die Finger sicher besser gleich ins Dixie-Klo. Aber vielleicht waren sie einfach noch nicht fertig mit Sanitär.

Publikum: gruselig. Steinerne bleiche Gesichter, alle sehen aus wie auf Haldol. Mit Bussen angekarrt wohl. Uns verteilen sie mit unseren Freikarten allesamt auf EINZEL-Plätzen zwischen den steinernen Gästen, was ja gar nicht geht.

Stück: Ich wette, das hat Frank Farian selbst geschrieben. Jedenfalls niemand, der schon mal ein Stück geschrieben hat. 2 verfeindete Gangs, Junge, Mädel, Liebe, Intrige, Knast, Happy End. Schon mal gehört? Richtig, West Side Story. Und wo hatten die das her? Richtig, Shakespeare. Sozusagen klassicher Stoff. Wenn man nicht 'gebraucht' sagen will.

Dramaturgie: Ewig lange Dialoge in breitestem East-End-Englisch, die die Handlung führen sollen, aber leider nicht interessieren. Abgesehen davon, daß 90% der Besucher eh nix verstehen. Als der Junge im Knast sitzt, nach gefühlten 4 Stunden, merkt auch der Dramaturg, daß es spät geworden ist, und zack wird aufgelöst, denn es ist Zeit fürs große FINALE! Dazu später.

Musik: Eingestreut alle großen Hits von Boney M, zur Not auch öfters, und Milli Vanilli und auch von der Bückware, die F.F. sonst noch produziert hat. Genialer Zug, Gema kost nix.

Sänger: Ob die singen konnten, kann ich nicht beurteilen, denn meist kamen die Stimmen nicht über die Live-Band (hinter der Bühne) rüber. Das liegt daran, daß sie extra eingeflogene Sound-Designer hättes, sagt mir der Produktionsassistent. Hätten Sie doch mal einen Tontechniker mit engagiert, vorsichtshalber. Aber vielleicht haben sie es ja jetzt hinbekommen.
Einzige Ausnahme: Eine dicke Mamma singt herrlich fett 'I can't stand the Rain'. wußte gar nicht, daß das auch von F.F. ist. Auch die Jungs der Gangs sind großartig, wenn sie nicht grad Milli Vanilli singen müssen, sondern Rappen und Beatbox spielen.

Choreographie: Nach ewigen Dialogen freut man sich auf die Choreographien, nur um festzustellen, daß es keine sind. Das Ensemble hat das doch schon in London gespielt, da müßten die Abläufe doch bekannt sein?

Peinlichkeitsfaktor: hoch. Hab nix gegen musikalisches Lifting, bei Nena hat das bei ihrem Comeback doch auch gut geklappt vor ein paar Jahren. Aber wenn mir jemand per Streetgang, Beatbox und Gerappe die Hits von Milli Vanilli als cool verkaufen will, kräuseln sich mir die Fußnägel vor Fremdschämen.

FINALE: Da wohl alle eingesehen haben, daß das Musical nicht so ganz interessant ist, gibts nach der allzu hastigen Auflösung ein gaaanz großes Finale: karibischen Karneval! Oder das, was man sich in Eberswalde oder bei der "Singenden Klingenden Sonnenallee" darunter vorstellt: ein Pappmachegötze mit Frank Farians Stimme, eine mühsam animierte Papierschlange, Tänzerinnen mit Federaufbauten, Papppapageien und allem drum und dran. Tusma-Studenten in Vögel- und Phantasie-Kostümen stürmen das verzweifelte Publikum, das sich für sein Geld jetzt aber endlich müsieren will, und die ganz ganz große Party beginnt. Alle haben Spaß und sind glücklich, können sie doch endlich mitklatschen wie bei Carmen Nebel.

Fazit: Mein Gesicht tut weh. Vor all dem Entsetzen. Und was ihm da entgegengeschleudert wurde. Und Fremdschämen. Definitiv unter den Top 5 der Worst Things I've Ever Seen. Schultheater mit Mega-Budget. Schade. Unverschämt.

Vermißt: Das Einfache, Unbedarfte von Boney M. Bobby Farrell (hach, fand ich den sexy damals). Disco. Warum so wenig Spaß?
Won't play. Ich wette nach 2 Wochen packen die ein, statt nach 10 Wochen.

Ich glaub ich geh mir nächste Woche zur Seelenhygiene die völlig mißglückte Revue im Friedrichstadtpalast angucken. So schlimm kann die nicht sein.

(Wer mir nicht glaubt, kann sich hier ein Video ansehen. Ich nheme an, sie haben die besten Szenen verwendet. Ich hab mich nicht getraut, es anzugucken.)

Donnerstag, 26. April 2007

widerliche farbe

ich weiß nicht, wo's herkommt, aber plötzlich hat mein blogdings diese widerliche fleischrosa farbe mit noppen.

die habe ich NICHT ausgesucht, ich weiß nicht worans liegt. weiß jemand hilfe?

ürgs, das sieht ja echt schlimm aus. und das mit dem kater heute.

edit: 10:48. so, jetzt ist wieder grün, warum auch immer. herzrasen läßt nach. vielleicht war auch was mit den mai tai gestern falsch. oder es war diesen wahrhaft grauenhaften alptraum einer show, die ich gucken mußte, daddy cool, von frank farian. weswegen der mai tai die mai tais vonnöten waren.

Dienstag, 24. April 2007

abmahnung

So. Herrschaften, so gehts ja wohl nu nicht.
Herr Lucky ist schwer frustriert.
Seine Besucher- bzw. Leserzahlen habe sich auf ein Viertel bis ein Drittel reduziert. Weniger als damals, als er angefangen hat. Viel weniger.
Unter meinen Referrern finden sich fast nur noch seelenlose untote Suchmaschinen, die Bilder katalogisieren.
Das ist ja wohl eine Unverschämtheit.
Das muß wohl bedeuten, daß hier nur Scheiße erscheint.
Oder es hat damit zu tun, daß der Bloggerkiez, in den der Herr Lucky damals eingezogen ist, tot oder halbtot ist - auf meiner Blogroll, die ich im übrigen (eigentlich!) dazu habe, sie täglich abzugrasen, gab es in über der Hälfte der Fälle in der letzten Woche, teilweise in fast einem Monat keine neuen Einträge. Ich werde also die Leichen mal aussortieren müssen. Und mir neue Blog-Freunde suchen müssen.

Oder ich sollte dieses Blog schließen, weil dann kann ich es auch zuhause auf nen Zettel schreiben und inne Schublade stecken. Wenn das so uninteressant ist, was ich hier so fabriziere. Mir ist schon klar, daß daß hier kein A-Blog ist, soll er um himmelswillen auch gar nicht sein. Aber ein paar mehr Leser als meine hochgeschätzten 10 Stammleser, die im übrigen allesamt auch wunderbare eigene Blogs haben, hätte ich dann schon gerne. Und Kommentatoren ebenfalls. Man möchte schließlich ja auch Feedback haben, sonst kann ichs auch an die Wand hinterm Schrank schreiben. Und jetzt bitte nicht den Spruch 'Ach das war so perfekt, da wollte ich nichts zufügen' Perfekt, am Arsch!

Jedenfalls waren das so meine Gedanken in den letzten Wochen.

Dann habe ich am Wochenende meinen eigenen Mist mal so durchgekramt, und mich oft (längst nicht immer) amüsiert wie Bolle einst zu Pfingsten. Über meine eigenen Artikel (ist das peinlich? mir nicht!) und auch und vor allem über das, was sich dann in den Kommentaren ergibt.

Deswegen wird das Ding hier weitergeführt, und sei es nur für mich und meine sagen wir 10 wunderbaren und hochgeschätzten Stammleser, und der Rest kann sich gehackt legen. Lieber ein kleiner, aber erlesener (sic!) Freundeskreis als Tausende Sabbler, die nix bedeuten.

(Und wie immer bei solchen Dingen trifft die Predigt immer nur die, die es nicht verdient haben, weil die anderen lesen es ja nicht. Nun denn. Entschuldigung. Bei denen, die NICHT gemeint sind. So, und jetzt ist mir besser.)

Sonntag, 22. April 2007

Die Lappalien: Unentdeckte tierarten III

Welcher Tiergattung die Lappalien endgültig zuzuweisen sind, scheint sich die Forschung noch nicht einig. Eine sehr engagierte Wissenschaftlergruppe hat allerdings recht eindeutig die extraterrestrische Herkunft dieser Tierchen zu belegen vermocht, so daß die Meinung besteht, daß die Lappalien letztendlich eine eigene Lebewesengattung stellen. Der Volksmund hat dies wohl schon intuitiv bei der Benennung der Tierchen erfaßt: 'Lapp' von läppisch, papperlapapp, und 'Alien', eben außerirdisch. Auch wenn sie es dann eingedeutscht aussprechen.

Lappalien haben die für den Menschen äußerst unangenehme Eigenart, daß sie sich, meist in größerer Anzahl, in den Alltag einnisten und dort viel Aufwand verursachen. Sie sind lästige, störende und hartnäckige Biester. Während jede einzelne Lappalie ein kleines Wesen ohne nennenswertes Gewicht und bemerkenswerte Eigenschaften und leicht zu beseitigen ist, schaffen es Lappalien, die deswegen grundsätzlich nur in gößeren Gruppen auftreten, komplexe Abläufe komplett zu unterminieren (-> s.a. Unterminiermotte) und Menschen an den Rand des Wahnsinns zu treiben.

Dies zeigt deutlich die parasitäre Lebensweise der Lappalien auf: sie ernähren sich von Nerven, die sie vorher mit viel Ausdauer fein säuberlich zerfetzen. Unersättlich fressen Lappalien ebenfalls so viel Zeit, wie sie eben nur erbeuten können.
Besonders bevorzugte Aufenthaltsorte von Lappalien sind elektronische Geräte und deren Anleitungen, Behörden und Autowerkstätten, generell siedeln sie sich jedoch überall an, wo reibungslose Funktionalität und streng durchorganisierte Abläufe zu erwarten gewesen wären.

Im Zuge der immer komplexer werdenden Umwelt des Menschen wird den Lappalien von Experten der wohl größte parasitäre Siegeszug seit denen der Nacktschnecken, Ratten und Kakerlaken vorausgesagt. Im Gegensatz zu den Kakerlaken werden die Lappalien jedoch mit der Auslöschung der Menschheit ebenfalls vom Erdboden verschwinden, da sie ohne ihre Wirte nicht überleben werden können, es sei denn, es gelingt ihnen, rechtzeitig einen anderen Planeten mit sogenannter Zivilisation zu besiedeln.

(Auf die Lappalien hatte ich schon einmal warnend hingewiesen)

Freitag, 20. April 2007

whatever happened to mink stole?

Grade bei Herrn Spango den Trailer zum Remake von John Waters' "Hairspray" gesehen - wie unnötig, das Remake, das braucht keiner. Schon gar nicht mit J.T. im Fatsuit (ist es überhaupt einer?) in der Rolle von Divine. Pfeiffer hin oder her. Deborah Harry rules! (Schaut 'Mein Leben ohne mich' für weitere Informationen) Wer das fabriziert hat, hat das Original wohl nicht verstanden.
Und dann wurde mir ganz sehnsüchtig nach Mink Stole. Die mit dem zippigen Gesicht, die in jedem Waters-Film und anderen seltsamen immer so einen kleinen feinen Bit Part hat. Toller Name! Und das mit den BitParts ist bei eingeschränktem Repertoire auch ne feine Idee, always leaves you hungry for more.

Rip Torn ist auch so ein feiner Schauspielername, btw. Auch wenn der Schauspieler jetzt nicht sooo interessant ist. Aber der Name - sexy! Bilderfluten in meinem kranken Hirn.

Und dann lese ich grade, daß Joan Rivers nicht mehr die Red Carpet Show bei den Oscars moderieren darf und durch eine nichtgesichtige Seriendarstellerin ersetzt wird. Ach, wie grau! Die Welt wird grau.

Ich liebe sie, diese Randexistenzen des ShowBiz.

Early morning ramifications während der ersten Liter Kaffee - nicht viel los in Lucky Hirn anscheinend. Still - sharing what I got.

Inside Lucky Strikes - so you don't have to be!

Donnerstag, 19. April 2007

man könnte

ja auch einfach mal weniger trinken, sagen wir die Hälfte. Selbst auf einer Premierenparty. Selbst wenn diese verf*en Rotweingläser sich immer von selbst in meine Hand begaben.
Man sollte.

Montag, 16. April 2007

ausgesorgt

hat meine Tante Irmgard, die heute nach Kreta fliegt, und auf die besorgte Frage nach der Verpflegung (Moussaka - bjäch!) antwortete sie stolz, daß das kein Problem sei, sie hätten schließlich Vollnarkose.

Alternativ

... hätte ích ja auch nehmen können:
Die Referrer unsrer Stadt - nach Jasmine Bonnin (Original: Streets of London)

'Siehst Du dort den alten Mann
mit ausgetretner Maus
schlurft er duchs Internet
und er sieht so müde aus
Hin und wieder klickt er an
nicht nur um sich auszuruhn,
denn er hat kein Ziel
und auch kein Zuhaus...

Doch du redest nur von Einsamkeit
und daß die Sonne für dich nicht scheint
Komm und gib mir deine Hand
ich referre dich durch unsre Blogs,
ich zeig dir Menschen, die wirklich einsam sind.

oder so...

Sonntag, 15. April 2007

oh jeh

Dann sind das jetzt 6 Jahre, 2 Monate und drei Wochen. Ohne Bewährung.

Diese 'Heute-vor-einem-Jahr'-Funktion kann aber auch ganz schön heimtückisch sein.

Samstag, 14. April 2007

Keinen Pfennig

inspiriert und herausgefordert von Herrn Ivy. Wir bitten um Entschuldigung. Und widmen das Ganze den alleinerziehenden Bloggermüttern. NICHT!

Mein kleiner Sohn kam heute abend zu mir in die Küche, als ich das Essen machte, und er zeigte mir auf dem Laptop, was er in mein Weblog geschrieben hatte. Ich trocknete mir die Hände ab an meiner Schürze, und ich las, was auf dem Bildschirm stand:

Das Layout vom Blog etwas flotter gemacht - 340 Euro.
Auf die Blogroll vom McWinkel, Don Dahlmann und Ix geschafft - 180 Euro.
Den Google-Anzeigenvertrag abgeschlossen - 220 Euro.
Irgendwie geschafft, bei adical reinzukommen - 380 Euro
Mit dem Sexblog mit Mamis Nacktbildern in die Deutschen Blogcharts gekommen - 260 Euro
Gastkommentar bei Spreeblick - 140 Euro
Vorlage für Herrn Ivy geliefert - 175 Euro
Das macht zusammen 1695 Euro.


Da stand er nun erwartungsvoll vor mir, und tausend Erinnerungen kamen mir in den Sinn. und so nahm ich den laptop, drehte den Bildschirm zu mir um und schrieb darauf:

Ich trug dich neun Monate,
dafür will ich keinen Pfennig
Ich wachte an deinem Bett
dafür will ich keinen Pfennig
Ich weinte um dich
und auch dafür will ich
keinen Pfennig
Insgesamt kostet dich
all die Liebe von mir
keinen Pfennig.


Als er das gelesen hatte, da standen dicke Tränen in seinen Augen. Er sah mich an und sagte:
Mami, ich hab dich soo lieb!
Dann nahm er die Tastatur und schrieb mit großen Buchstaben:
Alles bezahlt!
Insgesamt kostet dich all die Liebe von mir
keinen Pfennig.


(Angelehnt an die deutsche Version von Johanna von Koczian, basierend auf einem ebenso grusligen Original von Tammy Wynette. Wir wissen nicht, was Ärzte, Apotheker und Therapeuten dem armen Kind empfehlen. Wahrscheinlich Heroin oder Crack. Oder Bungee ohne Seil.)
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the sacred and the profane

So viel Rauch, so wenig Feuer?

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kiekste, wa?

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geile bsau
geile bsau
marco (Gast) - 2014/08/17 11:11
Merengue
Ich liebe Tango. Bzw. ich liebe Lateinamerikanische...
Sepp (Gast) - 2013/12/13 15:12
Goodbye Vienna! Hello...
Liebe Herrschaften und Herrschaftinnen, Sie müßten...
luckystrike - 2013/03/23 21:30
Naja, wie alle halt ich...
Naja, wie alle halt ich diese weiße kalte Hölle nicht...
luckystrike - 2013/03/23 19:55
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Nein, ich meinte doch, seit diesem Posting wieder etwas...
arboretum - 2013/03/23 19:21
Klar gehts besser. Aber...
Klar gehts besser. Aber ein bissel Trauer für Mogli...
luckystrike - 2013/03/22 20:54
Treue Seele. Ich hoffe,...
Treue Seele. Ich hoffe, es geht Ihnen wieder besser.
arboretum - 2013/03/20 18:16
Tränen für Mogli
Es ist schon etwas unglaublich, besonders wenn man...
luckystrike - 2013/03/17 18:04

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