Mittwoch, 28. Mai 2008

Unlike me

fragile

Die Nachricht

Auf meinem Anrufbeantworter habe ich noch eine Nachricht von meiner Mutter, aus dem April.
Die habe ich damals nicht gelöscht, weil ich weinen mußte, als ich sie hörte.
Gut gelaunt und aufgeräumt (das war sie nicht immer auf meinem AB) gratuliert sie mir zum Namenstag, und deswegen mußte ich damals weinen, weil ich den Namenstag schon längst abgeschafft habe, und sie die letzte war, die zu dem Tag noch gratulierte.

Dann entschuldigte sie sich ein wenig selbstironisch, daß sie kein Paket geschickt habe, mit ihr sei eben auch nicht mehr so viel los wie früher. (Sie hatte mir immer ein mehrere Kilo schweres Paket mit selbstgebackenem Marmorkuchen, Zigaretten und Tonnen Süßigkeiten geschckt, mit der Ermahnung, nicht so fett zu werden und endlich mit dem Rauchen auszuhören. Die Süßigkeiten hab ich meist verschenkt, die Zigaretten natürlich selbst geraucht.)
Dann flucht sie eine Runde, weil sie sich an der Tischkante gestoßen hat, versichert mir ihre Liebe, und erinnert mich noch dran, den Onkel zum Geburtstag anzurufen.

Der Gedanke war, wie so oft vorher schon, daß sie eben die letzte war, die einzige, in so vielen Dingen, wie viele Jahre das noch so sein wird, und die Angst vor dem Tag, der dann ja sehr bald auch kam.

Montag, 26. Mai 2008

Kann kommen

2 Wochenenden später, 240 Liter Erde ausgetauscht, 10 große Ikea-Taschen mit Modder runtergebracht, 2 Einkaufstouren in die Gärtnerei des Vertrauens sowie ein Sonntagsbesuch beim Holländer, et voila, 45 Kübel, Töpfe und Töpfchen voller Leben auf 12 Quadratmetern, something old and something new, something borrowed, something blue.
Die Farben der Sasion eher Bollywood, orange, pink, lila, gelb, und niemals ohne Männertreu, die Hoffnung stirbt bekanntlich zuletzt.
Ich bin gerüstet für den Sommer!

balkon08

balkon082

balkon081

(Die anderen Ecken werde dann gezeigt, wenn sich da was tut)

To Whom it may concern...

Oh, the alcoholic afternoons
When we sat in your room
They meant more to me
Than any, than any living thing on earth
They had more worth
Than any living thing on earth
(The Smiths)

Samstag, 24. Mai 2008

Deathwish auf Rädern?

Diese Woche kam ich auf dem Weg zur Arbeit an einem Unfall vorbei, Fahrrad gegen Auto oder vice versa. Sah extrem schlimm aus, man konnte nicht richtig unterscheiden, welche Teile zum Radfahrer und welche zum Fahrrad gehörten, es lag nur eine Masse aus Mensch und Metall auf der Straße.

Nun weiß man nicht, was da passiert ist, und wer schuld hatte, aber es hat meine Wut nur gesteigert:
Ich bin eigentlich ein recht besonnener und umsichtiger Autofahrer. Zu oft habe ich eine Vison, was passiert wäre, wenn ich das kleine Kind am Straßenrand nicht rechtzeitg gesehen hätte, oder nicht vorsichtshalber schon mal wegen dem Fahrrad gebremst hätte. Da wird mir dann immer ganz schlecht bei.

Wütend macht es mich dann aber ganz massiv, wenn die meisten Radfahrer von Schulterblick bei Spurwechsel, Anhalten und Gucken beim Abbiegen, mal so sacht andeuten, wo sie hinwollen, entweder noch nie was gehört haben oder nichts davon halten. Am besten mit Kleinkind im Kindersitz oder links ein Handy am Ohr und rechts ne Bierflasche.
Der Glauben an persönliche Schutzengel scheint sehr sehr weit verbreitet zu sein.

Kinners, wenn ihr sterben wollt, das ist euer Ding, nehmt Pillen, schneidet euch in der Badewanne die Pulsadern auf (längs, nicht quer!), während ihr in der anderen Hand den Fön haltet, aber ich bin nicht der U-Bahn- oder Straßenbahnfahrer, vor dessen Zug ihr euch schmeißt.

Donnerstag, 22. Mai 2008

Please, Officer!

I don't want to go to jail!
Please, Officer!
I'll do anything...!

Wer mal eine Horde strammer Burschen sehen will, der begebe sich zur Polizei in Friedrichshain, dort lungern sie im Kasernenhof herum und sonnen sich.
Frisch inspiriert durch einschlägige Pornofantasien durchschreite ich den Hof und denke noch, hier könnte man zwischen Bullenwannen und dem recht abgehalfterten Pommesstand, der zur Verköstigung der Burschen bereit steht, einen nicht jugendfreien Film mit Gruppenszenen drehen.
Handschellen! Hormongebeutelte Zellengenossen! Zwangshomosxualität! Härteste Verhörmaßnahmen! Miß Gitterstab! (Gitta Stab? Wer war Gitta Stab?)

Im 2. Stock soll mein Verhör sein. ich öffne die Tür und mein Blick fällt auf einen athletischen blonden Traum im engen T-Shirt, seine vollen Lippen öffnen sich zum 'guten Tag' während die blauen Augen unter den niedlich zusammengezogenen Augenbrauen streng aufblitzen.
Think Wentworth Miller.

"Herr Lucky?" erklingt es aus der anderen Ecke des Raums, mein gut abgehangener Zuständiger ruft mich freundlich an seinen Tisch, Ende 50, mit Oberlehrerbart, und gut erhaltenem Ostshirt.

Jo, und dann war es vorbei mit der Phantasie.

Frisch gefickt - Tag für Tag

(aus einem Chat in der blauen Welt, Verabschiedung in den Tag )
so poppes ist sauber, der tag kann kommen. wahrscheinlich wird er mich ficken, es wird ein harter tag.
(ob ich hätte spülen sollen?)


keinsex

Nun, geh ich jetzt erstmal zur Polizei in Friedrichshain. Man hat mich wegen Betrugs angezeigt, ausgerechnet, albern, Blödsinn. Immerhin, meine erstes Verhör Anhörung. Doll.

Ich Bückstück.

Montag, 19. Mai 2008

I know it's over

...still I cling
I don't know where else i can go
Over over over...
(The Smiths)


Ich kriege langsam aber sicher das Gefühl, daß Bloggen tot ist.
Gut, einige der geschätzten Kollegen stellen immer noch mehr oder weniger regelmäßig Texte ins Netz, auch sehr schöne dazu. Bei vielen werden die Intervalle aber immer länger dazwischen.

Die Zeiten aber, wo man gespannt auf die eigene oder andere Seiten geklickt hat, um zu sehen, was sich getan hat, wer wie kommentiert hat, um dann wieder seinen Senf dazuzugeben, so daß sich mitunter herrlichste Dialoge ergaben, die sind vorbei. Man twittert wohl.
Meine Besucherzahlen sind nur noch ein Drittel von dem was sie einmal waren, und auf meinem morgendlichen Rundgang durch meinen Blogkiez, den ich immer noch zu Fuß und nicht per Feedreader unternehme, komme ich mir zunehmend vor wie ein Clubbesucher, der verpaßt hat, mit allen anderen zum nächsten, heißeren, neueren, angesagteren Club weiter zu ziehen.

Sonntag, 18. Mai 2008

Size does matter

Heute vor einem Jahr, in einem beeindruckenden Einsatz nach dem Motto 'Jugend forscht', hat Frau Kitty im sozusagen Selbstversuch eindrucksvoll bewiesen, daß XXL bei Keksen nicht dasselbe ist wie bei Fleischwürsten oder deren menschlichen Anverwandten.

Ich hätte ja nie gedacht, daß so ein richtig dolles Mannesding(-dong) dann auch noch mehr wiegt als ein halbes Pfund.

Freitag, 16. Mai 2008

Schäume - blutrot

Wenn man den ersten Teil der Nacht damit verbracht hat, fast all seinen ehemaligen Klassenkollegen mit einem Vorschlaghammer die Schädel zu zertrümmern, weil sonst grad nichts zur Hand war und sie sich dauernd in gefährliche Zombies verwandelten, und den zweiten Teil der Nacht damit verbracht hat, ein Heer komplett unbeeindruckbarer, renitenter und arroganter Arschloch-Heimverschönerungsdesigner (ohne Hilfe eines Vorschlaghammers) aus dem Haus zu jagen, dann blinzelt man in den ersten Stunden dem schönen neuen Tag ganz und gar nicht vertrauensvoll entgegen.

Donnerstag, 15. Mai 2008

Der perfekte Pressetext

siehe hier:

basket

"Die Künstlerin Raeda Sa'adeh aus Palästina präsentiert ihre Performance 'Basket'"

A Basket Case?

Drin ist, was draufsteht!

(Und sorry, meine Kamera ist kein Scanner)

Dienstag, 13. Mai 2008

Das gepflegte Leben

Eine Schale Primeln auf der Haustür, von der zu frühen Hitze ein wenig gebeutelt.
Eine Rhabarber-Streuseltorte, frisch gebacken und halb gegessen, die geschlagene Sahne im Kühlschrank. Ein Stück mehr fehlte seit dem letzten Besucher am Vorabend, sie muß vor dem zu Bett gehen noch ein Stück genascht haben.

Das Haus glänzt und duftet, sie hat in den letzten Wochen einen kompletten Hausputz gemacht, alle Fenster geputzt, alle Schranke sortiert und ausgewaschen, alle Dinge geordnet. Alle Blumen gegossen, keine welke Blüte und kein welkes Blatt auf den Fensterbänken.

Anfang Mai ist die Welt am schönsten, die Welt duftet nach Honig von den Rapsfeldern, die Gärten sprechen von Hoffnung und Fruchtbarkeit, Wiesenschaumkraut, Löwenzahn und Gänseblümchen auf den noch ungemähten Wiesen, alle Pflanzen stehen am Anfang, noch nicht von der Sonne verbrannt oder von Ungeziefer zerfressen, und noch nicht von Staub verdreckt.

Irgendwann muß sie angefangen haben, die Unmengen von Fotos in Alben zu sortieren, die Familienfotos, die sie jahrelang nicht aus dem Schrank holen konnte, die mit den vielen Toten drauf.

Kein Nachbar, kein Freund, keiner in der Familie, der sagt, oh, wir wollten doch noch, oder oh hätte ich doch noch.
Sondern 'Gestern haben war noch so schön...' 'Letzte Woche wollte sie noch unbedingt dorthin, da waren wir am Dienstag zu...' 'Aber vorgestern waren wir noch...'
Kein offenes Gespräch, alles zu Ende gebracht.
Zehn Tage vor ihrem Tod hat sie mir noch gesagt, daß ihr Leben voller Leid, Tod, Mühen und Not gewesen ist, aber daß sie ihren Frieden damit geschlossen hat, daß sie glücklich und zufrieden ist.
Keine offenen Fragen, bei niemand.

Ich glaube nicht, daß sie wußte, daß sie so bald sterben würde.
Es drängt sich aber der Eindruck auf, daß es ein Innehalten im Universum gegeben hat, einen Augenblick, an dem alles perfekt war, der Garten bestellt, und besser würde es vielleicht nicht mehr werden. Zeit zu gehen?
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So viel Rauch, so wenig Feuer?

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geile bsau
marco (Gast) - 2014/08/17 11:11
Merengue
Ich liebe Tango. Bzw. ich liebe Lateinamerikanische...
Sepp (Gast) - 2013/12/13 15:12
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luckystrike - 2013/03/23 21:30
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Naja, wie alle halt ich diese weiße kalte Hölle nicht...
luckystrike - 2013/03/23 19:55
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Nein, ich meinte doch, seit diesem Posting wieder etwas...
arboretum - 2013/03/23 19:21
Klar gehts besser. Aber...
Klar gehts besser. Aber ein bissel Trauer für Mogli...
luckystrike - 2013/03/22 20:54
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Treue Seele. Ich hoffe, es geht Ihnen wieder besser.
arboretum - 2013/03/20 18:16
Tränen für Mogli
Es ist schon etwas unglaublich, besonders wenn man...
luckystrike - 2013/03/17 18:04

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