Samstag, 7. Juni 2008

Tunten & Technik II: Red-Hot Bullet on the Loose

So ein Cabrio ist eine feine Sache. Ich hab eins, einen ganz kleinen Peugeot, in knallrot, natürlich. Das fahren sonst eher Blondinen mit Weddingpalme auf dem Kopf - ich finde, es paßt zu mir.

Jedenfalls, so ein Cabrio ist eine feine Sache. Vorausgesetzt, das automatische Dach schließt sich auch wieder nach einen anstrengenden entspannenden Tag auf dem See.
Vorausgesetzt, die Pannenhotline, die man in einem ziemlich teuren Rundum-Sorglos-Paket gleich mit dem Leasingvertrag und der verlängerten Garantie abgeschlossen hat (ist ja nicht mein Geld, ist ein Dienstwagen), sieht sich auch zuständig.
Ansonsten kann es passieren, daß die Anwohner einen fast eine ganze Stunde auf der Straße ins Telefon schreien sehen.
Bei diesem Modell sei die Hilfe ausgeschlossen, in der Betriebsanleitung sei ja nun ganz genau geschildert, wie man das ganz einfach selber beheben kann. Die Anleitung ist 4 Seiten lang, wahrscheinlich die Mutter aller Ikea-Bauanleitungen, und es steht ganz fett drüber, daß man das zu zweit machen soll. Ich bin aber nur einer.

Jedenfalls, nachdem ich zwei Agents der Hotline umsonst verschlissen habe, brauche ich nur zwei Stunden, um das Dach (ich mittlerweile komplett eingesaut) wirklich zu schließen. Und ein paar gequetschte Finger.
Es gab auch keinerlei dumme Kommentare von Passanten, die haben wohl gespürt, daß es sehr sehr gefährlich hätte werden können. Auch mit nur einem Imbusschlüssel bewaffnet kann man Leben zerstören.

Diese modernen Autos sind ja mit allen Sorten von Alarmgeräuschen ausgestattet, das mußte ich am nächsten Morgen feststellen, denn das Auto beschwerte sich, daß das Dach nicht fachmännisch geschlossen sei. So ein Alarm eskaliert an Lautstärke stetig, so daß nicht nur mein Gesicht zur Faust geballt war, als ich endlich an der Werkstatt ankam.
"Ich bin NICHT glücklich..." preßte ich zwischen den Zähnen hervor.
"Oh, wir haben heute aber gar keine Kapazität mehr..." Erschreckter Blick hinter dem Counter.
"Iccccch bin mir sssssssseeeeeeehr ssssiccccccher, daßßßß sie etwas Zzzzzzzeit finden kööönnnnnnnnnen!!!!!"
Sie hatten dann ganz spontan noch Zeit, viel Zeit, wie sich herausstellen sollte.

Nur 3 Stunden später erfahre ich daß ein Ersatzteil bestellt werden muß, und ob das in der Garantie (bei Peugeot ist NIE irgendwas in der Garantie drin, das komplette Auto ist "Sonderausstattung") eingeschlossen sei, müßte man erst noch - ein kurzer Blick, eine angehobene Augenbraue meinerseits - ja doch, das Ersatzteil sei sehr teuer, aber man sehe grade, es ist in der Garantie mit drin.
Das Dach könne ich jetzt zwar nicht öffnen, immerhin sei der Alarm abgestellt, also könne ich fahren.

Als ich vom Hof fahre, erklingt der Alarm. Ich zurück, muß auch gar nichts mehr sagen. Stattdessen rufe ich in der Firma an, und sage, daß ich erst in einer halben Stunde komme, wenn nicht, sollen sie auf Radiomeldungen hören, oder Newsticker lesen, von einem Amoklauf in der K.-Straße.

Nach weiteren 5 Minuten höchster Dringlichkeit ist dann das behoben, worauf ich 3 Stunden gewartet habe, und ich kann fahren.
Das war sehr sehr knapp, für die in der Werkstatt, und für mich.
Übrigens habe ich erfahren, daß die Pannenhilfe sehr wohl in der Garantie drin gewesen wäre.

I am a very, very angry person, right now.

Freitag, 6. Juni 2008

Boah - Ick werd noch wahnsinnig

Ein Hinterhaus weiter, gegenüber im Vierten, wohnt in einer Einzimmerwohnung so ein Jung-Aso. Der begegnet einem oft schon mittags besoffen und mit schwerem Seegang.

Leider hat er eine unglaublich sonore Stimme, und leider benutzt er diese oft, und laut, um Befindlichkeit auszudrücken. Das reicht zwar immer nur zu entweder unbestimmten Grunzlauten, oder aber zu unkontrollierten Wutausbrüchen, in denen er auch seine Wohnung komplett zerlegt, wie es sich anhört.
Dazu liebt er auch Musik, aber nur wenn sie laut ist. Wenn man Glück hat ist es ein relativ entspannter Loungetechno, wenn man Pech hat, Death Metal. Wenn man ganz viel Pech hat, ist es Klingelton-Schlumpftechno. Wie grade eben, wo ich grade einen netten innigen Moment mit Emiliana Torrini auf der Terrasse hatte/hätte haben können.

Was kann man tun? Irgendwie traue ich mich nicht, mich mit ihm anzulegen? Hausverwaltung?
Oder nehme ich wieder den Wasserschlauch, und spritze ihm so lange auf die Fenster, bis er sie zumacht? Und ist das gegen die Menschenrechte, bei dem Wetter? Und was ist mit meinen Menschenrechten?

Donnerstag, 5. Juni 2008

Majestät beliebt zu reisen

majestaet

Es muß allerdings einige kopflose Hektik beim Packen gegeben haben. Oder es ist der uneheliche Bruder von Marie Antoinette und Kuchen war alle (links im Bild.)
Sitzplätze waren auch alle, scheints.
(Gesehen gestern auf der Schlesischen Straße)

Lange Leitung

Manchmal dauert es ja auch ein wenig, bis der Groschen fällt:
Aus einem Kommentar der großen Britt von hier von vor 2 Jahren:
"Ich werde ja immer als Zicke bezichtigt, wenn ich am Strand über schlecht gemachte Titten lästere... meine Güte, wer läßt sich so etwas eigentlich noch machen. Da wurde doch echt ein Tausi am falschen Ende gespart."

Am falschen Ende? Prust!

Mittwoch, 4. Juni 2008

ich brauch ne Knarre

Gestern um ein Haar aufs Maul bekommen, und das kam so:

Am Kotti wie immer eine dieser rumänischen renitenten Fensterputzrattenkolonnen, die Frau ignoriert wie immer komplett mein Nein! Verzieh dich-Schreien und -Winken und fängt an, mir ihren Dreck auf die Windschutzscheibe zu schmieren.
Weswegen ich dann immer laut hupe, denn das kriegen sie dann doch mit und erschrecken sich, und zur Not mach ich Scheibenwischer an und spritze Wischwasser.
Ich meine, welchen Teil von NEIN kann man auch als Rumänin oder wasweißich nicht verstehen?

Jedenfalls, auf einmal fängts neben mir verstärkt an zu hupen, und zwei türkische Jungbullen brüllen mich aus ihrem fetten Präpotenzmercedes an:
"Eh Alter, das is ne Frau, verstehste, eine Frau!"
Ich verstehe nicht, und brülle zurück "Mir ist das egal, was das ist, die soll die Finger von meinem Auto lassen, wenn ich nein sage!"
Was die wiederum nicht verstehen, und weiter brüllen "Eine Frau, du Arschloch, ischkommdirmarüber!"
Die Sicherheitsgurte werden gelöst, und die Türen öffnen sich, ich voll im Schreck denke noch so schnell gehen meine Scheiben nicht hoch, da sehe ich aus dem Augenwinkel, daß die Ampel jetzt grün ist, und gebe Vollgas.

Deswegen hätte ich jetzt gern und sofortig eine dicke fette Knarre fürs Handschuhfach, nur so zum Zücken. Diese Sprache würde so eine osteuropäische Windschutzscheibenpenetrantin verstehen, und die mißgeleiteten muslimisches-Frauenbild-Vertreter auch.
Einfach kurz aufblitzen lassen, und Ruhe ist.

Dienstag, 3. Juni 2008

Fatsuit

"Boah, ich schwitze bestimmt noch mehr als xxx!"
"Warum, schwitzen denn dicke Menschen wirklich so viel mehr als dünne?"
"Stell dir einfach vor, du hättest einen Neopren-Anzug an, den ganzen Tag. Immer."
"Ach so, ja nee, is klar."

Montag, 2. Juni 2008

Public Displays of Affection

Boy, what a weekend!
Am Freitag also Yazoo live, ein unwahrscheinliches Ereignis, mit dem Ereignishorizont i.R. Auf dem Weg zur Columbiahalle die bange Frage, ob das jetzt ein ältliches Publikum wird, aus ewig Gestrigen, große Erleichterung dann, als wir auf eine größtenteils jugendliche, gothic- und animeorientierte Meute treffen, die in Schwarz, Lila, Rosa und Fuchsia auf Einlaß warten. Moment!? Es soll doch um acht losgehen? Ach richtig, das hier ist das Columbia Fritz, Yazoo ist eins weiter, und siehe da, eins weiter warten auch dann die Um-die-40-Jährigen auf ein Stück wiederbelbter Erinnerung aus ihrer stilbildenden Zeit. Das Konzert dann, großartig, kein Wunsch bleibt offen, hier und heute und doch exakt was es immer war, eine nichtmuseale Aufführung, kein peinlich modernisiertes Unterfangen, weil nicht nötig. Yazoo ist. Und war. Und wir sind glücklich und bewegt.

Danach dann zur Abschiedsparty des unglaublich reizenden Bomec, den ich allerdings leider erst dort kennenlerne - Say Hello Wave Goodbye in einem Rutsch. Noch nie habe ich mich auf Anhieb bei einem Menschen so wohl gefühlt. Man muß aber auch gönnen können, in dem Fall Serbien, und es wäre zwar menschlich, aber nicht nett, sich zu wünschen, daß er bald wieder zurückkommt (aber heimlich gedacht haben es sicher einige.) Gin Tonic war wiederkehrendes Thema des Abends, so wie Kopfschmerzen wiederkehrendes Motiv der Folgetage wurde.

Samstag dann eine unglaubliche Premiere: Kiss me Kate in der Komischen Oper. Im Unterhaltungsbereich das Schönste, was ich jemald auf einer Bühne gesehen habe, und das will was heißen. Witzig, sexy, respektlos, ironisch, liebevoll - Homoglitterpunkglampornmusical mit einer großartigen Hauptdarstellerin Dagmar Manzel und einer großen Menge Tänzer und Sänger in allersexiesten Kostümen. Hätten sie noch mehr Pailletten anbringen wollen, hätten sie das Publikum besticken müssen.

Danach dann der Versuch der Erregung öffentlichen Ärgernisses, als ich auf der Französischen Straße vor der Bayrischen Botschaft barfuß in einer transparenten Unterhose stand, um vom Premierenanzug in etwas Bequemeres zu wechseln. War dann aber keiner erregt oder verärgert. Seh'nse, det is Berlin!

Dann zur Party der Herzen. Es muß ein schlimmer Abend für den Rest Berlins gewesen sein, dann alle wunderbaren Menschen nicht nur Berlins waren in der Glamourdick Mansion, um dem Wunderbarsten von allen zu huldigen, ein Fest, ein Rausch, ein Herz und eine Seele, und Schönheit allerorten, innen und außen. Der Morgen wurde auf der Terrasse begrüßt, weil zusammen weinen genauso schön ist wie zusammen lachen oder zusammen singen, und man mit den richtigen Menschen alles zusammen und auf einmal tun kann.

Den Sonntag dann schmerzend und schwitzend auf dem Sofa verbracht, weil man das Bett nicht mehr gefunden hat, und dann zur Reprise ins Glamourdick Mansion, mit Restalkohol im Blut und aus dem Kühlschrank, Blasen (Seifen-), Beschneidungsdiskussionen und einem Ipod-Battle. Die amerikanische Nachbarin zeigt, daß sie im Gegensatz zu bestimmten Bloggerinnen Schlüpfer trägt. Er ist rosalila und heißt Erika. Glams Zeh ist rot lackiert, trägt aber keinen Namen. Man hätte ihn Rufus nennen können.

Life can be so beautiful. Zu meinem Glück fehlt mir eigentlich jetzt nur noch ein Zivi, um diese Woche durchstehen zu können. Noch so'n Wochenende und ich bin tot.

Sonntag, 1. Juni 2008

Happy Birthday Darling!

I love you! My Sister & Brother! May all your days be beautiful!

Freitag, 30. Mai 2008

I before E except after C - In my Room Upstairs at Eric's

Revisiting Formative Years

Boah, bin ich alt. (Also jetzt nicht so alt wie ein Stones-Fan, aber...) Und heute abend werde ich das live erleben - eine unwahrscheinliche Reunion, die ich nie erwartet hätte, und niemals erträumt. (Und von der ich jetzt auch nicht wirklich viel erwarte.)

Yazoo sind in der Stadt, Reconnected nach 25 Jahren. Sie waren nur 18 Monate und zwei Platten zusammen, konnten sich noch nie wirklich leiden, und warum sie jetzt zusammen auf Tour gehen, ist mir rätselhaft, money or memories? Or and?

You and me Both war zusammen mit Sweet Dreams von Eurythmics meine erste LP, und die habe ich über Monate tagein tagaus den ganzen Tag gehört, abgekapselt in meinem 9qm-Zimmerchen in dem gottvergessenen Bauerndorf, bis das Vinyl fast durchsichtig war. Und fühlte mich verstanden von der kalten Elektronik und der warmen Stimme. Ode to Boy, Winter Kills, Anyone, And on.
Und ich wollte unbedingt die Frisur von Vince Clark haben, die Glatze mit dem Puschel vorne, tststs.

Als sie sich trennten, hab ich sehr geweint, und monatelang überlegt, ob ich Alison Moyet schreiben soll, daß sie weiter singen soll. Hat sie ja dann auch ohne mein Zutun getan.

Nun, bin gespannt.

(Und damit der Tag nicht umsonst war und auch alle was gelernt haben: der Titel ist nicht nur ein Song von Yazoo, sondern eine englische Eselsbrücke, von wegen ie oder ei, also: believe, aber conceive. Spiel, Spaß, Spannung, Bildung. Alles auf einmal! Doll!)

Nachtrag: Herrlich wars! die TAZ hat einen sehr treffenden Bericht.

Donnerstag, 29. Mai 2008

Steinigen ist Out

Igel gilt nicht als Waffe
Andere hätten vielleicht ihren Kampfhund losgehetzt, ein findiger Neuseeländer griff zum Igel. Der überlebte die Attacke zwar nicht, verletzte aber immerhin das Ziel des Wurfs. Der Täter kommt mit einer Geldstrafe davon.

Wellington - Ein Neuseeländer ist wegen Körperverletzung verurteilt worden, weil er einen Teenager mit einem Igel angegriffen hatte. Der 27-Jährige hatte dem Jungen das Stacheltier im Februar aus fünf Metern Entfernung hinterher geschleudert. Er traf den 15-Jährigen am Bein, wo der Igel nach Feststellung des Gerichts eine Quaddel hinterließ und vier Stacheln einbüßte. Der Junge ging zum Arzt. Der Igel überlebte die Attacke nicht. Der 27-Jährige muss 500 neuseeländische Dollar (250 Euro) zahlen, berichtete der Sender TV3 am Donnerstag.

Die Staatsanwaltschaft hatte sich gnädig gezeigt. Sie rückte von ihrer ursprünglichen Anklage der Körperverletzung "mit Waffe" ab. Das hätte den Mann für fünf Jahre hinter Gitter bringen können.

Quelle

In der Rubrik Igel when he flies

Verweile doch...

Ich freu mich ja immer, wenn ich in meiner Statistik sehe, daß Besucher ein paar Minuten oder gar eine halbe oder ganze Stunde hier verbracht haben, weil ich mir dann denke, es hat sie interessiert, was hier so passiert, und sie sind nicht nur vorbeigekommen, um kurz zu checken, was es neues über Industriewaschbecken oder Agnethas Po gibt.

Man kann dann ja auch im Verlauf nachvollziehen, wohin sie geklickt haben, und was gelesen wurde.

Wenn aber so jemand eine halbe Stunde hier war, aber nirgendwohin geklickt hat, legt das ja nahe, daß er oder sie sich in der Zeit die Fußnagel gemacht , diesen dicken Pickel endlich mal ausgedrückt , mit der Schwiegermutter telefoniert haben oder einfach gepflegt kacken waren.
Das finde ich dann nicht so eine schöne Vorstellung...

(Aus der Abteilung 'Man muß auch mal Nullbeiträge schreiben')
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So viel Rauch, so wenig Feuer?

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marco (Gast) - 2014/08/17 11:11
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Naja, wie alle halt ich diese weiße kalte Hölle nicht...
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Klar gehts besser. Aber ein bissel Trauer für Mogli...
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Treue Seele. Ich hoffe, es geht Ihnen wieder besser.
arboretum - 2013/03/20 18:16
Tränen für Mogli
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luckystrike - 2013/03/17 18:04

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