>You are cordially invited to George and Martha's for an evening of fun and games.<
Sie kennen 'Who's afraid of Virginia Woolf'? Taylor und Burton lassen's richtig krachen?
Dann wissen Sie wovon ich rede.
Jemand, oder mehrere, die einen zuschauenden Katalysator brauchen. für was auch immer in ihnen oder zwischen ihnen vorgeht, der Zuschauer verläßt, knapp mit dem bloßen Leben entkommen, aber auf jeden Fall zerrüttet den Schauplatz, wenn er sich nicht selbst hat benutzen lassen und Schlimmeres angestellt hat wie Partei ergreifen oder zu versuchen, mitten im Schlachtfeld zu vermitteln.
Nur der oder die (Zur-)Schausteller hatten einen großartigen Abend, das System hat sich wieder selbst stabilisiert, die emotionalen Pickel sind ausgedrückt. Publikum als Badezimmerspiegel.
Meine Schwester ist so ein Fall, sie kann das solo und gnadenlos, auch wenn Sie es (beunruhigend) lang kaum mehr praktiziert hat. X-unddreissig Jahre davon sind genug.
Und einige Menschen, die ich sehr mag und liebe, können das auch, allerdings nur im Tandem. Ganz neuerdings gehe ich einfach, wenn sich die Zeichen mehren. Kann schon sein, daß es gar nicht eskaliert ist - ich wollte einfach nicht bleiben, um zu sehen, ob.
Dann war der Abend eben nur so lang und nicht so lang, aber dennoch schön. Kein Problem, jedenfalls nicht für mich. Geworden.
Nicht mehr.
Ich glaube das letzte Video von Les Rita Mitsouko mit Catherine Ringer und Fred Chichin zusammen, der vor einem Jahr gestorben ist. Übertragung ins Deutsche in den Kommentaren
Si quelque vent du nord bien féroce
De ses rafales gelées glaçait ton cœur
Ou qu'une brise encore, bien belle gosse
Tramontane idéale allumait ton ardeur
Même si, même si tout s'effondrait
Je serais près de toi
Même si, même si…
Même si, même si tout disparaissait
Je serais près de toi
Même si même si
Au centre des ennuis
Je serais là
Au désert sans ami
Avec toi
Si quelque vent lunaire m'emportait
Mouiller sur une étoile, je reviendrais
Même si, même si tout s'effondrait
Je serais près de toi
Même si, même si…
Même si, même si tout disparaissait
Je serais près de toi
Même si même si
(Lyrics: Les Rita Mitsouko)
P.S.: Sonntag, 23.11. um 14:00 Catherine Ringer chante Les Rita Mitousko et autres Live, auf Arte, Wdh 29.11. 0:00
Nach einem schönen Abend mit charmanten Menschen leider blöd aufgewacht nach einem Familien-Weihnachtstraum, schwer, die Gespenster wieder zu verscheuchen.
Immerhin die armen nicht wintertauglichen Kollegen unter der Schneedecke von der Terrasse ins Warme gerettet, mal sehen, wie sie aussehen, wenn sie aufgetaut sind.
Dann die warmen von Mutter gestrickten Socken angezogen und da mußte ich weinen.
Der Herpes an der Unterlippe kommt bestimmt von den vielen guten Tagen, die ich in letzter Zeit hatte, die vielen Hochs müssen einen Organismus ja über Gebühr stressen, der sich unter den Tiefs wohler fühlt und besser auskennt, logisch. Eben mal einen Tag Pause einlegen. Schon ok. Wohnung putzen wird bei der Seelenheilung helfen.
Draußen tanzen 7 Krähen im Wintersturm, sie haben einen Heidenspaß, im Gegenwind zu versuchen, auf dem Schornstein oder der rostigen Antenne zu landen, jedenfalls machen sie schon seit einer Stunde schönsten Scherenschnitt vor dem graublauschwarzen Winterhimmel.
Eine herrliche Idee, ein wahrer Augenschmaus, war ja immer zum Herbst der Jungbauernkalender der österreichischen Jungbauern, wir berichteten. Leider fällt der dieses Jahr aber eher unsinnlich, steril und wenig sexy aus.
Was ein Glück, daß es noch andere Alpenländer gibt, die sich auch nicht schämen, die Idee zu kopieren, in dem Fall auch viel besser, die Schweizer Bauern:
(Copyright: www.schweizerbauer.ch und www.claude-stahel.ch)
SO stell ich es mir vor, Mannespracht in wilder Natur oder ganz rustikal in der Hütten. Testosteron in seiner natürlichen Umgebung.
Falls einer der kernigen Burschen planen sollte, bei Bauer sucht Mann mitzumachen: Also ich kann hervorragend melken, misten tu ich zwar nicht gerne, aber ich kann auch Trecker fahren und zur Not steht mir Dirndl auch ganz gut.! Einfach hier melden und wir sparen uns das mit dem Fernsehen!
Hier kann man sich die ganze Pracht anschauen, und hier gibts ein leckeres Making-of-Video zu sehen (ganz nach unten scrollen, lädt sehr langsam, Schweiz halt).
Ach, hätte ich doch was anderes studiert, dann könnte ich jetzt auch Bauern einölen!
Und Oktober ist überhaupt auch ein schöner Monat!
(Copyright: www.schweizerbauer.ch und www.claude-stahel.ch)
Also, Geschenke mag ich an sich ja nicht so gerne, aber wenn sich jemand austoben möchte, bitte gerne!
Na, wann ist es das letzte Mal gewesen, daß Sie das zu sich sagen konnten? Ich hab das in letzter Zeit öfter mal, und das fühlt sich gut an.
Beruflich habe ich dieses Jahr Aussitzen gelernt, und Problem-Tennis, beides sehr hilfreich.
Aussitzen bedeutet, daß ich nicht jedesmal, wenn irgend ein Arsch ein Klappmesser aufklappt, in den Ring steige und nach dem Rechten schaue. Wieso, was ist passiert, was können wir denn machen etc pp. Nein, ich warte jetzt, bis sich die Protagonisten untereinander gemetzelt haben, und kümmere mich um die angeschlagenen übrig gebliebenen, entweder päppele ich sie hoch oder gebe ihnen den Rest. Mein ekelhafter Problemkunde, der uns dieses Jahr mehrmals kündigen wollte (aber nicht konnte) verhandelt jetzt mit uns über einen 5-Jahres-Vertrag, allein, ich weiß noch nicht, ob ich einen möchte.
Ebenfalls sehr zu empfehlen ist Problem-Tennis.
Mein Job ist es zwar, für die Probleme anderer zuständig zu sein, aber doch nicht für alle.
Bis ich das merkte, fing ich alle Probleme wie ein elektrifizierter Wollpulli Fussel, was mich auch beinahe den Verstand gekostet hätte.
Seitdem: Problem-Tennis! In jedem Telefonat, in jeder Email, in jedem Termin schaue ich allem, was mir da auf meine Hälfte des Spielfelds gehauen werden soll, tief in die häßlichen wässrigen Augen: Mein Problem? Dein Problem? Und mit einem saftigen häßlichen Plopp landen die meisten, da durch Unfähigkeit oder Faulheit selbstverschuldeten Probleme wieder im gegnerischen Spielfeld, wie Fallobst.
Das funktioniert sehr gut, und oft muß jemand, der mir seinen verwahrlosten Schreibtisch überhelfen wollte, leicht frustriert aber einsichtig und mit ein paar zusätzlichen Hausaufgaben den Platz verlassen.
Ich befürchtete immer, man schätzt mich und meine Arbeit dann nicht mehr so - das Gegenteil ist der Fall, ich erfahre seitdem weitaus mehr Respekt und Wertschätzung (und habe viel viel weniger Arbeit und Frust!)
Willst du gelten, mach dich selten...
Privat gebe ich mir auch sehr Mühe, und so langsam fängt es an, sich auszuzahlen. Ich bin (jedenfalls die meiste Zeit, wenn ich nicht grade Fotos mache oder so) gut zu mir.
Das ist neu und bedeutet, diszipliniert negative Gedanken, Ängste, Schuldgefühle, die mich regelmäßig arg beuteln kommen, zurück in den Keller zu schicken, wenn sie weder Hand noch Fuß haben.
Stattdessen, und das kostet mich einige Anstrengung, sich etwas Positives heraussuchen. Worauf man stolz sein kann, worauf man sich freuen kann, was man gut gemacht hat. Das hört sich so einfach an, ist es aber nicht. Wenn das gelernte Verhalten das umgekehrte ist, wenn man sich in Angst und Depression einfach mehr auskennt, zuhause und geborgen fühlt.
Und siehe da, es bleibt viel mehr Energie übrig, manche Tage flutschen einfach problemlos vor sich hin, und ab und an setzt ein kartoffelpüreesattes Gefühl der Zufriedenheit ein. Wenn man diszipliniert dabei bleibt.
In einer Verhaltenstherapie lernt man eben nicht, die Umstände zu ändern, sondern sein Verhalten. Gelernte Verhaltensweisen durch neue, positivere und produktivere, angemessenere, zu ersetzen. Und dadurch ändern sich eben auch die Umstände.
Praise the Heidi!
Nein, ein neuer Bond interessiert mich nicht, genauso wenig wie ein alter oder die neue Tupper-Einfrier-Kollektion.
Wollte mir nur die Überschrift sichern.
Andererseits, man könnte unter dem Titel doch einen schönen Frauenfilm drehen, so einen Gegenentwurf zu Sex and the City, oder so?
Eigentlich hätte dieses Wochenende ja Großreinemachen angestanden, aber...
Samstag eine Killermigräne, gottseidank die erste seit ewig. Nicht mal Lebensmitteleinkauf, weswegen jetzt die Schränke schön durchsortiert sind, zumindest die mit Eßbarem.
Sonntag dann der große Tag - aber ach, nach dem Bettenbeziehen und der 3. Maschine Wäsche reichte es auch.
Kann ich eben nicht mehr barfuß durch die Wohnung, trifft ja nur mich.
Blogs sind ja nicht nur Befindlichkeit, Katzenbilder und Restschrott, nein ab und zu tragen sie zum Lösen der Weltformel bei:
So wurde durch einen eingeworfenen Kommentar der werten Frau A. im letzten Beitrag hier, in dem es um Therapie, Humor und Flatulenz ging, ein weiteres Welträtsel gelöst - ein paar schnelle Recherchen und es hat sich bestätigt: Die Entstehung des Karaoke durch eine ungünstige Verbindung von japanischen Kohlrouladen, Sake und Gruppenzwang!
Lu Sin Yang, Angestellter im HelloKitty!-Marketingbüro Osakas mußte wie üblich den Freitagabend auf Geheiß des Chefs mit eben jenem und de Abteilung verbringen. Oberste Devise des sehr geachteten und strengen Chefs war es, daß ein guter Angestellter auch jederzeit gut riecht.
Das Problem: Die fischgefülten Kohlrouladen, die die Abteilung in der Garküche gespeist hatte. Der Kohl war wohl nicht mehr richtig frisch gewesen, oder war es der Fisch? Das überproportional auftretende Völlegefühl mußte mit Unmengen lauwarmen Sakes bekämpft werden, und als das nicht mehr half, mit Wodka, welcher gleich tablettweise in der Shi-Ju-Bar bestellt wurde, ind die die Abteilung zwischenzeitlich gewechselt hatte.
In der Tat zeigte sich bald eine befreiende Wirkung, jedoch mit Ergebnissen, die für eine 20qm Bar, in der sich 120 Japaner aufhielten, nicht opportun war. Und dennoch, dachte sich unser Lu Sin Yang, als er den siebten deflatulierenden Anfall in einer Viertelstunde zu unterdrücken versuchte, was tun? Abhauen? Zu spät, unter lauten Donnern entlud sich die Erlösung - alle Augen waren auf Lu Sin gerichtet, welcher sich aber mit einem heldenhaften Sprung auf die fensterbankgroße Bühne rettete, auf der grade die Barsängerin eine japanische Version von My Way zum Vollplayback trällerte. In seiner Not riß Lu Sin ihr das Mikro aus der Hand - in seiner Verzweiflung begann er zu singen.
Da sich noch mehr Mitglieder seiner Abteilung in ähnlichen Nöten befanden, erkannten mehrere die Möglichkeiten, I will Survive und I will always love You erlebten ihre flatulentesten Interpretationen, und die arme Barsängerin bekam das Mikro nie wieder zurück.
Weswegen ihr nichts anderes übrig blieb, als eine Garküche für verdorbene japanische Kohlrouladen zu eröffnen, womit sich der Kreis schließt und das Unheil seinen Lauf nimmt.
Die Heidi ist nun wirklich ein Gottgeschenk in nur einer Stunde hat sie mir auseinandergebastelt, was es mit meinem Entsetzen mit den Fotos, meinem Vater und dem Schämen auf sich hat.
Und daß man sich als Erwachsener eigentlich gar nicht mehr schämen braucht, das ist ein Kindergefühl, das werde ich dann mal ausprobieren.
Mit Humor hat sie es ja sonst nie so (Therapeuten verstehen das ja eher als Fluchtreflex vor ernsthafterer Auseinandersetzung), aber sie mußte doch furchtbar lachen als ich sie fragte, ob man sich denn dann auch nicht mehr schämen braucht, wenn man in einem Raum voller Leute aus Versehen laut pupt.